Dividende von fünf Prozent beschlossen
Energiegenossenschaft Vogelsberg präsentiert Zukunftsszenarien
Foto: Traudi Schlitt
27.05.2025 / ALSFELD -
Entwicklung von lokalen Energiesystemen und kommunalen Konzepten - genau um solche Themen ging es bei der Generalversammlung der Energiegenossenschaft Vogelsberg, die Ende Mai in der Alsfelder Stadthalle stattfand. Erneut traf sie auf große Resonanz.
Die Aufsichtsratsvorsitzende Ulrike Seip begrüßte neben mehr als 260 Mitgliedern auch Vertreter der Politik und der OVAG, Geschäftsfreunde und verbundene Genossenschaften. Die Erneuerbaren Energien seien Stellschrauben innerhalb des Klimawandels, betonte Seip, auch weil der Bedarf an Energie stetig steige.
"Ein echter Erfolg ist, wenn erneuerbare Energien lokal bleiben"
Die Bedeutung der Energiegenossenschaft für die Region unterstrich auch der Erste Kreisbeigeordnete Patrick Krug. Die Energiewende selbst sei immens wichtig nicht nur im Kampf gegen den Klimawandel, sondern auch für das Erreichen von Unabhängigkeit in der Versorgung. Darüber hinaus sei die Energieerzeugung auch ein Wirtschaftsfaktor. Großen Konzernen, die hier investierten, gehe es jedoch nicht um den Vogelsberg, sondern um Profite. Ein essenzieller Ansatz der Energiegenossenschaft hingegen sei es, die Wertschöpfung aus der Energieerzeugung in der Region zu belassen. Damit sei sie ein verlässlicher und vertrauensvoller Partner auch der Kommunen. "Ein echter Erfolg ist, wenn erneuerbare Energien lokal bleiben", so Krug. Engagierte Arbeit des Vorstands und des Teams
Wie die Energiegenossenschaft Vogelsberg eG dies tut, stellte der Geschäftsführende Vorstand Björn Köhler in seinem Bericht dar, den sein Vorstandskollege Udo Pfeffer ergänzte. Beide skizzierten die Erlöse aus Sonne und Wind und präsentierten verschiedene Kennzahlen: Die Anzahl der Mitglieder ist 2024 weiter angestiegen (Ende 2024 auf 1739) und damit auch die Geschäftsanteile, das Geschäftsguthaben und die Summe der Nachrangdarlehen. Knapp 22 Millionen Euro betragen inzwischen die Aktiva der EGV. Aufgrund des bekannten schlechten Sonnenjahres 2024 und im Vergleich zu dem sehr guten Windjahr 2023 blieb der Jahresüberschuss der Genossenschaft zwar leicht hinter dem Vorjahr zurück, dennoch schlugen Aufsichtsrat und Vorstand der Versammlung vor, erneut eine Dividende von fünf Prozent an die Mitglieder auszuschütten – ein Zeichen für anhaltend hohen Erfolg und für die Stabilität der EGV. Wiederwahl in den Aufsichtsrat
Der Vorstand nutzte die Versammlung auch, um das gewachsene Team der EGV vorzustellen: Zu Christina Jäger, die schon seit vielen Jahren für die Mitgliederverwaltung zuständig ist, kamen nun Eike Hucke (Technik), Daniela Schojan (Finanzen und Controlling), Dr. Sebastian Guth (Wärme und Sektorenkopplung) und Sabrina Bera (Buchhaltung) hinzu.Nach den Formalia war es dem Vorstand wie immer ein Anliegen einen Ausblick zu geben – sie tat dies zunächst mit einem Film, in dem das Team der EGV die verschiedenen Standbeine der Genossenschaft präsentierte. Neben der Energiegewinnung aus Sonne und Wind über die Speicherung hin zu der Erzeugung von Wärme und die Erarbeitung von Energiekonzepten als starker Partner für Kommunen. Dazu äußerten sich im Film auch eine Reihe von Bürgermeistern, die mit ihren Kommunen schon Kooperationen mit der EGV abgeschlossen haben.
"Der Energiemarkt hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt"
Perspektivisch blickte Vorstand Björn Köhler zunächst auf die Projekte mit Nachrangdarlehen. Hier stehen insbesondere Windkraftprojekte in den Startlöchern: So soll der Windpark Goldener Steinrück in Ulrichstein noch in diesem Sommer ans Netz gehen. Hier wurden 18 Alt-Anlagen abgebaut und durch fünf neue ersetzt, die die fünffache Menge an Strom erzeugen. Die Betreibergesellschaft setzt sich aus der OVAG, einem Hamburger Unternehmen und der EGV zusammen. Nachrangdarlehen können ab Juli gezeichnet werden. Für 2026 stehen der Windpark Trillrodt und Beteiligungen in Eitzing und Diemelstadt an. 2027 soll die Anlage im Kommunalwald Kirtorf (KoWaKi) erweitert werden und der Windpark Drei-Herren-Stein ans Netz gehen.