Kein Übungsflug, sondern echter Alarmstart

Rätselhafte Knallgeräusche über Osthessen: Luftwaffe klärt den Hintergrund auf

Zwei Eurofighter sorgten für einen Überschallknall, der in ganz Osthessen zu hören war.
Symbolfotos: Pixabay

05.08.2025 / REGION - Die lauten Knallgeräusche vom vergangenen Donnerstag haben in ganz Osthessen für Aufregung gesorgt – von der Rhön bis in den Vogelsberg meldeten sich dutzende verunsicherte Leserinnen und Leser bei der OSTHESSEN|NEWS-Redaktion. Jetzt ist klar: Einige hatten den richtigen Riecher. Was viele bereits vermuteten, bestätigt nun die Luftwaffe – es handelte sich nicht um einen Übungsflug, sondern um einen echten Alarmstart.



Am 31. Juli 2025 verlor die Deutsche Flugsicherung den Funkkontakt zu einem Flugzeug im deutschen Luftraum. "Infolgedessen wurde eine der zwei Alarmrotten der Luftwaffe beauftragt, das Flugzeug im Luftraum abzufangen und zu identifizieren", teilte ein Sprecher der Luftwaffe mit. "Die Alarmrotte, bestehend aus zwei Eurofightern, startete vom Flugplatz Nörvenich."

Doppelter Überschallknall in ganz Osthessen hörbar

Beim Start in Richtung Osten durchbrachen die beiden Kampfjets die Schallmauer – der Grund für den lauten Knall, der selbst in Osthessen deutlich zu hören war. "Nach dem Start flogen die beiden Eurofighter im Überschallbereich und durchflogen dabei die Schallmauer", heißt es weiter. Dadurch sei es "im Bereich zwischen Köln und Gießen (Raum NRW) möglich, je nach Lage, Region und Wetter einen doppelten Überschallknall zu hören". Doppelt deshalb, weil beide Maschinen jeweils ihren eigenen Überschallknall verursachen.

Zahlreiche O|N-Leser besorgt

Viele Leserinnen und Leser hatten sich direkt nach dem Vorfall gemeldet und ihre Erlebnisse geschildert. Eine Leserin aus Landenhausen berichtete von heftigem Scheibenzittern, ein Leser aus Lautertal hatte sogar das Flugzeug direkt nach dem Knall gesehen. Auch Hinweise aus Rothemann deuteten schon früh auf eine Beteiligung der Bundeswehr hin.

Die offizielle Bestätigung der Luftwaffe bringt nun Klarheit – und zeigt einmal mehr, wie aufmerksam die Menschen in der Region sind. Dass kein Risiko für die Bevölkerung bestand, betont die Bundeswehr ebenfalls: Der Einsatz verlief routinemäßig, das unklare Flugzeug konnte identifiziert werden.

Die ganze Erklärung zum Thema Überschallflüge gibt es auf der Website der Bundeswehr: https://www.bundeswehr.de/de/organisation/luftwaffe/aktuelles/ueberschallfluege-5673066 (Constantin von Butler) +++

X