Neues Führungsfahrzeug für den Ernstfall
Bürokratie in Hochform: DRK muss Monate auf Zulassung warten

Fotos: Henrik Schmitt
30.03.2025 / PETERSBERG - Dass Deutschland ein Bürokratie-Problem hat, ist klar. Jetzt macht auch der Landkreis Fulda in dieser Disziplin von sich reden. Eigentlich hätte das neue Führungsfahrzeug des "Ersten Sanitätszugs" des Deutschen Roten Kreuz (DRK) längst in Betrieb genommen werden müssen. Seit dem April 2024 steht es in Fulda. Nur die Zulassung lässt auf sich warten. Seit Monaten. Einen Lichtblick gibt es allerdings: Im Landratsamt ist die Zulassung jetzt Chefsache - in der nächsten Woche soll endlich die Zulassung erteilt werden.
"Bürokratie ist die Kunst, das Mögliche unmöglich zu machen"
Am 27. Januar dieses Jahres habe man die jetzt angegangen. Zuvor war das Fahrzeug weiter ausgestattet worden. Zuvor habe er schon versucht, zu erörtern, welche Papiere es für die Zulassung brauche. Mit denen im Gepäck sei er in der Zulassungsstelle des Landkreises Fulda vorstellig geworden. "Nach einer halben Stunde bin ich dann unverrichteter Dinge wieder gefahren", konstatiert Rippert. "Bürokratie ist die Kunst, das Mögliche unmöglich zu machen", schimpft er und fügt an: "Als Hilfsorganisationen gegen so eine Wand zu laufen, das ist das Letzte, was unser Land braucht"."Man hatte sich in den Traum des ewigen Friedens verliebt"
Brigitte Wettengel ist Vize-Präsidentin des DRK-Landesverbands Hessen und zur Indienststellung extra nach Marbach gekommen. "Ich freue mich immer wieder zu sehen, wie viel tolle Arbeit in den Ortsverbänden geleistet wird", erklärte sie. Dann schlägt Wettengel einen ernsteren Ton an. "Man hatte sich in den Traum des ewigen Friedens verliebt. Das hat sich geändert. Wir haben in Deutschland keinerlei Schutzräume, anders als unsere europäischen Nachbarn. Das muss sich ändern", fordert sie.DRK geht bei Zeitenwende voran
Dr. Andreas Opitz, Vizepräsident des DRK-Kreisverbands Fulda machte klar: "Der Kanzler hat zwar Zeitenwende gesagt, aber wir müssen es in unseren Köpfen umsetzen". Dabei geht das DRK voran. Unterstützt durch den Kreisverband, hat der Ortsverband das Fahrzeug mit eigenen Mitteln gekauft. Auch andere Ortsverbände betätigen sich in dieser Weise, wie Vorstandsvorsitzender Christoph Schwab berichtet. "Da dürfen wir bald einiges vorstellen. Die Fahrzeuge sind aufeinander abgestimmt. Denn: Im Ernstfall stehen wir alle zusammen".