Schlosstheater, Karl und Jerusalemplatz

Jede Menge Zukunftspläne - CDU beschließt Begehungen mit der Innenstadt

Beim Start des CDU-Rundgangs vor dem Fuldaer Schlosstheater, rechts OB Heiko Wingenfeld
Fotos: Hendrik Urbin

17.08.2025 / FULDA - Bei bestem Wetter und mit großem Andrang hat am Freitagabend die sechste, und damit letzte, CDU-Begehung stattgefunden. Das Thema: Die Fuldaer Innenstadt. Gestartet wurde am Schlosstheater, ein Ende fand die letzte Sommertour in diesem Jahr etwas außerhalb am beliebten Pier36 am Aueweiher. Mit dabei waren viele bekannte Gesichter der Union, unter anderem Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld, Bürgermeister Dag Wehner oder auch Landtagsabgeordneter Thomas Hering.


Mehr Menschen als erwartet folgten dem Aufruf, um die vielseitigen Entwicklungen in der Innenstadt zu erkunden: Auf dem Programm standen das Schlosstheater mit dem Musicalsommer, die Neugestaltung des Jerusalemplatzes, das Karl‑Kaufhaus - und nicht zuletzt die Gastronomie rund um den Aueweiher.

Erster Stopp: Schlosstheater & Musicalsommer - Kultur als Herzstück der Innenstadt

Gleich zu Beginn wurde klar: Die Fuldaer Innenstadt ist mehr als nur Einkaufszone - sie ist Bühne, Begegnungsort und Kulturraum. Das zeigt bereits der Start vor dem Schlosstheater am Stadtschloss im Herzen der Domstadt. Denn hier schlägt das kulturelle Herz aktuell höher: Der Musicalsommer läuft auf Hochtouren. Vor dem Theater sprach Peter Scholz von Spotlight Musicals über die Entwicklung des Musicals: Rückblickend auf Jahrzehnte, Engagement bis an gesundheitliche Grenzen, bis hin zur jüngsten Inszenierung von Robin Hood, die laut Scholz Besucher aus nah und fern anzieht. "Nach vielen Jahren hat es auch Julia Klöckner sogar zu uns geschafft, um die Premiere zu feiern - sie musste wohl erst Präsidentin des Bundestages werden", scherzt Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld.

Doch die Fuldaer Inszenierungen sind keine Erfolge, die einfach vom Himmel fallen. Peter Scholz berichtete von jahrelangem Ringen um Details - sogar für einen einfachen Käsekuchen im Gastronomiebereich habe er über ein Jahrzehnt lang gekämpft. Die Grundfrage dabei lautete immer: "Was will der Kunde?" Denn: Das Publikum verändere sich stetig - und damit auch die Ansprüche an Theater, Technik, Komfort und Atmosphäre. Daher sei der Austausch und die Unterstützung durch die Stadt von allerhöchster Wichtigkeit. Während andere Theater pandemiebedingt beispielsweise lange pausieren mussten, habe man in Fulda die Gelegenheit genutzt, das Haus während der Corona-Zeit smart zu renovieren - auf den Tag genau fertig, ohne eine Aufführung zu verpassen.

Oberbürgermeister Wingenfeld lobte das Engagement der Musicalmacher: "Der Musicalsommer ist über Jahre hinweg mit viel Leidenschaft, harter Arbeit und einem tiefen Vertrauen in die Unterstützung der städtischen Gremien gewachsen. Wir als Stadt können den Rahmen bieten - den kreativen Geist bringt Spotlight mit." Die Verbindung von Kultur, Tourismus und Wirtschaft sei ein klarer Standortvorteil. Besonders mit Blick auf das 20-jährige Jubiläum im Jahr 2024, das ein voller Erfolg war, wolle man diese Erfolgsgeschichte weiterschreiben - inklusive neuer Formate wie der geplanten Produktion von "Der Schimmelreiter", für die bereits 7.000 Karten verkauft wurden.

Ein Bürger brachte im Anschluss eine kritische, aber konstruktive Anregung ein: Für Menschen mit Einschränkungen, die eine Begleitperson benötigen, müsse es bessere Ticketregelungen geben. Die Veranstalter kündigten an, sich der Sache anzunehmen.

