Der Künstler in kadmiumgelb

Neue Austellung in der Villa Walther: Gelb, Yellow, Jaune

Franz-Erhard Walther und seine Frau Susanne bei der Ausstellungseröffnung
Alle Fotos: Erich Gutberlet

27.09.2025 / FULDA - Mit 60-jähriger Verspätung wurde in der Villa Walther eine Ausstellung eröffnet, die ursprünglich für das Zeughaus in Fulda gedacht war. Das Zeughaus, welches am Heinrich-von- Bibra-Platz lag, gibt es nicht mehr, aber die Pläne für die Ausstellung wurden nicht ad acta gelegt. Zu verdanken ist das auch dem Künstler Franz Erhard Walther, dessen Schau Gelb, Yellow, Jaune bis zum 1. März in der Villa Walther am Paulustor zu sehen sein wird.



Bei der Eröffnung der Ausstellung trug der 86-jährige Künstler einen Pullunder in genau der Farbe, die seinen Arbeiten den speziellen Reiz verleihen: Kadmiumgelb. Varianten der Farbe sucht man bei den Objekten vergeblich, und auch in den Formen erfährt der Betrachter eher geometrische Strenge als den der Farbe gerne zugeschriebenen Übermut. Da machen sich 60 Jahre Verspätung durchaus bemerkbar. Statt avantgardistischen Funken versprüht die Ausstellung eher den Charme einer nostalgischen Retrospektive.

Walthers Ehefrau Susanne Walther gab Journalisten vorab einen Einblick in die Ausstellung. Ein Vorteil für die Wiederaufnahme der Pläne für die Ausstellung 1965 sei, dass die Räume in der Villa Walther ähnlich zugeschnitten seien wie im einstigen Zeughaus. Sehr positiv bewertete sie auch die Zusammenarbeit und die räumliche Nähe zur Stadtverwaltung, die bei der Konzeption der Ausstellung mitgewirkt habe. Die 60er Jahre waren für Künstler wohl herausfordernd. "Wie deprimierend ist die Erkenntnis, nur zeitgenössisch zu sein", zitierte Susanne Walther ihren Mann.

Franz Erhard Walther selbst berichtete über seinen Umweg über New York, um in Europa anerkannt zu werden. Dort sei er auf Offenheit getroffen, die ihm erst später auf dem Heimatkontinent zuteilwurde. Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld, der die Ausstellung offiziell eröffnete, unterstrich die Nöte der damaligen Avantgardisten. Während der Aufbruchstimmung der 60er Jahre sei es für die Künstler auch existenziell nicht einfach gewesen. (Bernd Götte)+++

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