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Reanimationsprojekt der Schulsanitäter

"In Gefahrensituation eingreifen": Mittelpunktschule zeigt wie es geht

Die Mittelpunktschule in Hilders startete in der Woche mit ihrem Reanimationsprojekt. Die Schulsanitäter schlüpften hierbei in die Rolle der Lehrer.
Fotos: Mia Schmitt

27.06.2025 / HILDERS (RHÖN) - Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Sie wollen gerade nach Hause, waren vielleicht einkaufen, Sport machen oder mit Freunden unterwegs und plötzlich finden Sie eine ohnmächtige Person. Was jetzt? Klar, erstmal den Notruf verständigen. Doch was, wenn der Rettungsdienst zu spät kommt? In dieser Situation: Nicht verzagen - Schüler fragen!



Im Rahmen eines Reanimationsprojektes des Landkreises starteten die Mittelpunktschule in Hilders und die Rabanus-Maurus-Schule in Fulda als Pilotschulen ihren Reanimationsunterricht. Hierbei geben die Schulsanitäter der jeweiligen Schule ihr Wissen an ihre Mitschüler weiter (OSTHESSEN|NEWS berichtete). So startete in Hilders am Montag der Wiederbelebungsunterricht ihres Partners, des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). In dieser Woche lernen die Schüler der Klassen fünf bis zehn die Herzdruckmassage.

"Jeder sollte wissen, wie Reanimation funktioniert"

"Ich hatte im letzten Jahr eine Anfrage vom DRK zu diesem Reanimationsprojekt erhalten. Weil wir Schulsanitäter haben und die Kooperation mit dem DRK schon länger läuft, habe ich zugestimmt. Das ganze Thema ist ja auch total spannend", erklärte Schulleiterin Romy Körber im Gespräch mit O|N. "Vor kurzem habe ich eine Studie gelesen, dass in den nordischen Ländern der Wiederbelebungsunterricht auf dem Plan steht und somit auch mehr Leute durch diese Maßnahme am Leben erhalten werden."

So lässt sich also in diesen Ländern eine höhere Zahl derer erkennen, die erfolgreich handeln können. "In Deutschland ist diese Quote beispielsweise deutlich niedriger, weil sich viele einfach nicht trauen, einzugreifen und zu helfen. Genau aus diesem Grund fand ich das Projekt sehr gut. Außerdem bin ich ein großer Freund der Schulsanitäter, die uns hier tagtäglich unterstützen und zusätzlich auch gut ausgebildet sind."

Peter Becker, Leiter der DRK-Akademie, ergänzte: "Im Grunde geht es darum, die Reanimationskompetenz der Schüler zu stärken. Sodass jeder jederzeit weiß, wann und wie eine Wiederbelebung durchgeführt wird. Der Grundgedanke war, dass das Projekt ab der siebten Klasse beginnt, doch die MPS ist einen Schritt weiter gegangen und hat bereits ab der fünften Klasse angefangen, also in einer Woche haben 350 Schüler gelernt, wie die Reanimation funktioniert."

"Prüfen - rufen - drücken"

Das Projekt orientiert sich am Kodex: "Von Schülern für Schüler". So schlüpften die Schulsanitäter in die Rolle der Lehrer. "Wir schulen euch heute für die 'Herzensretter-Bronze'", eröffnete Schulsanitäterin Lolle Ortmann. "Ihr kennt den Ablauf von 30-mal drücken und zweimal beatmen, aber darum handelt es sich hierbei nicht, sondern mindestens 100-mal in der Minute durchzudrücken."

Die Schulsanitäterin erklärte: "Der Ablauf nennt sich 'prüfen - rufen - drücken'. Mit dem Drücken hören wir nicht auf, bis Hilfe kommt. Zu Beginn gehen wir zu der Person hin, versuchen sie anzusprechen und überprüfen, ob die Person atmet. Spürt man keine bis eine Atmung, reanimiert man, bei zwei oder mehr Atmungen, legen wir die Person in die stabile Seitenlage. Der wichtigste Schritt ist es, den Rettungsdienst zu rufen. Beim Drücken kommt die Kraft aus dem ganzen Oberkörper. In einer echten Situation würdet ihr fünf bis zehn Minuten durchgehend drücken, jetzt zur Übung aber nur zwei Minuten." Gesagt - getan. So traten die Schüler an die Puppe heran und führten die Herzdruckmassage durch. Auch das Wechseln bei nachlassender Kraft wurde geübt.

Das Projekt weitet sich aus

Doch wie soll es jetzt weitergehen? Becker antwortete O|N: "Die Hoffnung besteht darin, dass sich das Projekt noch ausweitet. Das Kreisschulamt hat mehrere Schulen angeregt, mindestens die siebten Klassen in diesem Rahmen zu schulen. Darauf bereiten wir uns, sofern wir Partner sind, auch vor. So habe ich am Montag den Halbjahresplan mit der Rhön-Schule in Gersfeld besprochen, denn sie steigen jetzt auch in das Projekt ein." Körber sagte für die Mittelpunktschule: "Eigentlich ist es so geplant, dass sich das jährlich wiederholt, weil diese Wiederholung super wichtig ist und auch immer neue Fünftklässler dazu kommen. Es wird auf jeden Fall fortgesetzt, nur wie, ist noch unklar."

Abschließend sagte Christine Schaab-Wiegand, Verantwortliche der Schulsanitäter: "Wir bedanken uns herzlich beim DRK für die Unterstützung, ohne die das Projekt in diesem Rahmen sonst nicht möglich gewesen wäre. Allgemein hat sich das Projekt sehr gelohnt und wurde auch hervorragend angenommen." Schulsanitäterin Milena Dechant führte weiter aus: "Es war zwar anstrengend, hat sich aber auf jeden Fall gelohnt. Die Schüler haben sich alle bemüht und das ist bei einem so wichtigen Thema einfach entscheidend."

Im Ernstfall sind die Schüler jetzt die erste Anlaufstelle und wichtig ist hier natürlich: prüfen - rufen - drücken! (mis) +++

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