Die besondere Tierliebe
Isabel Herbold und ihr Freund retten zehn junge Wildpferde vor dem Schlachter
Fotos: Hans-Hubertus Braune
30.06.2025 / NIEDERAULA - Isabel Herbold aus Niederaula liebt Pferde. Tiere spielen ganz generell für sie eine wichtige Rolle und gehören zum Alltag einfach dazu. Auf ihrem Hof leben mittlerweile so einige Vierbeiner. Darunter befinden sich besondere Pferde aus Osteuropa.
Es war vor knapp einem Jahr während ihres Urlaubs in Bulgarien. Am Schwarzen Meer lebt eine riesige Herde mit ungefähr 950 Mustangs auf einer Fläche von rund 800 Hektar. Das sind deutlich über 1.000 Fußballfelder.
Das Karakačan-Pferd sei eine alte bulgarische Pferderasse, die ursprünglich aus dem Balkan stamme. Der Name "Karakačan" beziehe sich auf die Karakačani, eine ethnische Gruppe in Bulgarien und anderen Teilen des Balkans. Diese Pferde seien bekannt für ihre Robustheit, Ausdauer und Anpassungsfähigkeit an raue Klimabedingungen.
"Über einen Rancher vor Ort haben wir herausgefunden, dass sie aussortiert wurden und zum Schlachter sollten - weil sie eine spezielle Fellzeichnung haben. Die Zuchtrichtlinien schreiben jedoch vor, dass nur einfarbige Pferde zugelassen sind", sagt die Pferdeliebhaberin aus Osthessen. Sie passen also nicht ins Raster der Behörden und sollten weg.
Endlose Gespräche mit den Behörden
Dieses Vorgehen ließ ihnen keine Ruhe. Und so entwickelten sie einen Plan, wie sie die Tiere retten könnten. Nach endlosen Gesprächen mit den Behörden vor Ort durften sie die insgesamt zehn Fohlen freikaufen und in ihren Besitz bringen. Die Rancher warnten sie jedoch, da die Pferde angeblich nicht zähmbar seien. Doch davon ließen sich Isabel Herbold und ihr Freund nicht abbringen, die Pferde retten zu wollen. Es folgten Quarantäne, tierärztliche Untersuchungen und erhebliche eigene Kosten für Pflege und Transport. Ein Spezialunternehmen aus Bulgarien übernahm schließlich den professionellen Transport nach Deutschland.Liebevolles zu Hause gesucht
Sie geben beispielsweise Hufe und können sogar Kunststückchen vorführen. Das Training dafür habe ein paar Minuten und keine Wochen gedauert, schildert ihr Freund. Da sie die jungen Herrschaften nicht auf Dauer auf ihrem Areal behalten können, suchen sie für noch ein paar von ihnen ein neues liebevolles zu Hause. "Wir schauen ganz genau, wer als Käufer infrage kommt. Wir wollen wissen, wie die Pferde bei ihren neuen Besitzern gehalten werden. Wir tauschen uns mit ihnen in einer Whatsapp-Gruppe aus und unterstützen uns gegenseitig. Die neuen Besitzer berichten fast täglich stolz und freudig", sagt sie.Auf ihrem Hof herrscht ein herrliches, tierisches Treiben. Dafür sorgen neben den Pferden die beiden Hunde, das Huhn "Hildegard", welches wohl glaube, ein Pferd zu sein und die Taube "Horst". Die Liebe zu den Tieren ist hier in jeder Sekunde unseres Gesprächs spürbar.
Wer sich für die jungen Pferde aus Bulgarien interessiert und die entsprechenden Voraussetzungen mitbringt, kann mit Isabel Herbold unter der Mobilrufnummer 0152 15948492 Kontakt aufnehmen. (Hans-Hubertus Braune) +++