"Der Weg ist das Ziel"

Nach monatelanger Arbeit: Das ist der neue Früchteteppich von Sargenzell

Ein schönes Motiv aus Natur: Am Freitagabend wurde der neue Früchteteppich von Hünfeld-Sargenzell eröffnet.
Fotos: Rene Kunze/Mia Schmitt

06.09.2025 / HÜNFELD - Ein Kunstwerk mit den Gaben der Natur erschaffen - genau das beschreibt den Früchteteppich in der Alten Kirche von Hünfeld-Sargenzell (Landkreis Fulda). Jedes Jahr bilden zigtausende (vielleicht sogar Millionen) Körner und Samen ein wundervolles Bild. Das Motiv des 37. Früchteteppichs: Der Sturm auf hoher See.



Am Freitag wurde das diesjährige Kunstwerk der Kirche mit geladenen Gästen eröffnet - darunter der ehemalige Bamberger Erzbischof Ludwig Schick, der evangelische Fuldaer Dekan Dr. Thorsten Waap, der Fuldaer Stadtpfarrer Stefan Buß, Hünfelds Bürgermeister Benjamin Tschesnok, Parlamentarischer Staatssekretär und Bundestagsabgeordneter Michael Brand und Vize-Landrat Frederik Schmitt (alle CDU). Ab Samstag hat dann jeder die Chance, die 28 Quadratmeter große Arbeit der freiwilligen Helfer bis zum 9. November zu bewundern. Im vergangenen Jahr besuchten etwa 46.000 Personen die Kirche samt Kunstwerk. Das ist auch in diesem Jahr das Ziel. Manuel Mohr, Vorsitzender des Fördervereins Alte Kirche in Hünfeld-Sargenzell, sagt: "Wir wollen den 1,5 Millionsten Gast in der Sargenzeller Früchteteppich-Geschichte empfangen."

Gemeinschaft und Vertrauen

Doch wie genau funktioniert ein solch aufwendiger Prozess? "Ich fange im April an, starte mit der kleinen Vorlage, dann kommt die große. Mitte Juni fangen wir mit dem Legen an, das dauert dann etwa acht Wochen. Wir können meist nur etappenweise arbeiten, um uns nicht in die Quere zu kommen. So hat eine von uns den Himmel gemacht und ich beispielsweise Jesus", erklärt Heike Richter, die künstlerische Leitung, im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS. Laut Mohr stecken etwa 1.000 Arbeitsstunden in dem Werk. Kein Wunder, denn: "Es handelt sich um rund 70 verschiedene Körner und Früchte, die sortiert werden müssen." Das Besondere: "Hier ist alles Natur, kein Korn ist von uns gefärbt worden." Die Natürlichkeit ist aber nicht nur mit den Augen wahrnehmbar. "Man kommt hier rein und es riecht gut - also alle Sinne werden beim Früchteteppich angesprochen", schwärmt Mohr.

Die Botschaft des ausgewählten Werkes erklärt Richter vom Künstler-Team: "Wir kommen nicht ohne Stürme durchs Leben, aber können voll Vertrauen mit Jesus in einem Boot sitzen." Das Licht in der oberen Ecke steht für die Hoffnung - bald wird die See auch wieder ruhiger. Auch der Vorsitzende des Fördervereins findet das Bild besonders aussagekräftig: "Wir wollen unseren Besuchern eine Botschaft mitgeben. So wird vor allem die Gemeinschaft und das Vertrauen deutlich hervorgehoben", so Mohr. Allgemein steht die Gemeinschaft in einem besonderen Fokus der Beteiligten. So wird das gespendete Geld, das nicht zur Erhaltung der Kirche benötigt wird, an gemeinnützige Organisationen weitergegeben. Die ehrenamtlichen Helfer können also nicht nur stolz auf ihr Werk sein, sondern auch darauf, wen sie damit noch gesellschaftlich Gutes tun.

Nach monatelanger Arbeit ist jetzt das Werk endlich vollendet. Und für die Künstler ist das ein überwältigendes Gefühl: "Es ist einfach erfüllend, das fertige Werk hier liegen zu sehen und ich denke, da können wir auch wirklich stolz sein. Für uns alle geht es vor allem um den Spaß, den Zusammenhalt und allgemein die Freude an der Kunst. So wie es für mich in der Kunst üblich ist, ist der Weg das Ziel." (mis) +++

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