70-Millionen-Euro-Investition
Wasserverband Kinzig plant High-Tech-Wasserwerk am Stausee
Foto: Wasserverband Kinzig
26.09.2025 / BAD SODEN-SALMÜNSTER - Für einen regionalen Schulterschluss sind am Mittwoch Spitzenvertreter aus Politik und Kommunalwirtschaft an der Kinzigtalsperre bei Bad Soden-Salmünster zusammengekommen. In unmittelbarer Nachbarschaft des Stausees soll ein neuesWasserwerk entstehen, das mit Ultra-filtration jährlich bis zu neun Millionen Kubikmeter Oberflächenwasser aufbereiten und so auf nachhaltige Weise die Trinkwasserversorgung zwischen Main und Kinzig mit absichern soll.
Bauherr dieses hessenweiten Modellprojekts ist der Wasserverband Kinzig (WVK), in dem die Städte Frankfurt und Hanau sowie der Main-Kinzig-Kreis, eine boomende Region mit insgesamt 1,3 Millionen Menschen, vertreten sind. Ein Entwurf der Antragsunterlagen liegt dem Regierungspräsidium Darmstadt zur ersten Vollständigkeitsprüfung vor. Die Unterlagen werden im Anschluss noch angepasst und ergänzt. Danach startet formell das Zulassungsverfahren. Die Investitionskosten für das High-Tech-Wasserwerk inklusive einer acht Kilometer langen Trinkwasserleitung belaufen sich auf ca. 70 Millionen Euro. Nach der behördlichen Zulassung wird umgehend mit der Ausschreibung begonnen, um schnellstmöglich in Betrieb gehen zu können.
Großes Investment in die Zukunft des Kreises
Für den Main-Kinzig-Kreis sagte der Erste Kreisbeigeordnete und UmweltdezernentAndreas Hofmann: "Wir investieren hier groß in unsere Zukunft und unseren Wohlstand, der natürlich auch eng mit der Prosperität Frankfurts und Hanaus zusammenhängt. Von der aufbereiteten Menge wird die Hälfte des Wassers im Kreisgebiet MKK verbleiben und über unsere Kreiswerke direkt unseren Bürgerinnen und Bürgern zugutekommen. Zugleich bietet uns das neue Wasserwerk die Chance, diesen wichtigsten aller Rohstoffe nachhaltig zu fördern, Grundwasserreserven zu entlasten und damit eine Sorge vieler Menschen im Fördergebiet zu mildern."Als klimafest gilt die Aufbereitung des Oberflächenwassers, weil sie eine Antwort auf die klima-tischen Veränderungen in Bezug auf den Wasserkreislauf darstellt. Klimawissenschaftler erwarten künftig noch längere Trocken- und Hitzeperioden als bisher sowie mehr Unwetter mit Starkregen, der nicht versickert, sondern auf trockenen Böden schnell abfließt. Durch die Entnahme aus dem Stausee wird dieses neue Reservoir nutzbar gemacht. Das ermöglicht in der kalten, regenreichen Jahreszeit eine Drosselung der Brunnenförderung, sodass der Grundwasserspiegel sich schneller erholen kann.
Regierungspräsident Jan Hilligardt als Vertreter der Genehmigungsbehörde sicherte neben der sorgfältigen Prüfung auch eine zügige Bearbeitung zu. "Mit der Oberflächenwasseraufbereitung betreten wir in Hessen Neuland. Viele weitere Aspekte sind zu betrachten und brauchen Zeit. Für das Verfahren musste sogar eigens eine Verordnung geändert werden. Das RP wird die verschiedenen für das Projekt erforderlichen Zulassungsverfahren mit der nötigen Sorgfalt und Profession durchführen, die Anträge unter Beteiligung aller Fachbehörden gründlich prüfen und – wenn alle Anforderungen erfüllt sind – das Vorhaben unter Einhaltung der notwendigen Randbedingungen genehmigen." (ms/pm) +++