Sitzung im Stadtschloss
Digitale Souveränität, Straßenumbenennung und Co. - Ausschuss tagt
Fotos: Julia Schuchardt
29.08.2025 / FULDA -
Am Donnerstagabend tagte der Ausschuss für Digitalisierung, Wirtschaft und Verkehr der Stadtverordnetenversammlung im Kurfürstenzimmer des Fuldaer Stadtschlosses. Um 18 Uhr ging es los - und rund 45 Minuten später war die Sitzung auch schon wieder beendet. Brandheiße Neuigkeiten gibt es derweil nicht - zum Schmunzeln brachte aber besonders ein Antrag.
Auf dem Programm standen diese vier Punkte: digitale Souveränität in der Stadtverwaltung ("Bündnis 90/Die Grünen"), Schutz der Markenbezeichnung "Fulda Reifen" und Erhalt des Produktionsstandortes (AfD-Fraktion), Umbenennung der Berliner Straße in "Kräppelstraße" (Stadtverordnete Ute Riebold: "Die Partei") und Verbesserung der Beleuchtungssituation in Johannesberg (CDU-Fraktion).
Digitale Unabhängigkeit: Halten wir mit den Großen mit?
Nachdem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Ausschusses Platz genommen haben, erklärte Vorsitzender Helge Mühr die Sitzung für eröffnet. Gestartet wurde mit dem ersten Tagesordnungspunkt: digitale Souveränität in der Stadtverwaltung ("Bündnis 90/Die Grünen"). "Das ist ein Thema, dessen wir uns schon länger widmen", so Marco Herbert, Leiter des Hauptamtes. Er erklärt, dass eine gewisse Unabhängigkeit von außereuropäischen Anbietern - wie etwa in Amerika - derzeit weder wirtschaftlich noch technisch wirklich realisierbar sei. Einzelmaßnahmen zur Stärkung von einer digitalen Eigenständigkeit bleiben auf ausgewählte Anwendungsbereiche beschränkt und erfordern eine sorgfältige Abwägung zwischen Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Nutzerakzeptanz.Antrag: Erhalt des Produktionsstandortes von "Fulda Reifen"
Weiter ging es mit dem zweiten Programmpunkt: Schutz der Markenbezeichnung "Fulda Reifen" und Erhalt des Produktionsstandorts (AfD-Fraktion). Dieser wurde bereits Anfang Februar dieses Jahres gestellt. "Uns schmerzt es, dass die Produktion hier in der Domstadt eingestellt werden muss. Gespräche gab es zwar, aber leider konnten wir nur eine vermittelnde Rolle einnehmen", so Stadtbaurat Daniel Schreiner. Er betonte dennoch, dass sowohl die Stadt als auch der Landkreis ein erhebliches Interesse daran habe, die Arbeitsplätze und das industrielle Erbe zu bewahren. Der Antrag wurde als erledigt betrachtet - die Mehrheit stimmte dagegen."Kräppelstraße" statt Berliner Straße?
Zum Schluss gab es noch Zeit für sonstige Diskussionsthemen - nach knapp 45 Minuten wurde die Sitzung dann beendet. (js)+++