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Rewe plant Neubau auf Zange-Areal

Baustart für Feuerwehr und Sportpark - Haushalt vorgestellt: "Wir tun es"

Auf dem Areal der ehemaligen Ziegelei Zange in Niederaula soll ein neuer Rewe-Markt gebaut werden Auf dem Areal der ehemaligen Ziegelei Zange in Niederaula soll ein neuer Rewe-Markt gebaut werden
Fotos: Hans-Hubertus Braune

25.03.2025 / NIEDERAULA - In Niederaula wird weiter in die Infrastruktur der Marktgemeinde investiert. Das geht auch aus der Gemeindevertretersitzung im Bürgerzentrum im Ortsteil Niederjossa hervor. Neben den gemeindlichen Projekten wurde bekannt, dass Rewe einen neuen Einkaufsmarkt auf dem Areal des ehemaligen Zange-Areals plant.



Bei einer Gegenstimme (Bürgerliste für Niederaula) und einer Enthaltung aus den Reihen der Sozialdemokraten brachten die Gemeindevertreter die ersten entsprechenden Änderungen des Bebauungsplanes auf den Weg. Zunächst muss die Regionalversammlung Nordhessen dem Vorhaben zustimmen. Geplant ist offenbar ein Markt mit integriertem Getränkemarkt, Metzgerei und Bäckerei mit Café nach neuem Standard. Die Gegebenheiten am aktuellen Standort geben dies nicht her. Der dortige Mietvertrag läuft aber noch bis zum Jahr 2031.

Im Mittelpunkt der Gemeindevertretersitzung stand die Vorstellung des Haushaltsentwurfes. Bürgermeister Thomas Rohrbach präsentierte das Zahlenwerk für das laufende Jahr. "Zu einer für Sie und für mich ungewohnten Zeit spreche ich zu Ihnen, um Ihnen den Haushaltsplan 2025 mit Stellenplan und Investitionsplan für 2025 bis 2028 vorzustellen. Dieser Umstand ist der Einführung einer neuen Finanzsoftware geschuldet, welche auch für die Verzögerung bei den Grundsteuerbescheiden und Verbrauchsabrechnungen Wasser und Abwasser verantwortlich ist", sagte Rohrbach in seiner Rede zum Haushalt 2025."

Zunächst ging Rohrbach auf die aktuelle Situation in der Welt, Europa, Deutschland und letztlich der Region ein. Trotz aller Vorsicht und laufend schlechter Wirtschaftsnachrichten ist die Situation in der Marktgemeinde Niederaula vergleichsweise erfreulich und ermutigend.

Über 40 Straßen bereits erneuert

"Wir gehören wohl noch nicht zu den Kommunen, die direkt am Abgrund stehen. Auch haben wir in der Vergangenheit viel in unsere Infrastruktur investiert und nicht ganz so viel falsch gemacht, wie vor einigen Jahren in Bezug auf die Erneuerung von über 40 Straßen, deren Kanäle und Wasserversorgungsleitungen geäußert wurde. Aus den Reihen der Bürger für Niederaula und auch teilweise den Reihen der Gemeindevertretung kamen Meldungen auf, dass wir weniger und langsamer bauen sollten. Die Entwicklung hat gezeigt, dass die Herangehensweise richtig war. Unsere Infrastruktur wurde in vielen Bereichen gestärkt und wir haben anderen Kommunen viele Dinge voraus und das Ganze bei einem überschaubaren Schuldenstand", sagte Rohrbach.

