Am Sonntag ist 62. Weltgebetstag
Bischof Gerber: "Wer sich rufen lässt, kann zur Hoffnung für andere werden"
O|N-Archivbild: Martin Engel
11.05.2025 / FULDA -
Mit dem 62. Weltgebetstag um geistliche Berufungen lädt die Kirche am Sonntag dazu ein, für Berufungen zu beten und das Bewusstsein für den persönlichen Ruf Gottes zu schärfen. Die Botschaft von Papst Franziskus, die er noch vor seinem Tod am 21. April 2025 verfasst hat, steht in diesem Jahr unter dem Leitwort "Pilger der Hoffnung: das Geschenk des Lebens".
Darin ruft der verstorbene Heilige Vater eindringlich dazu auf, das eigene Leben als Antwort auf den Ruf Gottes zu begreifen und sich als Pilger der Hoffnung in Dienst nehmen zu lassen: "Jede Berufung in der Kirche – sei es als Laie oder zum geweihten Amt oder zum gottgeweihten Leben – ist ein Zeichen der Hoffnung, die Gott für die Welt und für jedes seiner Kinder hegt." Mit Blick auf die Lebenswirklichkeit junger Menschen heißt es weiter: "Doch der Herr, der das Herz des Menschen kennt, lässt uns in der Unsicherheit nicht allein, vielmehr möchte er in jedem das Bewusstsein wecken, geliebt, gerufen und als Pilger der Hoffnung gesandt zu sein."
Papst Franziskus betont dabei, dass jede Berufung aus der Hoffnung lebe, die sich im Vertrauen auf die göttliche Vorsehung verwandle: "Für den Christen ist Hoffnung nämlich viel mehr als bloßer menschlicher Optimismus: Sie ist vielmehr eine Gewissheit, die im Glauben an Gott wurzelt, der in der Geschichte eines jeden Menschen wirkt."
Weiter betont Bischof Gerber: "Der Weltgebetstag ist für uns alle eine Einladung, innezuhalten und zu fragen: Wo bin ich gerufen, Hoffnung zu säen? Wo kann mein Leben Licht für andere sein? Berufung ist kein abstraktes Konzept, sondern konkret, lebendig – und zutiefst notwendig für unsere Kirche." Er ermutigt besonders junge Menschen, die Stimme Gottes im eigenen Leben zu hören und sich begleiten zu lassen. "In einer lauten Welt braucht es Menschen, die hinhören. Wer sich rufen lässt, kann zur Hoffnung für andere werden – mitten im Alltag, mitten im Leben."
Hintergrund
Der Weltgebetstag um geistliche Berufungen wurde 1964 von Papst Paul VI. eingeführt. Das Zentrum für Berufungspastoral ist eine Arbeitsstelle der Deutschen Bischofskonferenz. Es unterstützt, fördert und vernetzt Bemühungen um die Berufungspastoral in den Bistümern Deutschlands, der Ordensgemeinschaften und Säkularinstitute. Weitere Informationen finden Sie unter www.berufung.org.
Botschaft zum 62. Weltgebetstag um geistliche Berufungen am 11. Mai 2025
Die Deutsche Bischofskonferenz ist ein Zusammenschluss der katholischen Bischöfe aller (Erz-)Bistümer in Deutschland. Derzeit gehören ihr 61 Mitglieder (Stand: Mai 2025) aus den 27 deutschen (Erz-)Bistümern an. Sie wurde eingerichtet zur Förderung gemeinsamer pastoraler Aufgaben, zur Koordinierung der kirchlichen Arbeit, zum gemeinsamen Erlass von Entscheidungen sowie zur Kontaktpflege zu anderen Bischofskonferenzen. Oberstes Gremium der Deutschen Bischofskonferenz ist die Vollversammlung aller Bischöfe, die regelmäßig im Frühjahr und Herbst für mehrere Tage zusammentrifft.(pm/ci)+++