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Junge Handwerker machen sich selbstständig

Jungbiber sind jetzt auf der Suche nach neuen Revieren

Burg, Damm Rutsche und Fraßspur – alles Bilder aus dem Vogelsbergkreis - sind die deutlichsten Zeichen für ein Biberrevier.
Fotos: M. Krauß, Lauterbach

08.04.2025 / REGION - Nach der Lehre ist es an der Zeit, sich selbstständig zu machen. Das gilt auch für junge Biber. Am 07. April ist der Tag des Bibers und ein guter Zeitpunkt, um auf die jungen Biber aufmerksam zu machen, die sich nun auf die Suche nach eigenen Revieren begeben.


"Jetzt im Frühjahr ist nach zwei Jahren die Lehrzeit der jungen Biber bei ihren Eltern beendet und sie verlassen den Bau, um eine eigene Familie zu gründen. Wer nicht freiwillig geht, bekommt von den Eltern den entscheidenden Schubs, denn Ressourcen wie Nahrung und Lebensraum reichen im elterlichen Revier nur für eine Familie zum Überleben", berichtet Maik Sommerhage, Landesvorsitzender des NABU Hessen.

Dem Biber auf der Spur

Auf der Suche nach neuen Lebensräumen wandern Jungbiber durchschnittlich 3 bis 25 Kilometer. Besonders engagierte Exemplare legen sogar über 100 Kilometer zurück und können dann an Flüssen und Teichen im ganzen Land auftauchen. Die Wanderschaft ist für die Biber allerdings auch gefährlich. "Manche Biber fallen auf ihrer Wanderung dem Straßen- oder Schienenverkehr zum Opfer", sagt der NABU Landesvorsitzende. Andere überleben die Revierkämpfen mit anderen Bibern nicht, denn die Biber bestehen auf einem eigenen Bereich für sich und ihre Familie und regulieren damit ihren Bestand selbst.

Wer einen neu zugewanderten Biber beobachtet, einen Damm oder eine Burg oder ein überfahrenes Tier findet, kann das gerne bei der AG Biber beim NABU Kreisverband Vogelsberg melden: Thomas Steinke (Schwalmtal), 06630-918841 oder Martin Krauß (Lauterbach), 06641-64340.

Die Chancen hierfür sind recht hoch, denn mittlerweile sind schon etwa 100 Biberreviere im Vogelsbergkreis bekannt. Aus etwa 60 Familienrevieren könnten jetzt bald Jungbiber abwandern. Vielleicht werden dann auch die bisher letzten zwei Gemeinden ohne Biber neue Mitbewohner bekommen – Romrod und Ulrichstein. Die AG Biber arbeitet eng mit dem amtlichen Bibermanagement zusammen. Ansonsten sind die zuständigen Forstämter von Hessenforst, im Vogelsberg die von Schotten, Romrod oder Burghaun, die passenden Ansprechpartner.

Hochwasserschutz durch nagenden Landschaftsarchitekten

"Wer fleißige Handwerker sehen möchte, der wird bei Bibern voll auf seine Kosten kommen. Wir Menschen profitieren von der ehrenamtlichen Arbeit der Biber enorm, da die von ihm geschaffenen Auenlandschaften die Hochwassergefahr deutlich verringern. Zudem wird durch die Dämme, bzw. die neuen Auen die Selbstreinigungskraft der Gewässer erhöht. So werden unsere Gewässer vor Dünger- und Gifteintrag geschützt, was wiederum der Qualität unseres Trink- und Grundwassers zugutekommt", erklärt Sommerhage.

Gleichzeitig werden in Flusslandschaften neue Lebensräume für Tier- und Pflanzenarten geschaffen: strukturreiche Stillgewässer entstehen, in denen sich Wasserpflanzen einstellen. Fische, Libellen und Amphibien finden wieder mehr Laichplätze und Weiß- und Schwarzstorch oder Eisvogel mehr Nahrung. (mp/pm) +++

Ein Biber pflegt sein Fell. Beobachtet nahe Lauterbach-Sickendorf.

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