Mit fünf D-Mark gings los

40 Jahre Kirmes in Sargenzell: "Fürs Dorf ist das ein Traum" - Bilder

Der erste Ploatz von Sargenzell, Siegfried Bernhardt und der aktueller erste Ploatz Nils Rippel
Fotos: Hans-Hubertus Braune

15.09.2025 / HÜNFELD - Kirmeszeit ist Dorfzeit: In Sargenzell feiern sie an diesem Wochenende sogar ein Jubiläum. Was vor 40 Jahren aus einer Schoppenlaune im Sportlerheim der Fußballer entstand, ist heute eine traditionelle Zeltveranstaltung mitten im Hünfelder Stadtteil. Und zwar mit allem, was zu einer zünftigen Kirmes dazu gehört.



"Wenn die Kleinen tanzen, da geht mir das Herz auf. Sie sind ja die Zukunft", sagt Siegfried Bernhardt. Neben den aktuellen Kirmespaaren zeigen auch die Jüngsten aus Sargenzell, wie gerne sie dabei sind und ihren Tanz vor den stolzen Eltern, Omas und Opas präsentieren. Bernhardt ist der erste Ploatz der Sargenzeller. Damals 1985 haben sie im Sportlerheim mit dem Fest angefangen. "Wir wussten ja gar nicht, wie man Kirmes feiert", sagt er am Sonntagabend. Ganz klein, mit ein, zwei Tänzen und einem Baum, aber nicht so groß, wie heute. Gemeinsam mit weiteren Ehemaligen der ersten Stunde ist er auch in diesem Jahr wieder mit dabei.

Im Jubiläumsjahr 2025 führt Nils Rippel mit seiner Tanzpartnerin Sophie die insgesamt 13 Kirmespaare an. Auch in Sargenzell gilt nach wie vor die Regel: Ein Teil der jeweils beiden Partner muss aus Sargenzell kommen. Das hat sich nicht geändert. "Daraus sind Freundschaften oder auch Ehen entstanden", erzählt Bernhardt. Sie waren damals acht Paare.

Zwei, drei Bier und fünf D-Mark

"Der Linienrichter hat damals auf den Jahreshauptversammlungen immer gesagt, dass wir keine Kirmes hätten. Nach zwei, drei Bier haben wir spontan entschieden, eine Kirmes zu veranstalten und einen Kirmesverein gegründet", sagt er. Damals mussten sie fünf D-Mark einzahlen, damit zum Beispiel die Hüte angeschafft werden konnten. Gefeiert wurde zunächst im Sportlerheim, später kam ein kleines Zelt dazu.

Dass ihre Idee so eine Entwicklung nehmen würde, hätten sie jedoch nie gedacht. "Fürs Dorf, für die Gemeinschaft ist das ein Traum", sagt Bernhardt. Nils nickt. Sie können völlig zu Recht stolz auf ihre Kirmes in Sargenzell sein. Nach den vier Tänzen am Sonntagnachmittag gab es zunächst Zwibbelploatz. Im bestens gefüllten Festzelt hatten es sich die Gäste bequem gemacht und das riesige Kuchenbuffet "belagert". Was eine Wucht an Leckereien. Zusammen die Zeit genießen und das bei Traumwetter.

Vom Bürgermeister Benjamin Tschesnok gab es übrigens eine riesige Flasche Aha-Likör in der Sargenzell-Edition. "Die Kirmes in Sargenzell ist wie immer großartig. Die Leute sind gut drauf, besser geht es doch gar nicht", sagte der Rathauschef bei seinem Besuch der Kirmes am Sonntagnachmittag.

Klar, das Schnapspaar Anjessa und Marvin präsentieren die Drei-Liter-Flasche dem OSTHESSEN|NEWS-Fotografen. Übrigens ungeöffnet. Den AHA genießen sie ganz bestimmt zu einer passenden Gelegenheit. Am Montag wird erstmal das Finale der 40. Kirmes gefeiert. Ab 18 Uhr mit Kesselfleisch und Haxen. Für Musik sorgt übrigens Olli an der Orgel. "Ihn mögen wir hier sehr", sagt Nils. Komplett verständlich. Kirmeszeit ist eben eine wunderbare Zeit. (Hans-Hubertus Braune) +++

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