Sind Vereinbarungen in Sicht?
Kirche kündigt Kita-Verträge: Dringende Gespräche mit der Stadt laufen
Symbolbilder: Pixabay
15.07.2025 / ALSFELD -
Das Evangelische Dekanat Vogelsberg hat die bestehenden Betriebsverträge mit der Stadt Alsfeld für vier Kindertagesstätten gekündigt. Betroffen sind die Einrichtungen "Arche Noah", "Am Rodenberg", "In der Krebsbach" sowie die Kita im Stadtteil Altenburg. Trotz der Kündigung strebt die Kirche weiterhin eine Trägerschaft an und möchte die Zusammenarbeit mit der Stadt fortsetzen.
Die Kündigung wurde zum 31. Juli 2025 mit Wirkung zum Ende des Kindergartenjahres 2025/26 ausgesprochen. Sie sei notwendig geworden, da die vertraglichen Fristen ablaufen und die Gespräche mit der Stadt noch nicht abgeschlossen sind. Hintergrund sind Vorgaben der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) sowie die Zeitplanung der kommunalen Entscheidungsgremien.
Entscheidender Reformprozess
Die EKHN befindet sich in einem umfassenden Reformprozess. Sinkende Mitgliederzahlen und damit einhergehende finanzielle Einschnitte machen strukturelle Anpassungen in vielen Bereichen erforderlich – auch im Bereich der Kindertagesstätten. Zwar bleiben die landesweiten Mittel mit jährlich 50 Millionen Euro konstant, doch durch Inflation und steigende Kosten sollen die Ausgaben nicht weiter steigen. Das hat auch Auswirkungen auf die Finanzierung vor Ort.Trotzdem bleibt das kirchliche Engagement in den Kitas erheblich. In Alsfeld fließt jährlich eine Viertelmillion Euro aus kirchlichen Mitteln in den Betrieb der Einrichtungen. Hinzu kommt, dass die EKHN rund zwei Drittel der Verwaltungskosten der gemeindeübergreifenden Trägerschaft (GüT) übernimmt – eine spürbare Entlastung für die Stadt Alsfeld.
Gespräche mit der Stadt verlaufen positiv
Neben den finanziellen Aspekten hebt das Evangelische Dekanat auch die pädagogische und fachliche Qualität der kirchlich geführten Kitas hervor. Die Kirche sieht sich dabei als verlässlicher Partner, der auch gesetzlich zur Mitgestaltung gesellschaftlicher Aufgaben berufen ist.Die bisherigen Gespräche mit der Stadt Alsfeld wurden nach Angaben der GüT in konstruktiver Atmosphäre geführt. Neue Verträge stehen bereits kurz vor der Unterschrift. Ziel ist es, rechtzeitig vor Beginn des Kita-Jahres 2026/27 neue Vereinbarungen auf den Weg zu bringen und die kirchliche Trägerschaft der vier Einrichtungen dauerhaft zu sichern. (pm/cb) +++