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Umlage wird nicht erhöht

Kreis kürzt Millionen: Klinikum, Verwaltung und Projekte auf Sparflamme

Landrat Torsten Warnecke informiert über die geplanten Einsparmaßnahmen.
Archivfoto: ON/Hans Hubertus Braune

26.06.2025 / BAD HERSFELD - Die Finanzlage bleibt angespannt, doch eine bittere Pille kann der Landkreis Hersfeld-Rotenburg seinen Kommunen vorerst ersparen: Die Kreisumlage wird nicht erhöht. Stattdessen legt der Kreisausschuss ein drastisch angepasstes Haushaltskonzept vor, das vor allem über Kürzungen, Einsparungen und Verzicht funktioniert. Bis Ende des Monats muss der Kreistag über die Änderungen entscheiden – und steht dabei vor einem umfangreich umgestellten Zahlenwerk.



Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg steht vor erheblichen finanziellen Herausforderungen – und versucht nun, mit einer Haushaltsanpassung gegenzusteuern. Der Kreisausschuss hat in seiner Sitzung am 3. Juni eine Vorlage beschlossen, die unter anderem 19,1 Millionen Euro Einsparungen im Ergebnishaushalt und 18,6 Millionen Euro im Finanzhaushalt vorsieht. Damit sinkt das Defizit im Ergebnishaushalt auf gut 27,2 Millionen Euro, im Finanzhaushalt auf knapp 29,9 Millionen Euro. Das Gesamtvolumen des Haushalts liegt nach den Anpassungen bei rund 312 Millionen Euro.

"Die Vorgabe des Regierungspräsidiums, das Defizit unter 30 Millionen Euro zu drücken, haben wir erreichen können", lässt sich Landrat Torsten Warnecke in einer Pressemitteilung zitieren: "Zu den 30 Millionen Euro für die Klinikum Bad Hersfeld GmbH sowie den notwendigen 28 Millionen Euro Investitionen zur Fertigstellung des OP-Zentrums Ende 2026 steht der Landkreis damit."

Klinikum-Zuschuss wird gesenkt

Einsparpotenziale hat die Verwaltung in zahlreichen Bereichen identifiziert: So wird etwa der Klinikum-Zuschuss in Absprache mit der Klinikleitung um fünf Millionen Euro gesenkt. Neue Stellen in der Kreisverwaltung wird es in diesem Jahr nicht geben. Außerdem wurden sechs Millionen Euro über pauschale Kürzungen eingespart. Grundlage für viele der Maßnahmen ist der Finanzplanungserlass des Landes Hessen vom 11. November 2024, der im April 2025 mit zusätzlichen Vorgaben ergänzt wurde.

Unter anderem sind darin der Verzicht auf Stellenaufwuchs sowie pauschale Kürzungen für die Haushaltsjahre 2025 festgeschrieben.

Erhöhung der Kreisumlage abgelehnt

Eine Erhöhung der Kreisumlage – und damit eine zusätzliche Belastung für die Städte und Gemeinden im Landkreis – ist mit der neuen Haushaltsvorlage nicht verbunden. "Eine Erhöhung der Kreisumlage haben die Mitglieder des Kreisausschusses, die Fraktionsvorsitzenden des Kreistags sowie die 20 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister zu jeder Zeit abgelehnt", betonte Landrat Warnecke.

"Es freut uns, dass wir durch die teils auch schmerzhaften Einsparungen immerhin dieses Übel für unsere angeschlagenen Kommunen abwenden können." Die Fraktionsvorsitzenden des Kreistags wurden bereits am 10. Juni im Ältestenrat über die neuen Zahlen informiert. Am 30. Juni soll nun der Kreistag über die Haushaltanpassung abstimmen. Warnecke hofft auf Zustimmung: "Wir hoffen, dass die Kreistagsabgeordneten die Anpassungen an unserem Kreishaushalt annehmen. Da wir auch die Nettoneuverschuldung durch die neuen Regeln und unsere Anstrengungen nicht erhöhen, sind wir den Vorgaben umfänglich nachgekommen." (Constantin von Butler/pm) +++

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