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Viele Ehrengäste vor Ort

25-jähriges Weihejubiläum der Lourdeskapelle: Gottesdienst mit Bischof Gerber

Gottesdienst mit Bischof Dr. Michael Gerber
Fotos: Moritz Pappert

29.05.2025 / EICHENZELL - Die Lourdeskapelle Eichenzell (Kreis Fulda) begeht in diesem Jahr ihr 25- jähriges Weihejubiläum. Udo Bauch, Überlebender des Zugunglücks von Eschede im Jahr 2000, ließ sie damals erbauen. Zu diesem besonderen Anlass fand am Mittwoch ein ganz besonderer festlicher Gottesdienst mit Bischof Dr. Michael Gerber statt. Eigentlich sollte dieser in der Kapelle zelebriert werden. Aufgrund des Wetters wurde der Gottesdienst in die katholische Pfarrkirche in Eichenzell verlegt.


Vor Ort waren unter anderem der Landtagsabgeordnete Thomas Hering (CDU), Bürgermeister Johannes Rothmund (CDU), Regierungspräsident Mark Weinmeister (CDU) und DB-Konzernsprecher Achim Stauß. "Ich danke Ihnen von Herzen, dass sie heute hier sind, um dieses besondere Jubiläum mit uns zu feiern", freut sich Udo Bauch.

"Meine Familie hat schwer unter den Folgen gelitten. Gemeinsam haben wir Kraft gefunden", sagt der Überlebende des Zugunglücks, der sich mittlerweile ehrenamtlich engagiert. "Es ist mein Herzenswunsch, durch mein Tun ein bisschen Hoffnung und Lebensmut in andere zu bringen", so Udo Bauch weiter.

Regierungspräsident Mark Weinmeister macht deutlich: "Wer die Bilder im Kopf hat, weiß, was dort innerhalb Zehntelsekunden passiert ist, bei dem 101 Menschen ihr Leben verloren. Niemand von uns kann erahnen, was sie durchgemacht haben."

DB-Konzernsprecher Achim Stauß sagt zu Udo Bauch: "Auf eine Entschuldigung der Deutschen Bahn mussten sie lange warten. Zu lange. Für uns als Deutsche Bahn ist es eine Mahnung, die Unversehrtheit unserer Fahrgäste an erster Stelle zu setzen. Sie hat Vorrang vor allem anderen."

Hintergrund:

Die Kapelle wurde am 28. Mai 2000, pünktlich zum zweiten Jahrestag des tragischen Zugunglücks von Eschede, feierlich eingeweiht. Sie ist eine bedeutende Gedenkstätte für die 101 Todesopfer des schwersten Zugunglücks in der Nachkriegsgeschichte sowie für die zahlreichen Verletzten, die bis heute mit den Folgen des Unglücks leben. Die Kapelle wurde von Udo Bauch, einem Überlebenden des Unglücks, als Dankes- und Gedenkstätte errichtet. Udo Bauch, geboren in Villingen im Schwarzwald, lebt seit 1996 in Eichenzell bei Fulda.

Udo Bauch, damals 30 Jahre alt, erlitt bei dem Zugunglück schwere Verletzungen. Über Monate war er auf den Rollstuhl angewiesen, durchlief zahlreiche Operationen und Rehabilitationen. Trotz aller Widrigkeiten kämpfte er sich zurück ins Leben und lebt heute mit einer 100-prozentigen Schwerbehinderung. In den vergangenen Jahren hat Bauch immer wieder öffentlich auf die Missstände bei der Schadensregulierung durch die Deutsche Bahn hingewiesen und sich für die Opfer eingesetzt. Seine Erfahrungen hat er in Büchern festgehalten. Für ihn ist sein Überleben kein Zufall, sondern ein Geschenk Gottes. Die Kapelle ist für viele Menschen ein Ort der Stille, des Gebets und der Erinnerung.

Das Jubiläum wurde von musikalischer Begleitung durch den Gesangverein Concordia Eichenzell sowie Solosänger Winfried Hartung gestaltet. (Moritz Pappert) +++

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