Gemeinschaft durch Gesang seit 1885

Vogelsberger Sängerbund feiert 140 Jahre Chorgeschichte

Der Vogelsberger Sängerbund feiert 140 Jahre Bestehen.
Fotos: Dieter Graulich

16.09.2025 / HERBSTEIN - "Seit vielen Generationen prägen die Chöre das kulturelle Leben unserer Städte und Gemeinden. Ihr macht Freude hörbar und verbindet Menschen über Generationen hinweg”, so Bürgermeisterin Astrid Staubach zu Beginn des 140-jährigen Jubiläums des Vogelsberger Sängerbundes in der Katholischen Kirche Herbstein. Die Geschichte des Vogelsberger Sängerbundes sei eine Geschichte von Geduld, Disziplin und Freude am Singen. Eigenschaften, die nach wie vor wertvoll seien.



Musik verbinde, sie überbrücke Unterschiede, schaffe gemeinsamen Raum und schenke Kraft in guten wie in schwierigen Zeiten. Gegründet im Jahr 1885 sei der Sängerbund mit seinen Chören durch sämtliche Herausforderungen infolge der beiden Weltkriege und weiteren Krisen gegangen. Auch wenn man heute mit der Pandemie hadere, so habe der Vogelsberger Sängerbund in den letzten 140 Jahren deutlich größere Herausforderungen gemeistert und dies sollte man als Gemeinschaft immer im Blick behalten, so die Bürgermeisterin. Sie übermittelte auch die Grüße ihrer Amtskollegen Lukas Becker, Sebastian Stang, Sascha Spielberger sowie Fabian Fehl und dankte für das Engagement und die Stimmen, die unsere Herzen erreichten.

Dank ging auch an das vielfältige Wirken zur Bereicherung unserer Gesellschaft bei der musikalischen Bereicherung von Veranstaltungen. Abschließend wünschte sie: "Möge der Vogelsberger Sängerbund auch künftig viele Menschen für den Chorgesang begeistern, junge Sängerinnen und Sänger gewinnen und fördern und als kultureller Leuchtturm unserer Region erhalten bleiben!”

Nach dem Einzug der Fahnen der verschiedenen Vereine und Chöre, hatte das 140-jährige Jubiläum mit dem Lied: "Vogelsberg, dein denk ich gerne” und "Gib mir die richtigen Worte” des Projektchores begonnen. Mit "Champs Elysee”, "Ein Lied kann eine Brücke sein” und "Santo” war der Projektchor später noch zu hören.

Der Kinderchor "Vulkano cantare” begeisterte die zahlreichen Zuhörer mit den Liedern "Du hast`n Freund in mir”, "halt da ist unser Wald”, "Can`t stop the feeling”, "A Million Dreams” und "Chöre”.

Dirigiert wurden die Chöre von Kai Mertin, Gabriela Mohr sowie Diana Laupus, Unterstützung gab es von Julia Bönsel am Klavier.

Musik sei eine universelle Sprache, mit der man Freude, Kummer, Leid, Hoffnung, Zuversicht und noch vieles mehr ausdrücken könne, war von dem evangelischen Pfarrer Daniel Meyer zu hören. Bevor die Menschen schreiben und lesen konnten, habe die Musik als Sprachrohr und Gedächtnis gedient. Auch die Bibel spreche im Alten und Neuen Testament über 200-mal von Musik und ihren Fähigkeiten. Musik sei für die jüdisch-christliche Tradition so essenziell wie das gemeinsame Essen. Musik, so gewaltig sie auch sein könne, könne sie aber auch gewalttätig sein, meinte Meyer und wies auf Kriegstrommeln, Marschlieder und Militärhymnen hin, zum Glück gebe es mehr hoffnungsvolle, friedliche Musik auf der Welt, die ihre positive Gewalt entfalten könne, als gewalttätige Musik.

Vorsitzender Harald Appel (Grebenhain) der die Jubiläumsfeier moderierte, ging auf die Chronik des Vogelsberger Sängerbundes ein, der 1885 vom Männergesangverein (MGV) "Männer Quartett Verein” Altenschlirf, MGV "Liederkranz” Ilbeshausen, MGV "Bruderliebe” Herbstein, MGV "Liederkranz” Crainfeld, MGV "Sängerlust” Hörgenau, MGV 1880 Grebenhain und MGC "Eintracht” Rixfeld gegründet wurde. Von diesen sieben Gründungsvereinen gelte der "Liederkranz” Chrainfeld als ruhender Verein, der MGV "Eintracht” Rixfeld habe sich aufgelöst, dessen Nachfolger "Edelweiß” sei aber auch Mitglied des Vogelsberg Sängerbundes. Der Vorsitzende wies darauf hin, dass schon ein Jahr nach der Gründung in Altenschlirf das Erste Sängerfest” stattfand.

Die größte Ausdehnug habe der Vogelsberger Sängerbund in den Jahren zwischen 1920 und 1933 gehabt. 1933 wurde man gezwungen sich aufzulösen und erst am 3. Dezember 1950 kam es in Ilbeshausen zur Wiedergründung. Erste Wertungssingen folgten in 1951 in Bermuthshain und Volkartshain. Die größte Ausdehnung hatte der Sängerbund in den Jahren 1955 bis 1965. So nahmen 1957 28 Vereine am Wertungssingen in Altenschlirf teil. Heute seien nur noch 18 Vereine im Vogelsberger Sängerbund tätig, dabei der Gemischte Chor "Sängerlust” Wüstwillenroth und der MHV "Frohsinn” Lichenroth aus dem jetzigen Main-Kinzig-Kreis.

Die Jubiläumsfeier endete mit Dankesworten des Vorsitzenden an die zahlreichen Aktiven und dem Segen von Pfarrer Meyer sowie dem Lied "Santo”, vorgetragen vom Projektchor. (Dieter Graulich) +++

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