2. Betreuungsdienst-Symposium des DRK Hessen
Heimatschutzminister Poseck: "Bevölkerungsschutz ist Gemeinschaftsaufgabe"
Foto: HMdI
29.08.2025 / BAD WILDUNGEN -
Heimatschutzminister Roman Poseck und Innenstaatssekretär Martin Rößler haben das 2. Betreuungsdienst-Symposium des Landesverbands des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Hessen in Bad Wildungen besucht. Auf der vom DRK organisierten Fachtagung diskutierten rund 350 Führungskräfte sowie Expertinnen und Experten aus dem Bevölkerungsschutz aus ganz Deutschland unter dem Thema "Stürmische Zeiten" aktuelle Herausforderungen im Bereich der zivilen Verteidigung und des Zivilschutzes sowie sich aus dem Klimawandel ergebende Anforderungen. Der Betreuungsdienst ist für die Bereitstellung nichtmedizinischer Hilfeleistungen (Unterbringung, Verpflegung, Betreuung, Erfassung von Betroffenen, Auskunftsdienst) für Menschen zuständig, die von einer Katastrophe, einem Großschadensfall oder Kriegshandlungen betroffen sind. Zusätzlich wird er für die Versorgung von Helferinnen und Helfern mit Verpflegung, Ruhezonen oder psychosozialer Unterstützung bei langen Einsätzen eingesetzt.
Auf die geänderte Bedrohungslage muss sich der Bevölkerungsschutz einstellen und entsprechend aufstellen. Wir haben in Hessen auf diesem Gebiet viel gemacht und in den vergangenen Jahren mehr als 100 Millionen Euro in die Ausstattung und technische Modernisierung des Katastrophenschutzes investiert. Mit dieser Ausstattungsoffensive haben wir die Zahl der Landesfahrzeuge im Katastrophenschutz seit 2008 von knapp 280 auf rund 900 mehr als verdreifacht. Davon sind mehr als 26 Millionen Euro in die Ausstattung der Sanitäts- und Betreuungszüge sowie mehr als 2,5 Millionen Euro in die Ausstattung der Wasserrettungseinheiten bei den, weißen Einheiten‘ geflossen.
Dass wir im Notfall so gut vorbereitet sind, verdanken wir auch dem DRK Hessen. Das DRK Hessen ist mit seinen mehr als 4.000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern eine tragende Säule im hessischen Katastrophenschutz. Dass ein ehrenamtliches Team diese bundesweit herausstechende Fachtagung organisiert, ist ein weiterer Beweis dafür, wie ernst den Ehrenamtlichen ihr Engagement ist und wozu sie in der Lage sind. Mit der Veranstaltung sorgt das DRK Hessen nicht nur für eine Vernetzung Ehrenamtlicher und einen fruchtbaren Austausch über aktuelle fachliche Entwicklungen, sondern trägt auch dazu bei, den Betreuungsdienst als Aufgabe im Zivil- und Katastrophenschutz zu stärken und sichtbarer zu machen. Dafür danke ich allen Beteiligten und dem Präsidenten des DRK Hessen, Norbert Södler, von Herzen. Mein Dank gilt insbesondere allen Frauen und Männern, die sich beim DRK ehrenamtlich als Helferinnen und Helfern im hessischen Katastrophenschutz einbringen. Vor kurzem war das DRK auch an der vierzehntägigen EU-Mission, dem Pre-Postioning, in der französischen Region Bordeaux beteiligt. Der Einsatz war für alle Beteiligten eine Win-Win-Situation. Die Ehrenamtlichen des DRKs tragen wesentlich zu unserem gut aufgebauten Hilfeleistungssystem bei. Auch künftig werden wir das DRK Hessen finanziell unterstützen, damit die Helferinnen und Helfer weiterhin möglichst optimale Rahmenbedingungen haben."
Bevölkerungsschutz ist gesamtstaatliche und gesamtgesellschaftliche Aufgabe
Heimatschutzminister Roman Poseck mahnte des Weiteren an, dass die Zeitenwende auch im Bevölkerungsschutz umgesetzt werden müsse: "Auch der Bund muss seine Anstrengungen nochmals verstärken, und zum Beispiel das erst zu lediglich etwas über zwei Drittel umgesetzte Ausstattungskonzept für die Ausstattung im Zivilschutz vollständig erfüllen. Das bedeutet auch, dass zeitnah Mobile Betreuungsreserven für den Zivilschutz aufgebaut werden müssen. Übergeordnet hat sich Hessen zum Beispiel im Rahmen der Innenministerkonferenz seit Jahren dafür stark gemacht, dass die Bundesregierung die entsprechenden Mittel bereitstellt, um notwendige Strukturen im Zivil- und Katastrophenschutz und der zivilen Verteidigung wieder aufzubauen. Mit den geschaffenen Sondervermögen sollten nun für diese Aufgaben auch die finanziellen Grundlagen gelegt sein. Bevölkerungsschutz ist eine gesamtstaatliche und gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Hier müssen wir alle zusammenwirken."Umfassende Unterstützung hessischer Hilfsorganisationen im Katastrophenschutz
Als wichtige Partner im Katastrophenschutz setzt das Land Hessen auf eine kontinuierliche, finanzielle Unterstützung der Hilfsorganisationen. Wie in den Jahren zuvor wurden den Landesverbänden der Hilfsorganisationen im Jahr 2025 Zuwendungen zur Durchführung der Landesausbildung im Katastrophenschutz an organisationseigenen Schulen, für die Persönliche Ausstattung der Helferinnen und Helfer der Katastrophenschutzeinheiten, für die Verwaltungskosten im Katastrophenschutz sowie Mittel für die Durchführung kleinerer Baumaßnahmen und Ausrüstungsgegenstände gewährt, und zwar insgesamt in Höhe von rund 660.000 Euro. Hinzu kommen weitere Unterstützungsleistungen wie Unterhaltungspauschalen für die landeseigenen Fahrzeuge bei den Hilfsorganisationen und Haushaltsmittel für die Wartung und Instandhaltung der landeseigenen Fahrzeuge.Bei seinen Beschaffungsmaßnahmen hat das Land stets die sich verändernden Einsatzlagen und Aufgabengebiete im Blick; aktuell liegt der Fokus einmal mehr auf dem Sanitäts- und Betreuungsdienst. (pm/nk) +++