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Paukenschlag beim SV Neuhof

Trainer Alex Bär erklärt seinen Rücktritt: "Ich kann das gesundheitlich nicht mehr"

Frust und Enttäuschung: Neuhofs Trainer Alex Bär hört als Trainer auf
Fotos: Hans-Hubertus Braune

30.05.2025 / NEUHOF - Frust, Enttäuschung und brutale Niedergeschlagenheit: Neuhofs Trainer Alex Bär zieht einen Schlussstrich. "Ich schaffe das nicht mehr, ich muss mich und meine Gesundheit schützen", sagt Bär am Donnerstagabend. Seine Entscheidung sei kein Entschluss gegen den SV Neuhof. Das betont Bär ausdrücklich, die Türe zum Verein sei aus seiner Sicht keinesfalls zu. Wie es nun beim Verbandsliga-Absteiger weiter geht, ist unklar.



Der Interimsvorstand sei jetzt gefordert und wird entscheiden, in welcher Form es weitergeht. Während die erste Mannschaft den bitteren Gang in die Gruppenliga antreten muss, feiert die zweite Mannschaft in einer Spielgemeinschaft mit der SG Hattenhof die Meisterschaft in der Kreisliga B und ist somit Aufsteiger in die A-Liga. Die Gefühlswelten können an diesem Tag nicht größer sein.

Während im schmucken Glückauf-Stadion die Fußball-Welt am Boden liegt, eskaliert die positive Stimmung fünf Kilometer entfernt in der Rippberg-Arena. Hattenhofs Vorsitzender Mirko Heil sprach wenige Stunden vorher von einer guten Zusammenarbeit der beiden Vereine. Erfahrene Kräfte wie der 40-fache Torschütze Witali Bese, Anton Balz und Johann Pfannenstiel haben die Spielgemeinschaft zur souveränen Meisterschaft in der Kreisliga B geführt.

Am Fuße des Kaliberges ist die Situation komplett anders. Hier herrscht Frust. Natürlich sportlich, was aber Alex Bär offenbar noch vielmehr umtreibt und seinen Entschluss hat reifen lassen: "Unsere Gesellschaft hat sich komplett gewandelt. Das ist nicht mehr der Fußball, den ich mochte. Diese unglaubliche Ausländerfeindlichkeit. Der blanke Hass belastet mich. Ich habe deshalb seit einiger Zeit schlaflose Nächte. Ich kann das nicht mehr. Ich habe mich zuletzt schon schwergetan, überhaupt durchzuhalten", sagt Bär gegenüber OSTHESSEN|NEWS.

Beim SV Neuhof spielen in erster Linie junge Spieler aus unterschiedlichen Nationen. Sie kommen nach Deutschland, um sich weiterzuentwickeln. Vor allem Bär und weitere Verantwortliche kümmern sich um die Jungs, um ihnen bei ihrem Alltag wie Jobs, Sprache, Behörden und Wohnungen zu unterstützen. Diese Arbeit, dieses Konzept wird in der Fußballszene immer wieder kritisiert. In Sandershausen sei ein 74-jähriger Betreuer der Neuhofer geschlagen worden, berichtet Bär von einem Beispiel. Der Hass gegenüber den ausländischen Spielern, gegenüber dem SV Neuhof habe ihn nun dazu bewogen, aufzuhören.

Während einige Waberner Spieler die Neuhofer Jungs nach dem Schlusspfiff versuchen aufzurichten, feiern die rund zwei Dutzend mitgereisten Fans den Auswärtssieg fast wie eine Meisterschaft. Es passt zum traurigen Bild und Tiefpunkt in der Geschichte des SV Neuhof - in einem ohnehin emotional schwierigen Jahr. (Hans-Hubertus Braune) +++

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