Stolz: "Das wird einzigartig"

"Foll klingt voll": 900 Blasmusiker musizieren gemeinsam vor dem Domplatz

Heiko Stolz, Vorsitzender des Verbandes und Bürgermeister von Neuhof.
Archivfoto: Carina Jirsch

22.08.2025 / FULDA - Die Domstadt wird zur Hauptstadt der Blasmusik: Der Kreis- und Stadtmusikverband Fulda feiert am Samstag, 30. August, sein 45-jähriges Bestehen mit einem Großereignis unter dem Motto "Foll klingt voll". Straßen, Plätze und der Domplatz verwandeln sich in eine einzige Bühne.



Über 900 Musikerinnen und Musiker aus der Region sind dabei - ein Fest, das für Heiko Stolz, Vorsitzender des Verbandes und Bürgermeister von Neuhof, eine ganz besondere Bedeutung hat: "Es ist eigentlich das nachgeholte 40-Jährige. Die gleiche Veranstaltung stand eigentlich schon, aber dann kam Corona. Das wird einzigartig!"

Platzkonzerte, Sternmarsch und Massenchor

Schon am Vormittag gibt es Musik satt: "Samstagmorgen beginnen wir mit Platzkonzerten auf neun verschiedenen Bühnen. 30 Musikvereine werden an dem Vormittag zu hören sein. Von 10 bis 15 Uhr gibt es überall Musik", sagt Stolz. Am Nachmittag folgt das große Highlight: der Sternmarsch. "Von vier verschiedenen Punkten aus marschieren die 30 Musikvereine koordiniert mit Marschmusik auf den Domplatz. Dort wird es dann Grußworte geben - unter anderem von Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld und dem Landkreis. Im Anschluss wird es einen Massenchor geben, bei dem rund 900 Musiker zusammen musizieren."

Für Stolz ist dieses Bild mehr als ein Konzert: "Es kommen hunderte Musiker zusammen - wir sind sehr eng vernetzt miteinander. Das ist ein Zeichen für die Gesellschaft: Die Musik im Landkreis lebt. Und: Es ist auch ein Statement für das Ehrenamt." Auch sein Stellvertreter Leander Eismann blickt zuversichtlich auf das Jubiläum: "Das grobe Gerüst steht. Das Konzept steht auch. 95 Prozent sind gesichert - die letzten 5 Prozent haben wir jetzt noch vor uns."

Musik als Lebensgefühl

Stolz ist selbst seit Jahrzehnten Musiker: "Die Musik wurde uns in die Wiege gelegt. Seit dem siebten Lebensjahr mache ich Musik - also weit über 40 Jahre. Als Musiker lernt man die Musik zu schätzen. Ich bin damit aufgewachsen, da ist einfach eine Leidenschaft entstanden. Das Schönste ist der Applaus - irgendwann lernt man auch andere Menschen zu begeistern."

Auch Eismann verbindet eine lange Geschichte mit der Blasmusik: "Meine Beweggründe sind diejenigen, dass ich mit der Musik groß geworden bin. Bei mir sind es nächstes Jahr schon 50 Jahre, in denen ich Musik mache."

Ehrenamt als Rückgrat

Hinter dem Verband steckt viel freiwilliges Engagement. "Das Ehrenamt ist für mich etwas sehr Wichtiges. In allen Vereinen ist es so, dass Ehrenamt die Lebensqualität allgemein ausmacht", betont Stolz. Gleichzeitig sieht er eine Veränderung: "Es gibt immer weniger, die sich dafür begeistern lassen. Je höher der Wohlstand einer Gesellschaft ist, umso höher ist auch die Egozentrik. Wenn wir gucken, wo wir die letzten 80 Jahre in Deutschland herkommen - da haben die Menschen noch gemerkt, dass man nur zusammen kann."

Trotzdem blickt er optimistisch nach vorn: "Wir haben viele Vereine, in denen sich junge Vorstände formieren, die genau das richtige Gefühl gefasst haben: Dass es Spaß macht, den Menschen etwas zurückzugeben. Das ist sehr wichtig."

Nachwuchs im Blick

Die Nachwuchsfrage ist eine der größten Herausforderungen. Stolz schildert die Entwicklung nach der Pandemie: "Nach Corona hat sich das Feld gelichtet. Bei uns mussten einige Vereine aufgeben. In unserem Fall waren es aber eher Einzelfälle - hessenweit sieht das nochmal ganz anders aus."

Eismann ergänzt: "Wir werden als Verband versuchen, den Nachwuchs zu unterstützen. Es gibt Konzepte, die wir den Vereinen mit an die Hand geben. Bei den Jugendlichen muss schon früh der erste Grundstein gelegt werden."

Vorfreude auf das Jubiläum

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. "Die Koordination im Vorfeld war sehr aufwändig. Ohne die Stadt Fulda hätten wir das nicht geschafft - dafür einen riesigen Dank. Es sind so viele Dinge einzuplanen", so Neuhofs Bürgermeister.

Trotz aller Arbeit überwiegt die Freude: "Wir freuen uns riesig, trotz des riesigen Aufwands. Ich darf die 900 Musiker koordinieren." Momentan seien die Tage sehr ausgefüllt - aber das gehöre dazu. "Ich bin sehr gespannt und aufgeregt", ergänzt der Musiker aus Leidenschaft. Auch für das Publikum wird es ein unvergesslicher Tag - und das kostenlos. Der Eintritt ist frei. Wenn 900 Musiker gemeinsam auf dem Domplatz spielen, dürfte das Motto "Foll klingt voll" in jeder Note Wirklichkeit werden, ist sich Stolz sicher. (Constantin von Butler) +++

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