Synergien nutzen

Richtfest beim Stadt- und Kreisarchiv: Die Bedeutung von Originalen in KI-Zeiten

Das Gebäude, indem künftig das Stadt- und Kreisarchiv in Bad Hersfeld eingerichtet
Fotos: André Söllner

14.08.2025 / BAD HERSFELD - Das Gebäude für das künftige Stadt- und Kreisarchiv in Bad Hersfeld wächst in die Höhe. Nur gut fünf Monate nach der Grundsteinlegung konnten die Vertreter von Stadt und Landkreis sowie dem Planungsbüro und Baufirmen am Mittwochnachmittag Richtfest feiern.



In der Antoniengasse entsteht das eher schlicht gehaltene Gebäude unweit des Quartiers vom Bankverein Hersfeld-Rotenburg. Die Stadt Bad Hersfeld investiert inklusive Förderungen in Höhe von zwei Dritteln von Bund und Land rund zehn Millionen Euro.

Bürgermeisterin Anke Hofmann dankte in ihrem Grußwort allen beteiligten Vertretern von Politik, den Fördergeldgebern und natürlich den bauausführenden Firmen für die gute Zusammenarbeit. Hofmann gab einen kurzen Rückblick, wie sich das Projekt seit den ersten Konzepten im Jahr 2017 entwickelt hat.

Der Rohbau soll noch in diesem Jahr fertiggestellt werden. Anschließend wird das Dach abgedichtet, Fenster und Türen eingebaut, das Gebäude gedämmt und die umfangreiche Technik installiert. Läuft alles nach Plan, soll das Archiv bereits im nächsten Jahr ans Netz gehen.

Zunächst war ein Stadtarchiv anvisiert worden. Um Synergien zu schaffen, fanden Stadt und Landkreis und letztlich auch die Kommunen eine gemeinsame Lösung, um letztlich auch Kosten zu sparen. Die Kreisstadt baut, der Landkreis mietet langfristig einen Teil der Fläche. Die notwendige Infrastruktur könne gemeinsam genutzt werden und die Archivleitungen enger zusammenarbeiten, wenn sie in einem Gebäude sind.

Landrat Torsten Warnecke machte in seinem Grußwort deutlich, dass die Aufbewahrung von Originalen auch in der Gegenwart und Zukunft wichtig sei, gerade in Zeiten der Digitalisierung und des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz (KI). "Ich vermute, dass es auch in ein paar Jahrhunderten wahrscheinlich notwendig sein wird, dieses Areal aufzubewahren, denn ich vertraue der Datentechnik immer noch nicht so richtig und dem, was daraus möglicherweise erfolgen kann. Und dann ist es doch wichtig, die Originale in einem Zustand aufbewahrt zu haben, dass man da nochmal schauen kann, wie es denn tatsächlich war. Denn im Zeitalter der KI könnte man ja auch möglicherweise die eine oder andere Urkunde verändern", sagte Warnecke.

Polier Klaus Diersch von der Baufirma Otto Heil aus Taucha bei Leipzig sprach anschließend bei brütender Hitze den Richtspruch. Bei Schnittchen und kühlen Getränken tauschten sich die Projektpartner noch ein wenig aus. Lesen Sie in unserem weiteren Artikel über den Spatenstich und Grundsteinlegung mehr Hintergründe zum künftigen Stadt- und Kreisarchiv in Bad Hersfeld. (Hans-Hubertus Braune) +++

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