Tödlicher Polizeieinsatz
20-Jährige erschossen - Verfahren gegen Beamte eingestellt
Foto: O|N Archiv / Henrik Schmitt
13.08.2025 / SCHWALMSTADT -
Im Oktober 2024 fielen im nordhessischen Schwalmstadt (Schwalm-Eder-Kreis) Schüsse vor einer Polizeiwache - 13 Mal feuerten Beamte auf eine 20-jährige Frau. Die Frage, ob die Frau vorab geschossen hatte, stand im Raum. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft das Totschlagsverfahren gegen die Polizisten eingestellt.
Wie die Hessenschau berichtet, sind die Ermittlungen gegen die vier Polizeibeamten eingestellt worden. Das habe ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Marburg auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitgeteilt.
Verfahren bereits im Juni eingestellt
Gegen die beteiligten Polizisten wurde wegen des Verdachts auf Totschlag ermittelt. Laut Staatsanwaltschaft habe sich im Laufe der Ermittlungen jedoch kein ausreichender Tatverdacht ergeben, wie die Hessenschau schreibt. Das Verfahren wurde bereits Ende Juni eingestellt, heißt es seitens der Staatsanwaltschaft Marburg. Frage um Schüsse seitens der Frau bleibt unbeantwortet
Ob die 20-jährige Frau tatsächlich selbst einen Schuss auf die Einsatzkräfte abgegeben hatte, konnte laut Staatsanwaltschaft nicht eindeutig geklärt werden. Es gebe zwar deutliche Hinweise darauf, dass sie nicht geschossen habe - in der von ihr mitgeführten Anscheinswaffe sowie am Tatort sei keine Munition gefunden worden. Dennoch könne ein Schuss aus einer nicht auffindbaren Kleinkaliber-Munition auch nicht mit absoluter Sicherheit ausgeschlossen werden, hieß es. "Schutz der Beamten muss oberste Priorität haben"
Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) äußerte sich im Bericht der Hessenschau positiv zur Entscheidung der Justiz. Die Einstellung des Verfahrens bringe aus seiner Sicht rechtliche Klarheit. "Wenn Polizisten mit einer Waffe bedroht werden oder von einem Angriff ausgehen müssen, muss ihnen auch das Recht zustehen, selbst zur Schusswaffe zu greifen", betonte Poseck. Der Schutz der Einsatzkräfte müsse oberste Priorität haben. (ems) +++