Geheimnisse, Wortverdreher und Hitverhörer
Weltpremiere im Brauereikeller: FFH-Comedykeller begeistert mit Lachsalven
Fotos: goa
15.09.2025 / ALSFELD -
Eine unschlagbare Location für eine echte Premiere: noch nie gab es den preisgekrönten "Radio-FFH-Comedykeller" außerhalb des Funkhauses. Oder, um es mit den Protagonisten Boris Meinzer und Dirk Haberkorn zu sagen, außerhalb des "150 Meter unterhalb gelegenen Kellergewölbes". Die zweite Auflage der "Alsfelder Kellerwunder" lockten die beiden Comedians mit einer unschlagbaren Perle: dem normalerweise nicht zugänglichen Keller der altehrwürdigen, aber leider stillgelegten Alsfelder Brauerei. Die beiden fühlten sich pudelwohl und zündeten einen Brüller nach dem nächsten – das Publikum genoss es in vollen Zügen und feierte die beiden Gagstronauten gebührend.
Mit ihrem gemeinsamen Projekt Comedykeller wurden Meinzer und Haberkorn 2017 beim Deutschen Radiopreis von der Grimme-Jury in der Kategorie "Beste Comedy" ausgezeichnet. Für den "härtesten Job Hessens, 150 Meter unter dem Funkhaus und ohne Tageslicht" – so tief hinab mussten sie in Alsfeld nicht steigen, denn das Epizentrum des Humors lag "nur" ein Stockwerk unter der Oberfläche.
Ausverkauftes Haus und beste Stimmung
Die begrenzten Plätze waren schnell vergriffen, als bekannt geworden war, dass bei der zweiten Auflage der "Kellerwunder", ddie diesmal unter dem Motto ‚Das Geheimnis unter uns‘ stand, war die Brauerei erstmals mit dabei und präsentierte den FFH-Comedykeller live on Stage außerhalb des Funkhauses. Als wäre diese Event-Location-Kombination nicht schon einzigartig genug, wurde auch noch ein spezielles Craft-Keller-Bier aus Nico Dörings Brauer-Atelier Vrai ausgeschenkt.
Legendäre Highlights des Dummfragers
Weil Meinzer und Haberkorn für weit mehr verantwortlich sind als den FFH-Comedykeller, konnte das Publikum von ihnen mottogetreu in etliche "Geheimnisse" eingeweiht werden. "Dummfrager" Meinzer präsentierte einige Juwelen seiner langjährigen Interview-Schnipsel: da wurde von Befragten eine Politesse als eine Bordsteinschwalbe interpretiert, oder das Sprichwort "Die dümmsten Bauern haben die dicksten…" vervollständigt mit "…Eier". Eine energische Dame meinte beim Thema Zeltbau, es sei ja wohl Tierquälerei, wenn Heringe in den Erdboden geschlagen würden. Was ein "Worst-Case" sei, glaubte jemand zu wissen: ein "Wurst-Paket". Knapp daneben! Meinzer, der auch mit großartigen musikalischen "Hitverhörern" die Zwerchfelle des Publikums quälte, gab sich im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS zunächst (augenzwinkernd) enttäuscht: "Wir hatten gehofft, für unsere Premiere aus dem FFH-Keller mal ans Tageslicht zu kommen, nun sind wir aber wieder in einem Keller!".
Haberkorn begeistert die Gäste
Lokalmatador Dirk Haberkorn konnte durch seine Alsfelder Wurzeln etliche würzige Gags mit spezieller Note abliefern. Eigentlich sei er kein Bühnen-Comedian, sondern speziell ein Comedy-Autor wie für "Ankes Tanke". Doch Haberkorn ist Profi durch und durch, seine Schlagfertigkeit und das Gespür für pointierte Sprüche führten dazu, dass ein großartiges Wechselspiel zwischen ihm und Meinzer entstand. Ein gemeinsamer Song zum Ende und eine verdeckte Ticketverlosung für den "echten" Comedykeller im (oder besser gesagt unter) dem Funkhaus sorgten dafür, dass Meinzer / Haberkorn mit Standing Ovations entlassen wurden.
Aufruf an Besitzer alter Gewölbe
Sichtlich glücklich zeigte sich Simone Schneider, quasi die Erfinderin der "Kellerwunder" bei der Stadt Alsfeld, über die Resonanz der Veranstaltungsreihe und des Abendknüllers. Vor der Hessenschau-Kamera und im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS rief sie die Alsfelder Gebäudebesitzer auf, sich mit Blick auf die Kellerwunder-Serien der nächsten Jahre bei der Stadt zu melden, wenn man in Alsfelder Gebiet ein eigenes Kellergewölbe habe, das sich für Veranstaltungen eigne. Die diesjährige Serie mit einem breitgestreuten Fächer an Veranstaltungen und Örtlichkeiten geht noch bis zum 21. September, siehe https://www.alsfeld.de/kellerwunder/#programm. (goa) +++