Landeskirche muss sparen
Weniger Kirchen im Kreis: Sonder-Synode beschließt die "grüne" Liste
Archivbild: O|N/Moritz Rös
12.09.2025 / BAD HERSFELD - In Zeiten knapper Kassen müssen auch die Kirchen den Gürtel noch enger schnallen. Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck will deshalb die Finanzierung von Gebäuden deutlich einschränken. Maximal 30 Prozent aus dem Bestand sollen künftig in den Genuss der finanziellen Unterstützung der Landeskirche kommen.
Konkret bedeutet dies, dass die einzelnen Pfarreien sehen müssen, ob und wie sie ihre Kirchen, Pfarrwohnungen und Gemeindehäuser weiter betreiben können. Bis Anfang 2026 sollen die Kreise der Landeskirche eine Liste vorlegen.
Zukunft von 40 Gebäuden ist ungewiss
Für den Kooperationsbezirk Hersfeld-Mitte bedeutet dies beispielsweise: Von 61 Gebäuden bleiben 21 übrig. Die Zahl der Kirchen verringert sich von 23 auf 13 (Stadtkirche, Martinskirche, Matthäuskirche, Auferstehungskirche, in Petersberg, Kathus, Asbach, Friedlos, Mecklar, Beenhausen, Niederthalhausen, Ersrode und Tann), die Gemeindehäuser reduzieren sich auf drei an der Stadtkirche, Johannesberg und der Auferstehungskirche.Was mit den übrigen Gebäuden geschieht? Das ist unklar. Während der Sonder-Synode wurde kritisiert, dass die Vorgaben der Landeskirche aktuell viel zu schwammig und unklar seien. Eine weitere Kategorisierung in "Gelb" und "Rot" soll zunächst nicht vorgenommen werden, zumal die Wahlperiode in Kürze endet. Vor der Frühjahrssynode im kommenden Jahr werde sich in diesem Bereich nichts ändern.
"Wir sind nicht da, wo wir sein wollen"
Wie sieht es mit der Residenzpflicht aus, dem Umgang mit dem Baulastkapital, dem Denkmalschutz, Rücklagen, Verkehrssicherungspflicht, Bewirtschaftung und der Zuweisungssystematik? Die Sonder-Synode sandte deutliche Kritik an der Umsetzung der Sparmaßnahme in Richtung der Landeskirche. Pröpstin Sabine Kropf-Brandau zeigte Verständnis: "Wir sind nicht da, wo wir sein wollen", sagte sie und warb um "Barmherzigkeit für ihre Landeskirche" und eine gewisse "Fehlerfreundlichkeit", die Mitarbeiter täten alles, um die Situation zu meistern.Die Synodalen wollen eine Offenheit für neue Nutzungskonzepte in den Gemeinden, sowie eine Betonung auf Motivation und Gemeinschaftssinn statt ausschließlichem Fokus auf Gebäudereduktion. Letztlich geht es jedoch darum: "Vor Ort handeln oder die Tür zumachen" - so wie nahezu überall. (Hans-Hubertus Braune) +++