Musikalische Zeitreise
Mittelalter trifft Frühbarock: Spielfrauen verzaubern Publikum
Foto: Alsfelder Kulturtage
10.09.2025 / ALSFELD -
Ein besonderer Konzertnachmittag lockte rund 60 Zuhörerinnen und Zuhörer in die Dreifaltigkeitskirche: Nachdem am Vortag die große Ausstellung im Chorraum eröffnet worden war, öffnete sich am Sonntag erstmals das Kirchenschiff für Musik. Der Raum mit seiner eindrucksvollen Akustik erwies sich als perfekte Bühne, um die Klänge des 15. bis 17. Jahrhunderts eindrucksvoll zur Geltung zu bringen.
Von der Barockstadt Fulda seien sie mit ihren Eselskarren beschwerlich angereist, die "Spielfrauen", so flunkerte Heidrun Oswald in ihrer Moderation.
Wie Dr. Ursula Bernbeck vom Kulturtage-Organisationsteam bei ihrer Begrüßung anmerkte, hatten sie "Chart Hits" aus fernen Jahrhunderten im Gepäck – Stücke, die bis heute bekannt sind, darunter "An hellen Tagen", "Belle qui tien ma vie" oder "Tourdion".
Ein Ensemble voller Vielfalt
"Die Spielleute" sind Teil des Vereins Musik und Tanz e.V. Fulda, offen für alle Kulturen und Anregungen. Unter den sechs hier in Alsfeld erstmals aufgetretenen Spielfrauen sind zwei Musiklehrerinnen, die anderen ambitionierte und qualifizierte Freizeit-Musikerinnen.Von Europa ins Kirchenschiff
Die Musikerinnen präsentierten Lieder und Tänze aus ganz Europa – vom späten Mittelalter bis zum Frühbarock. Ihr Konzert bot nicht nur eingängige bis mitreißende Melodien, sondern auch spannende Einblicke: etwa, wie vielfältig Blockflöten in Größe und Bauart klingen können, wie Stimmen in der Kirche zur Geltung kommen – und sogar Wissenswertes über Redewendungen wie "Torschlusspanik haben" oder "Es (zu) bunt treiben".Das Konzert wurde zu einem kurzweiligen und anregenden Musizier-Nachmittag, den die rund 60 Gäste mit großem Applaus belohnten. Zum Dank überreichten die Kulturtage-Vertreter den Fuldaer Spielfrauen Alsfelder Taler – als Wegzehrung oder auch Zahlungsmittel für die Weiterreise. (pm/cb) +++