In diesem Jahr hohe Erträge

Das optimale Wetter: Was wünschen sich die Landwirte für ihre Ernte?

Für den Landwirt Martin Engel und Sohn Marc von der Engel GbR ist Erntezeit angesagt: Doch wie spielt das Wetter mit? OSTHESSEN|NEWS hat nachgefragt.
Foto: Vincent Engel

20.08.2025 / REGION - Nicht alle sind mit dem wechselnden Wetter der letzten Tage und Wochen zufrieden, doch für eine Berufsgruppe ist der Mix aus Sonne und Regen ein wahr gewordener Traum: die Landwirte. "Aktuell können wir von einer durchaus überdurchschnittlichen Ernte im Landkreis sprechen", antwortet Thomas Schneider, Mitglied der Kreisbauernverband Fulda-Hünfeld auf OSTHESSEN|NEWS-Anfrage.



Die Mischung aus dem bekannten Sonne-Regen-Wetter trifft bei Martin Engel, Landwirt aus Fulda-Niederrode auf Zufriedenheit: "Dieses Jahr ist die Ernte definitiv besser als das Jahr zuvor. Mit dem Wetter-Mix werfen sowohl der Weizen als auch Raps und Gerste sehr gute Erträge ab." Engel spricht von einem Gesamtertrag von 65 bis 110 Doppelzentnern bei Getreide, das heißt von 6,5 bis 11 Tonnen. Schneider stimmt zu: "Zur Getreideernte waren es dieses Jahr gute Bedingungen. Die Ernte konnte im Zuge der aktuellen Wetterlage ohne Unterbrechungen durchgeführt werden." Eine Sache trübt allerdings die Stimmung der Landwirte: "Die Preise sind leider wegen der weltweiten Bedingungen im Keller", so Engel.

Apfelernte startet im September

"Obst habe ich selbst nicht, aber ich kann mir vorstellen, dass die Apfelernte ganz gut läuft", vermutet Engel. Diese Vermutung bestätigt Christoph Jestädt, Geschäftsführer von "Wiesenkiez": "Unsere Bäume hängen voll mit Äpfeln, es sieht sehr gut für uns aus." Mit den Früchten der Streuobstwiese werden unter anderem die Schorlen von "Wiesenkiez" und die Weinschorlen von "Lieber Schorli" zubereitet. "Die Ernte geht für uns erst im September los. Dennoch haben wir einige Frühsorten, die wir vorab ernten und beispielsweise an 'die Tafel' geben. Wir haben über 100 Apfelsorten auf unserer Steuobstwiese, somit gibt es auch verschiedene Erntezeiten", erklärt Jestädt.

Auch für den Mais gibt Engel erste Prognosen ab: "Für den Mais ist - auf guten Böden - mit hohen Erträgen zu rechnen." Einen guten Boden erklärt der Landwirt wie folgt: "Ein solcher Boden zeichnet sich dadurch aus, dass der Wasser speichern kann. So können die Pflanzen eher Nährstoffe aufnehmen. Das kann beispielsweise bei Gerste, Roggen, Raps und Weizen entscheidend sein." Auch Schneider macht klar: "Unterschiede in der Ernte können je nach Lage der Ackerfläche gegeben sein."

"Im Idealfall sollte der nächste Regen nicht allzu lange auf sich warten lassen"

Doch wie sollte es mit dem Wetter für die Drei weitergehen? "Im Idealfall sollte der nächste Regen nicht allzu lange auf sich warten lassen. Insgesamt ist ein guter Wechsel aus Niederschlag und Sonne in die Landwirtschaft zu begrüßen", so das Mitglied des Kreisbauernverbands. "In erster Linie müssen wir das Wetter nehmen, wie es kommt. Aber natürlich ist ein gutes Verhältnis zwischen Sonne und Regen von Vorteil", so Engel. Auch für die Apfelernte ist eine Mischung das Beste. "Im letzten Jahr war unsere Ernte ein Totalausfall, da ist uns die Blüte erfroren. Der Mix aus Sonne und Regen wäre optimal für unsere Bäume", so Jestädt im Gespräch mit O|N.

Oft äußern sich Landwirte negativ dem Wetter gegenüber, doch das hat einen guten Grund. "Wetter und Landwirtschaft sind untrennbar miteinander verbunden", antwortet Schneider im Namen des Kreisbauernverbands. "Die natürlichen Bedingungen stellen sowohl Chancen als auch Risiken dar und beeinflussen die Arbeit unmittelbar. Heute stehen landwirtschaftliche Betriebe vor neuen Herausforderungen und versuchen durch gezielte Anpassungen und Technologieeinsatz auf Wetter- und Klimarisiken zu reagieren." (Mia Schmitt) +++

X