Bewältigung des Alptraums
"Fuldaer Hilfe" berät und unterstützt Opfer von Straftaten und begleitet Zeugen
Fotos: Rene Kunze
26.08.2025 / FULDA -
Es ist eine grässliche Vorstellung: Man wird Opfer einer Straftat, leidet heftig unter dieser traumatischen Erfahrung und muss dann noch als Zeuge vor Gericht aussagen. Dabei sitzt der Täter, der einen bis in die Alpträume verfolgt, keinen halben Meter entfernt auf der Anklagebank. In einer solchen Stresssituation gibt es zum Glück die Möglichkeit, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die "Fuldaer Hilfe - Opfer und Zeugenberatung", die seit 2018 im Zentrum Vital im Gerloser Weg zu finden ist, begleitet die Betroffenen bei diesem schweren Gang, berät und unterstützt sie aber auch außerhalb des Gerichts.
Zahlreiche Symptome - von Schlafstörung bis Panikattacken
Die beiden Berater Petra Hohmann und Carsten Fischer kennen die Vielzahl von Symptomen, unter denen Verbrechensopfer häufig leiden. Ihr Leben ist durch die Tat komplett aus den Fugen geraten, sie müssen sich mit Konzentrations- und Schlafstörungen, diffusen Schmerzen oder Panikattacken herumschlagen und können oft ihren Alltag nicht mehr bewältigen. Hier setzt das niedrigschwellige Angebot der Fuldaer Hilfe an. Schon bei der Anzeigeerstattung bei der Polizei wird auf diese Hilfsmöglichkeit aufmerksam gemacht und auch der schriftlichen Ladung, als Zeuge vor Gericht zu erscheinen, liegt ein Flyer der Hilfsinstitution bei und kann so der Rettungsanker in einer angstbesetzten Situation sein.
In Hessen gibt es acht solcher Beratungsstellen, die auf Initiative des Justizministeriums installiert wurden und auch überwiegend aus Landesmitteln finanziert werden. Die Fuldaer Hilfe ist aber auch auf Spenden und Bußgelder aus Gerichtsverfahren angewiesen, um diese wichtige Arbeit für die Opfer leisten zu können. (ci)+++