Der Stadtpfarrer bei O|N
Christi Himmelfahrt – "Nicht in den Himmel starren, sondern handeln"
Archivfoto: O|N/ Carina Jirsch
28.05.2025 / FULDA -
Doch die Himmelfahrt Christi ist mehr als ein Abschied. Sie ist ein Auftrag. Die Jünger stehen auf dem Ölberg, schauen dem entschwindenden Herrn nach – und bleiben wie versteinert stehen. Da treten zwei Engel zu ihnen und sagen: "Was steht ihr da und schaut zum Himmel?" Mit anderen Worten: "Ihr habt etwas zu tun! Los geht es!"
Jesus hat ihnen kurz zuvor den Auftrag gegeben: "Ihr werdet meine Zeugen sein – in Jerusalem, in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde." Sie sollen nicht in den Himmel starren, sondern nach vorne schauen – hinein in ihre Welt, in ihren Alltag, in ihre Städte und Dörfer. Dort sollen sie leben, was sie glauben. Dort sollen sie Zeugen der Auferstehung sein.
Der Himmel ist offen – aber unser Blick soll nicht in den Wolken hängen bleiben. Christus ist beim Vater – aber sein Geist ist bei uns. Und so geht der Blick heute vom Himmel zurück auf die Erde, vom Ölberg ins Leben, von der Anbetung zum Auftrag.
Morgen ist Christi Himmelfahrt – und morgen ist auch Vatertag. Ein Tag, an dem wir auch Gott Vater ehren dürfen, der seinem Sohn vertraut hat – und uns Menschen ebenso. Er traut uns zu, die Frohe Botschaft in die Welt zu tragen. Mit all unseren Stärken und Schwächen. Mit unserer Freude, mit unserem Zweifel, mit unserem Mut.
Lassen wir uns also rufen – nicht zum stillen Himmelsschauen, sondern zum lebendigen Zeugnis. Nicht mit erhobenem Kopf allein, sondern mit offenem Herzen und ausgestreckten Händen. Denn der Himmel beginnt dort, wo wir Gottes Reich heute schon leben.(Stefan Buß) +++