"Gemeinschaftsprojekt der Familie"
Gewinnt das Haus "Zum roten Ochsen" den Hessischen Denkmalschutzpreis?
Fotos: Moritz Pappert
25.06.2025 / FULDA -
Geht der Denkmalschutzpreis nach Fulda? Das Objekt "Zum roten Ochsen" in der Mittelstraße ist für den Hessischen Denkmalschutzpreis 2025 nominiert und gehört zu den neun Projekten, die in die Endrunde des Auswahlverfahrens gelangt sind. Am Dienstag besuchte die 12-köpfige Jury das Haus und machte sich vor Ort ein eigenes Bild. Eigentümer ist die Familie Alexandra und Michael Mans.
"Es war ein Gemeinschaftsprojekt der Familie", sagt Michael Mans gegenüber der Jury. 2020 hatte die Familie das Gebäude gekauft. "Wir haben uns sofort verliebt", schwärmt Mans. Das geschichtsträchtige Haus habe ihn sofort in seinen Bann gezogen. 2022 wurde das Objekt dann in mühevoller Arbeit und mit großem handwerklichem Aufwand saniert. Auch mit dem Betreiber des Restaurants Tondas, Antonín Krejbich, habe man den perfekten Partner gefunden.
Vom ersten Tag an zog das von Fritz Adam im Jahre 1906 erbaute Gebäude "Zum roten Ochsen" in Fulda die Eheleute Mans in seinen Bann und es entstand der Wunsch, das historische Erscheinungsbild des im Zentrums von Fulda gelegenen Gebäudes auf der Basis von Archivrecherchen und bauzeitlichen Befunden wieder erlebbar zu machen.
Eine aufwendige Sanierung
Ein wichtiger Bestandteil war die Wiederherstellung des ursprünglich sehr hohen, zwischenzeitlich zugemauerten Erdgeschosses, das ursprünglich zu Ladenzwecken diente. Auch die bauzeitliche, unter mehreren Anstrichen verborgene Fassung der Fassade, kann heute wieder wahrgenommen werden. Ein weiterer Rückgriff auf die Geschichte des Gebäudes ist das Wirtshausschild aus geschnitztem Holz. Über den Hessischen Denkmalschutzpreis
Der Hessische Denkmalschutzpreis würdigt jährlich beispielhafte Maßnahmen, die durch handwerkliche Qualität, den respektvollen Umgang mit historischer Bausubstanz und nachhaltige Konzepte überzeugen. Die Preisverleihung findet am 3. September 2025 in der Rotunde des Biebricher Schlosses in Wiesbaden statt.Der Hessische Denkmalschutzpreis wurde im Jahr 1986 von LOTTO Hessen gemeinsam mit dem Landesamt für Denkmalpflege in Hessen ins Leben gerufen. Anlass war die Einführung der Rubellos-Lotterie in Hessen, deren Erträge seitdem ausschließlich dem Landesamt für Denkmalpflege in Hessen zur Verfügung gestellt werden. Seit 1986 wird der Hessische Denkmalschutzpreis jährlich verliehen, 2025 zum bereits 40. Mal.
Der Preis wird jährlich mit 25.000 Euro von LOTTO Hessen dotiert. Seit dem Jahr 2017 ist auch der Ehrenamtspreis als eigene Kategorie in den Hessischen Denkmalschutzpreis integriert, der das gemeinschaftliche Engagement bei der Sanierung eines Kulturdenkmals in den Vordergrund stellt. Dieses Preisgeld stellt traditionell die Hessische Staatskanzlei, in diesem Jahr erneut 7.500 Euro. (Moritz Pappert) +++