Um ein Zeichen zu setzen
Gedenkfeier bei antonius: Erinnern, mahnen, gemeinsam Mensch sein
Fotos: Steffen Wassman
23.07.2025 / FULDA -
Trotz strömenden Regens versammelte sich die antonius Gemeinschaft am Montag, 21. Juli 2025, am neu gestalteten Gedenkort auf dem Friedhof, um an eine der dunkelsten Stunden der eigenen Geschichte zu erinnern – und um ein Zeichen zu setzen für Menschlichkeit, Inklusion und Wachsamkeit.
Die Gedenkfeier fand vor der Gedenktafel für die Opfer des NS-Terrors statt – einem Ort, der an Schmerz erinnert, aber auch an den Mut zum Widerstand. Der Himmel öffnete seine Schleusen, doch unter gemeinsam geteilten Regenschirmen entstand eine spürbare Verbundenheit.
Worte gegen das Vergessen
Pater Thomas führte durch die anschließende Andacht und fand eindringliche Worte: "Für die Nationalsozialisten war das Leben von Menschen mit Behinderungen nichts wert. Die Verantwortlichen des St. Antoniusheims versuchten alles, um die Bewohnerinnen und Bewohner zurückzuholen oder zu verstecken. Das waren dunkle Zeiten, die hoffentlich nie wiederkommen." Mit Blick auf heutige gesellschaftliche Entwicklungen erinnerte er: "Gleichgültigkeit ist nichts Menschliches."Rosemarie Müller las einen Auszug aus der Schwesternchronik vor, der einen bewegenden Einblick in das Geschehen jener Tage gab. Musikalisch wurde die Gedenkfeier begleitet vom Lied "Die Kinder von Izieu" von Reinhard Mey – ein musikalisches Denkmal für ermordete Kinder in der NS-Zeit.
Die Gedenkfeier war nicht nur ein stilles Erinnern, sondern auch ein Aufruf zur Haltung. In einer Zeit, in der Ausgrenzung und Menschenverachtung wieder laut werden, macht antonius deutlich: Jeder Mensch ist kostbar – damals wie heute, immer und überall. (mp/pm) +++