Eröffnung auf der Wasserkuppe

"Para-waiting statt Paragliding": Wetter verhindert Start vom Weltcup-Finale

Am Donnerstagmorgen wurde das Weltcup-Finale des Paraglidings eröffnet - mit erschwerten Wetterbedingungen.
Fotos: Mia Schmitt/Carina Jirsch

29.08.2025 / GERSFELD (RHÖN) - Getrübte Sicht bei Nebel und Regen - so haben sich die Beteiligten des Paragliding-Weltcup-Finales ihren Auftakt sicherlich nicht vorgestellt. Demnach lautet das Motto "Para-waiting statt Paragliding". "Para-waiting gehört einfach dazu. Bei den Wetterbedingungen ist es für uns nicht möglich zu fliegen", schildert Linus Schubert, zweifacher deutscher Meister und einer der Hoffnungsträger für Deutschland.



Am Donnerstagnachmittag soll - anders als zuerst geplant - die Auslosung der Startreihenfolge und der erste Flug stattfinden. Somit fällt der Start am Morgen wortwörtlich in Wasser. "Wetterbedingt fliegen wir immer morgens und abends, da wir mittags zu starke Turbulenzen erwarten. Das heißt, man sieht uns zwischen 7 und 11 Uhr morgens sowie nachmittags ab 16 Uhr. In den nächsten Tagen starten wir vermutlich an der Weiherkuppe, oberhalb von Abtsroda (Gemeinde Poppenhausen)", so Andreas Schubert, Organisator des Weltcup-Finales auf der Wasserkuppe und Betreiber der Fliegerschule.

Fünf Piloten aus Deutschland

Bis voraussichtlich Samstag verwandelt sich die Wasserkuppe in der Gemeinde Gersfeld (Landkreis Fulda) zum Paragliding Hotspot. Hier kämpfen 80 Teilnehmer aus 28 Ländern in acht Runden um den Titel des Weltmeisters. "Wir haben eine digitale Scheibe mit einem Durchmesser von 30 Zentimetern, die zielgenau getroffen werden muss. Ab der sechsten Runde wird das Ziel immer kleiner. Am Ende, in der achten Runde, treten dann die besten 20 an. Alle 50 bis 60 Sekunden kann man eine Landung miterleben", erklärt Schubert gegenüber OSTHESSEN|NEWS. Sollte das Wetter mitspielen, steht bereits am Samstag der Weltcup-Sieger und der beste Deutsche fest. Sonntag stellt den Ausweichtag dar.

Mit vier Piloten startet Deutschland in das Finale. Dazu gehören Leon Grob, Moritz Schulz sowie die beiden Söhne von Andreas Schubert, Lennard und Linus. Vater Schubert gewann die zweite Hessen-Meisterschaft, genauso erfolgreich sind auch seine Söhne. So belegen Linus und Lennard den zweiten und den vierten Platz der Weltrangliste.

Schubert-Bruder auf dem Treppchen?

"Durch meinen Vater hatte ich schon früh Kontakt zum Sport und bin damit aufgewachsen", so der zweifache deutsche Meister Linus. "Ich bin natürlich aufgeregt, auch die deutsche Meisterschaft letzte Woche war ein relativ großes Ereignis. Da versuche ich natürlich an meine Leistungen anzuknüpfen", so der 17-Jährige im Gespräch mit O|N. Trotz des erfolgreichen Werdegangs, hat der jüngere Schubert Respekt vor seinen Gegnern. "Auf jeden Fall ist der Weltmeister Yang Chen eine starke Konkurrenz, aber auch das Team aus dem Kosovo und den Slowenen Matjaz Sluga sollte man nicht unterschätzen - und natürlich mein Bruder", schildert er.

"Es wird einer harter Wertkampf, aber ich versuche nicht auf die anderen zu schauen und bei mir zu bleiben. Natürlich ist der erste Platz mein Traum. Man darf groß träumen und dann schauen wir mal, wie es ausgeht", sagt der 17-Jährige. Sein Bruder Lennard startet positiv und voller Respekt in das Finale. "Der aktuell beste Pilot ist der Chinese Yang Cheng, der auf jeden Fall sehr gute Titelchancen hat." Darin sieht der 20-Jährige aber kein Problem, denn: "Das ist auch immer eine Möglichkeit von den besten zu lernen." Auch er gibt eine Prognose zu seiner möglichen Platzierung ab. "Unter den Top fünf zu landen, wäre super. Das Podium zu erreichen, wäre natürlich nochmal besser", lacht er.

"Man muss das Wetter akzeptieren und sich daran anpassen"

Zur Eröffnung veranstaltete Andreas Schubert eine Art Talkshow mit einigen Piloten. Weltmeister Yang Cheng sieht in der Wasserkuppe ein Paradies fürs Paragliding und freut sich darauf, mit den anderen zu starten. Andy Shaw aus London wird als "Living Legend" vorgestellt und lobt die Arbeit von Organisator Schubert. Gegenüber O|N sagt er: "Ich war 2004 die Nummer eins der Weltrangliste. Beim Fliegen kann ich, umgeben von Vögeln, einer von ihnen und einfach frei sein." Zum fluguntauglichen Wetter sagt er: "Man muss das Wetter akzeptieren und sich daran anpassen." Darin bestehe schließlich die Herausforderung des Paraglidings.

Shakira aus Malaysia, eine der zehn Juroren, antwortet im Interview mit Organisator Schubert: "Es fühlt sich an, als würde ich hierhergehören." Auch der spanische Pilot Victor Rodrigez Santa Maria fühlt sich geehrt und wünscht allen viel Glück. Für Matjaz Sluga aus Slowenien ist es eine Ehre, mit so vielen jungen Piloten zu fliegen. "Ich glaube, ich kann viel von euch lernen." Die Pilotin Oyumaa aus der Mongolai ist zum ersten Mal in Deutschland und lobt die Sicht beim Fliegen. Einer der deutschen Hoffnungsträger Linus Schubert beendete den Talk mit den Piloten: "Ich bin dankbar, mit so vielen verschiedenen Personen fliegen zu können und freue mich auf den Wettbewerb."

Auch Michael Brand, Mitglied des Deutschen Bundestags, die künftige Bürgermeisterin von Poppenhausen Alexandra Ballweg und Noch-Bürgermeister von Poppenhausen Manfred Helfrich richteten Grußworte an die Piloten, wünschten viel Erfolg und bedankten sich ebenfalls für die Organisation.

Um 16 Uhr soll es dann offiziell mit dem Weltcup-Finale losgehen. O|N wünscht allen Teilnehmern viel Erfolg und hofft auf verbesserte Wetterbedingungen, damit es heißt: "Paragliding statt Para-waiting". (Mia Schmitt) +++

X