Requiem für Wolfgang Wehner
Letztes Adieu für einen großen Netzwerker
Alle Fotos: Martin Engel
03.06.2025 / FULDA -
Mit einem feierlichen Requiem haben Familie, Freunde und Weggefährten von Wolfgang Wehner Abschied genommen. Rund 300 Trauergäste füllten am Montagmorgen die Heilig-Geist-Kirche in der Fuldaer Innenstadt.
"Die Glocken, die wir eben gehört haben, haben Wolfgang Wehner zeitlebens begleitet. Hier ist er geboren und aufgewachsen", sagte Professor Dr. Gregor Müller, der das Requiem in der Heilig-Geist-Kirche zelebrierte, in der Begrüßung. In seiner Predigt fand der Pfarrer anschließend persönliche Worte für den Gründer und langjährigen Geschäftsführer des Lebensmittelgroßhändlers Groma. Er war am 25. Mai im Alter von 88 Jahren verstorben.
"Wir können dankbar sein"
Der Hirtenstab könne sinnbildlich für die Verantwortung stehen, die der Verstorbene in Familie, Wirtschaft und Gesellschaft übernommen habe. "Wir können dankbar sein, dass er nicht nur um sich gekreist ist, sondern dass es ihm wichtig war, Beziehungen zu stiften, Freundschaften einzugehen und Kontakte zu pflegen." In den Netzwerken, die er geknüpft habe, sei Wehner immer auch gerne Gastgeber gewesen. Der bläuliche Schimmer hinter dem Kopf des Bonifatius auf dem Bild stehe für Ideenreichtum und Kreativität, die der Unternehmer bewiesen habe. "Er hat stets Ausschau gehalten nach dem, was es noch nicht gab - seien es beispielsweise der Groma-Pokal oder Spätleseverkostungen", würdigte Müller. Dabei habe Wehner aber auch stets eine gewisse Unruhe umgetrieben.
Wehner glaubte an die christliche Hoffnung der Auferstehung
In Bezug auf Wehner könne ein abgebildetes Buch für die Sorge um die Kultur stehen. "Wir teilten die Freude an der Kunst in dieser Kircher hier", hob der Zelebrant hervor. Dabei verwies er besonders auf die Bilder des einstigen Fuldaer Hofmalers Johann Andreas Herrlein, zu dessen Werken auch das von Müller beschriebene Bonifatiusbild zählt. Dieses zeigt weiterhin einen Dolch, der daran erinnern könne, das Wehner auch leidvolle Erfahrungen nicht erspart geblieben seien. Dabei warf Müller den Blick in erster Linie auf den Tod von Wehners Frau im Jahr 2012, aber auch auf enttäuschende Begegnungen mit anderen Menschen. Bei allem aber habe Wehner in der großen, christlichen Hoffnung auf die Auferstehung von den Toten gelebt. Noch zwei Tage vor dessen Tod habe Müller ihn am Pflegebett besucht und sich dort mit dem französischen "Adieu" verabschiedet, das er ihm nun auch im Requiem zurief.