Zweiter Stopp: Jerusalemplatz - Ein Ort der Erinnerung und Begegnung im Wandel

Am Jerusalemplatz informierte Stadtbaurat Daniel Schreiner über die geplante Umgestaltung der Gedenkstätte der jüdischen Gemeinde. Fulda habe mit der beräumten, bisher ungenutzten Fläche eine historische Verantwortung, so Schreiner. Diese solle künftig als Gedenkort für die jüdische Geschichte der Stadt gestaltet werden - zugänglich, barrierefrei und würdevoll. Wann der Umbau abgeschlossen sein wird, interessiert einige Bürger. "Wir fangen jetzt an", entgegnet der Stadtbaurat.

Geplant ist ein öffentlicher Ort der Stille und des Gedenkens. Symbolisches Herzstück des neuen Jerusalemplatzes wird ein "Buchstabenzaun", der aus einzelnen Lettern besteht, die eine Botschaft aus dem Psalm 23 tragen - auf Deutsch, bewusst nicht auf Hebräisch. Der Zaun trage zur Einfriedung des jüdischen Friedhofes bei. "Die Psalmen allein verbinden Judentum und Christentum - das ist ein wichtiges Zeichen des Miteinanders", betonte Schreiner. Auch ein Gedenkstein wird die Geschichte des Ortes sichtbar machen.

Ein Bürger stellte die Frage, ob man künftig das Gelände auch betreten dürfe. "Theoretisch ja - man kann auf die Wiese treten", antwortete Schreiner. "Es ist aber immer noch ein Ort des Gedenkens, kein Park für Picknick oder Ballspiel." Trotzdem sei eine ganztägige Begehbarkeit vorgesehen - als stiller, würdevoller Teil des Innenstadtraums.

Dritter Stopp: Kaufhaus Karl - Innenstadtbelebung

Ein Herzstück der Tour war das traditionsreiche Kaufhaus Karl. Die Stadt Fulda hat das Objekt in zentraler Lage erworben - nicht, um es abzureißen, sondern um es gezielt weiterzuentwickeln. Im Inneren gaben Dr. Heiko Wingenfeld, Hans-Dieter Alt, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU Fulda, und Tourismus-Manager Dominik Höhl spannende Einblicke in die Pläne: Die geplante zahnmedizinische Klinik soll in die oberste Etage einziehen, flankiert von Bildungs-, Kultur- und Ausstellungsflächen.

Aktuell befindet sich in der untersten Etage des Karl eine besondere Ausstellung, die bei der Begehung betrachtet wurde. "Wir wollen die Entstehung Hessens - auch als 'künstliches Konstrukt' der Amerikaner nach dem Zweiten Weltkrieg - anschaulich erzählen und für ein breites Publikum zugänglich machen." Das sei auch hinsichtlich des Hessentages 2026 in der Barockstadt wichtig. Dominik Höhl lobte die zentrale Lage des Kaufhauses: "Für eine große Landesausstellung ist die Anbindung ideal - Parkplätze, Strom, Wasser, Infrastruktur sind bereits vorhanden." Für den anstehenden Hessentag ist viel rund um das Karl geplant. "Damals kamen die Leute zum Winterschlussverkauf - vielleicht schaffen wir ähnliche Erinnerungsmomente mit solch hohem Andrang nächstes Jahr neu", so Hans-Dieter Alt.

Brandneu ist außerdem KAF im Karl – Kinder-Angebot Fulda, das mit niedrigschwelligen Angeboten für zwei Euro ein spielerisches Bildungs- und Freizeitprogramm bietet. Erst am Freitagmorgen fand die Eröffnung statt (wir berichteten). "Auch dieser Ort soll dazu beitragen, den Menschen im Herzen der Stadt kulturellen Raum zu geben - vor allem Familien", so Dominik Höhl.

Abschluss am Aueweiher

Am Pier36 fand die CDU-Stadtteilbegehung am Freitagabend nach rund eineinhalb Stunden ihren gemütlichen Abschluss für diejenigen, die wollten. Hier wurde die Gastronomie nicht nur besprochen, sondern in gemütlicher Runde bei einem prächtigen Sonnenuntergang getestet.

Die sechste CDU-Begehung war also nicht nur Abschluss, sondern auch Höhepunkt einer Veranstaltungsreihe, die den Dialog mit der Bevölkerung suchte - und fand. Viele konkrete Rückfragen und ein reger Austausch zeigten: Die Fuldaer interessieren sich für ihre Stadt - und die Stadt zeigt, dass sie zuhört. (ems) +++

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