Schauspielkunst trifft Musik
Hersfeldpreise 2025 vergeben: Jury ehrt David Jakobs und Myriam Akhoundov
Fotos: Moritz Rös
14.07.2025 / BAD HERSFELD -
Standing Ovations, gespannte Gesichter und zwei herausragende Schauspieler im Mittelpunkt: Die Verleihung der Hersfeldpreise 2025 sorgte am Sonntagvormittag für einen emotionalen Höhepunkt der Bad Hersfelder Festspiele. Vor der eindrucksvollen Kulisse der Stiftsruine wurden David Jakobs und Myriam Akhoundov mit den begehrten Auszeichnungen geehrt – für Leistungen, die Publikum wie Jury gleichermaßen begeisterten.
Die Moderation übernahm Markus Pfromm, Herausgeber der Hersfelder Zeitung, musikalisch umrahmt wurde das Ereignis von der GBO-Oldtimer-Bigband und Beiträgen des Festspiel-Ensembles.
David Jakobs erhält den Großen Hersfeldpreis
David Jakobs wurde für seine Rolle als Franz von Moor in Gil Mehmerts Inszenierung von Friedrich Schillers "Die Räuber" mit dem Großen Hersfeldpreis 2025 geehrt. Die Jury begründete ihre Entscheidung wie folgt: "Als Schauspieler zeigt er mit Kraft und Präsenz den zweitgeborenen Sohn als Intriganten und ‚Kanaille‘. Er spielt das Böse mit Verve und Lust. Als Sänger steht seine Interpretation der Figur exemplarisch für das originelle und stimmige Konzept von Regisseur Gil Mehmert, der das Drama von Schiller mit der Musik der Toten Hosen kombiniert. David Jakobs trägt diesen außergewöhnlichen Theaterabend durch sein intensives Spiel und seinen markanten Gesang."
Myriam Akhoundov verzaubert das Publikum
Der Hersfeldpreis 2025 ging an Myriam Akhoundov, die in Oliver Urbanskis musikalischer Inszenierung von "Ronja Räubertochter" nach Astrid Lindgrens Kinderbuch die Titelrolle spielt. Die Jury zeigte sich von ihrer Darstellung beeindruckt: "Mit ihrer erfrischend quirligen Art und ihrer positiven Ausstrahlung bezaubert sie nicht nur die Räuberbande, sondern auch das Publikum. Mit großem Gerechtigkeitssinn überwindet ihre freiheitsliebende Ronja die Feindschaft zwischen den Banden. Myriam Akhoundovs Gesang berührt; voller Spielfreude und Natürlichkeit verkörpert sie das mutige Mädchen mitreißend."
Ein Preis mit Tradition
Die undotierten Preise werden seit 1961 von der Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine e.V. in Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Hersfeld gestiftet. Sie gliedern sich in zwei Kategorien: Der Hersfeldpreis wird an Darsteller verliehen, "die sich durch ihre Leistung besonders profiliert haben, obwohl sie keine Hauptrolle übernommen hatten". Der Große Hersfeldpreis ist für "eine Hauptrolle, die die weiträumige Hersfelder Theaterstätte in Spiel und Sprache zu beherrschen vermag und sich als rollenausschöpfende Schauspielerpersönlichkeit erweist".Im vergangenen Jahr hatte Gioia Osthoff den Hersfeldpreis für ihre Darstellung der Polly in der "Dreigroschenoper" erhalten. Zudem wurde der Chor aus Joern Hinkels Produktion "Wie im Himmel" ausgezeichnet. Der Große Hersfeldpreis 2024 wurde an zwei Darsteller verliehen: Helena Charlotte Sigal als Lena und Henry Arnold als Daniel Daréus.