Von Elgar bis Delius

Musikalischer Glanz mit britischem Flair – Winfridia begeistert in der Orangerie

Konzertchor Winfridia unter der Leitung von Carsten Rupp begeistert das Publikum.
Fotos: Marvin Myketin

29.09.2025 / FULDA - Ein Abend voller Klangfarben und britischem Charme zog die Besucher der Orangerie am Samstag in seinen Bann. Unter der Leitung von Chordirektor Carsten Rupp präsentierte sich der Konzertchor Winfridia in beeindruckender Form. Gemeinsam mit der renommierten Vogtland Philharmonie und dem ausdrucksstarken Bariton Neven Crnić, Solist im Ensemble der Semperoper Dresden, lud das Ensemble unter dem Motto "British Romantics" zu einer musikalischen Reise durch mehrere Jahrzehnte romantischer Musik Großbritanniens ein.



Der Auftakt gelang mit Edward Elgars "From the Bavarian Highlands", stimmungsvoll vorgetragen. Volksliedhafte Melodien wurden mit stimmlicher Klarheit und emotionalem Feingefühl interpretiert. Die Sängerinnen und Sänger der Winfridia zeigten eindrucksvoll, wie differenziert und zugleich kraftvoll Chormusik klingen kann, wenn sie mit Herzblut und Präzision gestaltet wird.

Klänge, die das Herz berühren

Kontrastreich folgte Charles Villiers Stanfords "Songs of the Fleet", ein fünfteiliger Zyklus, der Stärke, Würde und Melancholie der britischen Seefahrt spürbar machte. Die Vogtland Philharmonie ließ die unterschiedlichen Stimmungen klar hervortreten, während Neven Crnić als Bariton-Solist mit sonorem Timbre und stimmlicher Vielschichtigkeit begeisterte.

Mit Frederick Delius’ "Sea Drift" stand ein selten aufgeführtes Werk auf dem Programm. Die impressionistische Klangsprache und emotionale Tiefe forderten Chor und Orchester gleichermaßen. Gemeinsam gelang eine geschlossene Darstellung, in der Wort, Klang und Gefühl zu einer eindrucksvollen Einheit verschmolzen – getragen von Crnićs eindringlicher Interpretation und der aufmerksam gestalteten Leitung durch Chordirektor Carsten Rupp.

Winfridia steht füt Vielseitigkeit und Mut

Die volle Klangkraft entfaltete die Winfridia auch bei Hubert Parrys "Jerusalem". Das weithin bekannte Werk, das längst den Charakter einer inoffiziellen britischen Hymne trägt, hinterließ beim Publikum sichtbare Resonanz. Ein festlicher Höhepunkt wartete mit Elgars weltberühmtem "Pomp and Circumstance March No. 1", der traditionell bei der legendären "Last Night of the Proms" in London erklingt und das Konzert mit prunkvoller Geste abschloss.

Die Winfridia Fulda bewies erneut ihre Vielseitigkeit und ihren Mut, selten gehörtes Repertoire zu präsentieren. Gemeinsam mit der Vogtland Philharmonie und dem beeindruckenden Bariton Neven Crnić gelang unter der leidenschaftlichen Leitung von Carsten Rupp ein Abend, der die Zuhörer hinaus auf die Alpenhöhen, über das Meer und in die Klangwelt britischer Festmusik entführte – und schließlich mit Standing Ovations gefeiert wurde. (pm/cb) +++

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