Kritische Lage am Wohnungsmarkt
Keine Zeit zu verlieren: schnelle Maßnahmen von Bund und Land erforderlich
O|N-Archiv: Hans Hubertus Braune
23.07.2025 / REGION -
Die Baugenehmigungen für Wohnungen in Hessen sind im Mai laut Statistischem Landesamt um 22,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen. Die zaghafte Trendwende der vergangenen Monate wird damit wieder abrupt ausgebremst. Der Verband der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft (VdW südwest) fordert schnelle Maßnahmen von der Politik.
Dr. Axel Tausendpfund, Vorstand VdW südwest, sagt: "In den vergangenen Monaten keimte dank leicht wachsender Baugenehmigungen leise Hoffnung auf. Doch die aktuellen Zahlen sorgen für eine herbe Ernüchterung. Deswegen gilt mehr denn je: Wenn mehr Wohnungen entstehen sollen – gerade im bezahlbaren Segment –, muss die Politik gegensteuern und handeln: schnell, unbürokratisch und praxisorientiert."
Der Bedarf an Wohnraum verbiete jedes weitere Zögern: Nach einer aktuellen Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) werden allein in Hessen bis 2030 jährlich über 26.000 Wohnungen benötigt.
"Wohnungsbau muss Vorrang eingeräumt werden"
Tausendpfund nimmt sowohl den Bund als auch das Land in die Pflicht: "Dem Wohnungsbau muss endlich ein echter Abwägungsvorrang gegenüber anderen Interessen eingeräumt werden – nur so wird neuer Wohnraum überhaupt möglich." Zudem müsse die Bundesregierung jetzt, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, bereits genehmigte Bauvorhaben aktivieren. So könnten durch eine temporäre Wiederaufnahme der EH55-Förderung kurzfristig bundesweit rund 120.000 Wohnungen gebaut werden – viele davon auch in Hessen. Das wäre ein sofort wirksamer Impuls.