SuedLink: Jetzt geht’s los
Baustart der Gleichstromtrasse wird mit einem Festakt gefeiert
Fotos: Nathalie Bachmann
27.07.2025 / OERLENBACH -
Nach rund einem Jahrzehnt Planung beginnt TransnetBW nun offiziell mit dem Bau der ersten bayerischen Streckenabschnitte der Gleichstromtrasse SuedLink: Am Freitag wurde im Beisein von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sowie den Bundesministerinnen Dorothee Bär (Forschung) und Katherina Reiche (Wirtschaft) die Großbaustelle symbolisch mit einem Festakt in Oerlenbach eröffnet.
Auf rund 130 Kilometern Länge wird im Freistaat in den kommenden Jahren ein Erdkabelsystem realisiert, das fünf Landkreise und 27 Kommunen durchquert – darunter auch mehrere Orte im Landkreis Bad Kissingen.
"Der SuedLink ist zweifellos ein bedeutendes Projekt für die Energiewende"
"Mit dem offiziellen Baustart wird deutlich, dass die Realisierung dieses Mammutprojekts in eine neue Phase eintritt – eine Phase, die für viele Menschen in unserer Region mit großen Herausforderungen verbunden ist", sagte Landrat Thomas Bold am Rande des Festakts. Was bislang überwiegend auf Plänen existierte, werde jetzt sichtbar. "Der SuedLink ist zweifellos ein bedeutendes Projekt für die Energiewende – doch die Auswirkungen vor Ort sind massiv. Für viele Bürgerinnen und Bürger im Landkreis bedeutet der Bau eine tiefgreifende Belastung in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld, auch der Eingriff in die Natur ist an einigen Stellen enorm."Der Landrat erwartet zudem, dass die Projektträger ihren Verpflichtungen gegenüber den betroffenen Eigentümern, den Kommunen und auch der Natur konsequent nachkommen – "mit echter Dialogbereitschaft und konkreten Ausgleichsmaßnahmen im Hinblick auf die nachhaltige Entwicklung unserer Region." Bold macht deutlich, dass es nicht allein um technische Umsetzung gehe: "Es braucht jetzt vor allem Sensibilität und Verantwortungsbewusstsein gegenüber den Menschen, die von den Bauarbeiten direkt betroffen sind. Dazu gehört, dass Informationen offen kommuniziert und Entscheidungen nachvollziehbar getroffen werden."
Er versprach, dass die Kreisverwaltung den Bauprozess weiterhin aufmerksam begleiten werde und dabei in engem Austausch mit TransnetBW sowie den betroffenen Gemeinden stehe. "Ziel bleibt es, die Umsetzung der Energiewende sozialverträglich und verantwortungsvoll für Mensch und Natur zu gestalten", so Bold. Hierfür hat sich der Landkreis auch schon in der über zehnjährigen Planungsphase eingesetzt.
Hintergrund: SuedLink im Landkreis Bad Kissingen
Die Erdkabel des SuedLink gelangen von Norddeutschland mit ihrer Länge von rund 700 km in den Süden nach Bayern und Baden-Württemberg. Den Landkreis Bad Kissingen passieren zunächst beide Stränge des SuedLink von Münnerstadt kommend entlang der A 71 bis in das Gemeindegebiet Oerlenbach. Von dort verläuft ein Strang (sogenanntes Vorhaben 4) weiter nach Bergrheinfeld, während ein zweiter Strang (sogenanntes Vorhaben 3) nach Westen Richtung Großgartach (Baden-Württemberg) schwenkt. (js/pm)+++