Tag der Kopfschmerzen
Chronische Migräne: Bis zu acht Millionen Menschen in Deutschland betroffen
Am 5. September 2025, wird weltweit der jährliche Tag der Kopfschmerzen begangen. Ziel dieses Aktionstages ist es, die Aufmerksamkeit auf eine der häufigsten gesundheitlichen Beschwerden überhaupt zu lenken, Patientinnen und Patienten zu informieren und das Verständnis für die Lebenssituation der Betroffenen zu fördern.
Symbolfotos: Pixabay
05.09.2025 / REGION -
Am 5. September 2025, wird weltweit der jährliche Tag der Kopfschmerzen begangen. Ziel dieses Aktionstages ist es, die Aufmerksamkeit auf eine der häufigsten gesundheitlichen Beschwerden überhaupt zu lenken, Patientinnen und Patienten zu informieren und das Verständnis für die Lebenssituation der Betroffenen zu fördern.
Kopfschmerzen gehören zu den verbreitetsten Symptomen in der modernen Medizin. In Deutschland berichtet fast jede zweite Person, regelmäßig davon betroffen zu sein. Besonders gravierend ist die Zahl der Menschen mit chronischer Migräne: Schätzungsweise bis zu acht Millionen Betroffene leiden hierzulande darunter. Auch international zeichnet sich ein ähnliches Bild. Nach Daten der Weltgesundheitsorganisation WHO sind mehr als 60 Prozent der Weltbevölkerung im Laufe ihres Lebens von Kopfschmerzen betroffen. Rund vier Prozent der Menschheit geben sogar an, an mindestens 15 Tagen pro Monat unter teilweise erheblichen Beschwerden zu leiden.
Fachleute unterscheiden grundsätzlich zwischen primären und sekundären Kopfschmerzen. Primäre Kopfschmerzen treten als eigenständige Erkrankung auf, während sekundäre Kopfschmerzen ein Symptom anderer Ursachen darstellen, beispielsweise von Infektionen, Kopfverletzungen oder Entzündungen. Zu den primären Kopfschmerzerkrankungen zählen vor allem Spannungskopfschmerzen, Migräne und Clusterkopfschmerzen.
Der Spannungskopfschmerz ist die mit Abstand häufigste Form. Seine genauen Ursachen sind noch nicht abschließend geklärt, doch geht man davon aus, dass Stress, Angststörungen und Depressionen ebenso eine Rolle spielen wie muskuläre Verspannungen oder ein erhöhter Alkoholkonsum. Betroffene beschreiben die Schmerzen in der Regel als dumpf-drückend, oft beidseitig in der Stirn oder über den gesamten Kopf verteilt. Migräneattacken sind demgegenüber deutlich intensiver und halten länger an. In rund 60 Prozent der Fälle betreffen sie nur eine Kopfseite, die Schmerzen werden als stark, pulsierend und bohrend geschildert. Häufig treten sie gemeinsam mit einer ausgeprägten Licht- und Geräuschempfindlichkeit auf, was die Belastung zusätzlich verstärkt. Der Clusterkopfschmerz schließlich gilt als eine der schmerzhaftesten Kopfschmerzformen überhaupt. Er tritt streng einseitig, meist um die Augenhöhle lokalisiert, in periodischen Anfällen auf und ist für die Betroffenen besonders quälend.
Schmerzmedikamente können selbst Kopfschmerzen auslösen
Wenig bekannt ist, dass Kopfschmerzen auch durch Medikamente ausgelöst werden können. Fachleute sprechen in diesem Fall vom medikamenteninduzierten Kopfschmerz. Schätzungen zufolge sind bis zu zehn Prozent aller Kopfschmerzpatientinnen und -patienten davon betroffen. Gerade Menschen mit chronischen Beschwerden sollten deshalb ein Kopfschmerz- und Medikamententagebuch führen, um mögliche Zusammenhänge zu erkennen und rechtzeitig mit ihren behandelnden Ärztinnen und Ärzten besprechen zu können.
Grundsätzlich gilt: Kopfschmerzen sollten medizinisch abgeklärt werden, da in vielen Fällen ein multimodales und interprofessionelles Therapiekonzept erforderlich ist. Besonders wichtig ist jedoch das Bewusstsein dafür, wann eine sofortige ärztliche Untersuchung notwendig wird. Treten plötzlich die stärksten je erlebten Kopfschmerzen auf, die Betroffene häufig als "Vernichtungsschmerz" beschreiben, muss umgehend gehandelt werden. Gleiches gilt für Kopfschmerzen in Verbindung mit Fieber und Bewusstseinsstörungen. Auch wenn Kopfschmerzen gemeinsam mit neurologischen Symptomen wie Sprachstörungen oder einer Schwäche beim Armheben auftreten, sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden. In solchen Fällen muss immer auch ein Schlaganfall in Betracht gezogen werden.
Der Tag der Kopfschmerzen soll daher nicht nur das Bewusstsein für die enorme Verbreitung dieser Symptomatik schärfen, sondern auch daran erinnern, wie wichtig Aufklärung, Prävention und eine frühzeitige medizinische Abklärung sind. (Adrian Böhm) +++