"Es wird viel über Investitionen gesprochen - wir tun es"

Der Rathauschef sagte weiter: "In diesen Zeiten wird viel über Investitionen der öffentlichen Hand zur Stärkung der Wirtschaft gesprochen. Wir tun es. Was vor einigen Jahren im Rahmen der Bereitstellung der Mittel im Haushalt bzw. der Verankerung im Investitionsprogramm begann und geplant wurde, wird in 2025, 2026 und 2027 im Bau befindlich sein, Formen annehmen und hoffentlich erfolgreich abgeschlossen werden. In vielen anderen Kommunen wurde viel geredet, an der Umsetzung hat es meist gehapert. Wir waren schneller beim Anschluss an die Kläranlage Bad Hersfeld. Andere Kommunen waren zeitgleich in den Diskussionen und haben heute noch keine Lösung. Der angesprochene Krippenbau war viel diskutiert, wir haben noch Fördermittel bekommen, ähnlich die Diskussionen um Feuerwehrgerätehäuser. Es gab auch bei uns jede Menge politischen Gegenwind, meine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und ich haben aber nicht nachgelassen und die Ziele weiter unter harten Rahmenbedingungen verfolgt und umgesetzt. Dies ist an allen nicht spurlos vorbeigezogen und muss sich für die Zukunft ändern, um die Kräfte zu bündeln."

Ausschreibungen laufen, notwendige Bauanträge würden in Kürze gestellt, die Vergabe der weiteren Planungsleistungen könne erfolgen und in 2025 "können die Bagger rollen", unter anderem beim Sportpark und der Feuerwehr. Bei einem derartig großen Investitionsvolumen sei es schon erstaunlich und deutlich hervorzuheben, dass eine Kommune wie die Marktgemeinde Niederaula dies aus der vorhandenen Liquidität beziehungsweise den zu erwartenden zukünftigen Einnahmen finanzieren könne. "Das schaffen wir in 2025 in der Praxis wohl noch und ich bin guter Hoffnung, dass wir in 2025 zunächst keine Kredite aufnehmen müssen, obwohl der Haushaltsplan dies vorsieht, was aber in 2026 durchaus der Fall sein wird", sagte Rohrbach.

Gerade in Zeiten rückläufiger Konjunktur sei die öffentliche Hand eine wichtige Stütze der Wirtschaft und wird versuchen müssen, zum Beispiel das Baugewerbe zu stützen. "Hierfür haben wir im Investitionsplan verschiedene Projekte, die wir in Kürze umsetzen werden, um unsere Marktgemeinde Niederaula attraktiver zu machen. Insbesondere der alte Ortskern in Niederaula hat ab dem Jahr 2025 die Möglichkeit, die Weichen für seine zukünftige Entwicklung zu stellen. Durch die Aufnahme in die Dorfentwicklung nach Genehmigung des IKEK können hier wichtige kommunale und private Impulse gesetzt werden", sagt der Rathauschef weiter.

"Die Nachfrage nach Bauplätzen hat wieder angezogen"

"Dass Niederaula als Wohn- und Gewerbestandort beliebt ist, sehen wir an der großen Nachfrage nach Wohnungen, die aber aktuell nicht gestillt werden kann. Wir hoffen das die neuen Bauplätze, auch für Mehrfamilienwohnhäuser einen wichtigen Impuls beim Stillen der Nachfrage spielen können, um den heiß begehrten aber aktuell nicht gerade günstigen Wohnraum zu schaffen. Aktuell bereiten wir zehn Kaufverträge für Einfamilienhäuser und die Mehrfamilienhäuser vor. Die Nachfrage nach Bauplätzen hat wieder angezogen", sagte Rohrbach.

Zu den Zahlen:

Der Haushaltsplan für das Haushaltsjahr 2025 wird im Ergebnishaushalt im ordentlichen Ergebnis:
mit dem Gesamtbetrag der Einkünfte auf 15.354.680,00 Euro.
mit dem Gesamtbetrag der Aufwendungen auf 15.529.292,00 Euro.

Die Steuerhebesätze für die Gemeindesteuern werden für das Haushaltsjahr 2025 wie folgt festgesetzt:
Grundsteuer A 300 Prozent
Grundsteuer B 300 Prozent
Gewerbesteuer 400 Prozent
Der voraussichtliche Stand der Verbindlichkeiten wird sich per 31.12.2025 auf 9.561.682,00 Euro belaufen.

Der Haushaltsentwurf wird nun in den Fraktionen und Ausschüssen beraten. Bei der Gemeindevertretersitzung im kommenden Monat soll dann abgestimmt werden. (hhb) +++