Mit Erfahrung, Herzblut und Engagement
Gerhard Möller verabschiedet sich als Vorsitzender der St. Antonius-Stiftung
Archivfoto: Martin Engel
14.06.2025 / FULDA -
Gerhard Möller hat Fulda geprägt – und Fulda ihn. 16 Jahre lang war er Erster Kreisbeigeordneter des Landkreises, 12 Jahre Oberbürgermeister der Stadt. Doch mit dem Abschied aus dem Stadtschloss endete sein Engagement keineswegs. Im Gegenteil.
Der heute 75-Jährige blieb aktiv, voller Tatkraft und mit einem offenen Herzen für die Menschen. Seit vielen Jahren steht er dem Fuldaer Geschichtsverein vor und übernahm zudem den Vorsitz der St. Antonius-Stiftung – jener Förderstiftung, die mit Spenden die Arbeit von antonius unterstützt. Nach neun intensiven Jahren an der Spitze der Stiftung gibt Möller turnusgemäß dieses Amt ab.
Und hinterlässt eine beeindruckende Bilanz: Mehr als eine Million Euro an Spendengeldern konnten unter seiner Leitung gesammelt werden – für Projekte, die bewegen und wirken. Das inklusive Projekt auf dem Frauenberg in Kooperation mit den Franziskanern und die biologische Gemüse-Gärtnerei er:wachsen in Haimbach sind nur einige der Meilensteine dieser Zeit. All diese Projekte hat Möller unterstützt, nicht nur, weil er dafür Spenden eingeworben hat, sondern weil er sie mit Herz begleitet hat. In jeder dieser Initiativen steckt der Wunsch, Teilhabe nicht nur zu fordern, sondern konkret zu gestalten – so, wie es der Stiftungsauftrag der Gründerin Maria Rang seit 1902 vorgibt.
Vierfacher Vater und achtfacher Großvater
Dass diese Spendensumme nicht allein aus großen Zuwendungen resultiert, sondern vor allem aus der Solidarität unzähliger Fuldaerinnen und Fuldaer – vom Entenrennen auf der Fulda bis zur stillen Einzelspende –, erfüllt Möller mit besonderem Stolz. "Es zeigt, wie sehr antonius in dieser Stadt verwurzelt ist. Und wie viele Menschen unsere Arbeit mittragen", sagt er voller Dankbarkeit. Wenn Möller an antonius denkt, dann sieht er vor allem eines: eine lebendige Gemeinschaft. Einen Ort voller Ideen, Energie und Herzenswärme. Menschen begegnen sich hier auf Augenhöhe – mit Respekt, Offenheit und dem gemeinsamen Ziel, individuelle Wege zu einem selbstbestimmten und erfüllten Leben zu ermöglichen. Genau diese Haltung war es, die Möller nach seiner offiziellen Karriere dazu bewegte, seine Erfahrung und sein Netzwerk in den Dienst der Stiftung zu stellen: "Das Bekenntnis zu den Menschen und zu den Werten von antonius hat mich überzeugt. Hier konnte ich mich mit ganzer Kraft einbringen", sagt der vierfache Vater und achtfache Großvater.Nun, mit 75 Jahren, sei für ihn der Moment gekommen, den Staffelstab weiterzugeben. Nicht ohne Dankbarkeit – für die Weggefährten, das Vertrauen und die vielen bewegenden Erfahrungen. "Ohne das großartige Team und diesen besonderen Geist bei antonius wäre diese Arbeit so nicht möglich gewesen", betont Möller. Kritische Diskussionen habe es immer gegeben – und das sei gut so gewesen. Denn die Projekte sollten nicht nur gut gemeint, sondern auch wegweisend und beispielhaft sein.
Das Leuchtturmprojekt
Neben der Projektförderung war ihm das Bild von antonius in der Öffentlichkeit ein Anliegen. Wie wird unsere Arbeit wahrgenommen? Wie sprechen wir darüber? "Wir haben uns Zeit genommen, darüber in Workshops zu reflektieren. Und dabei war mir wichtig: Wir sind nicht die Einzigen, die gute Arbeit machen. Es geht nicht um Selbstdarstellung – es geht um Wirkung." Nicht zuletzt seien es auch die Bewohnerinnen und Bewohner von antonius mit hohem Unterstützungsbedarf, "die wir nie aus dem Blick verlieren dürfen".
Und das ist gut so. Denn Fulda braucht Menschen wie Gerhard Möller – Menschen, die Verantwortung nicht nur tragen, sondern mit Leben füllen. (mp/pm) +++