Speditionswelt stand für einen Moment still
"Ein Kämpfer": Malteser und Zufall erinnern an gemeinsamen Wegbegleiter
Foto: Antonia Sauer/Malteser Fulda
22.02.2025 / FULDA - Auch im Angesicht des Todes hat er "seine" Firma nicht außer Acht gelassen - "Sieh zu, dass alle Lkw immer sauber sind", steht auf der letzten Botschaft, die Thorsten Franz seiner Kollegin Kathrin Fehler, Bereichsleitung Produktion, hinterlassen hat. "Seine Lebensgefährtin Andrea hat nur einige Minuten, nachdem Thorsten für immer eingeschlafen ist, bei mir angerufen", berichtet Fehler von dem Moment, als sie erfahren hat, dass ihr langjähriger Kollege und zum Schluss auch Freund gestorben ist.
"Er wollte aber alles wissen und immer auf dem neuesten Stand sein"
Gemeinsam mit Sonja Straberger-Hohmann, Koordinatorin Trauerbegleitung beim Malteser Hospizdienst in Fulda, hat Franz seine Lebensgeschichte in einer Palligrafie aufgeschrieben. Wie wichtig sein Arbeitsplatz für ihn war, wurde auch in diesem Schriftstück deutlich. "Dass ein Arbeitgeber dieses Auf und Ab bei einer solchen Krankheitsgeschichte mitträgt, den erkrankten Mitarbeiter sogar noch einbindet, das ist nicht die Regel, sondern eher selten", beschreibt Wilfried Wanjek, Malteser Hospizdienstleiter in Fulda. Franz habe es, laut seinen Kolleginnen und Kollegen, den Mitarbeitenden auch leicht gemacht."Er hätte es gar nicht zugelassen, dass er nicht mehr eingebunden wird. Wir wollten ihn eigentlich vor Arbeitsthemen schützen. Er wollte aber alles wissen und immer auf dem neuesten Stand sein", sagt Kathrin Fehler. Manchmal sei es eine Herausforderung gewesen, ihn an den Prozessen zu beteiligen, denn ihn immer wieder abzuholen sei zeitintensiv gewesen. Gerade Kathrin Fehler habe, als direkte Kollegin, durch die Erkrankung von Franz noch mehr arbeiten müssen. "Trotzdem war es mir wichtig, dass ich ihm die Möglichkeit gegeben habe, sich an den Prozessen zu beteiligen. Wir sind auch erst durch die Krankheit zu Freunden geworden", so Fehler.
Die Erinnerung bleibt
Auch über die Grenzen des Logistikers Zufall hinaus war Franz ein bekanntes Gesicht. "Am Tag seiner Beerdigung stand die Logistikbranche für einen Moment still", so Fehler. Das Unternehmen ermöglichte allen Mitarbeitenden ihm die letzte Ehre zu erteilen. "Wir sind zwar ein großes Unternehmen, jedoch auch eine Familie. Daher war es uns wichtig, dass alle die Möglichkeit haben dabei zu sein. Egal, ob ein Lkw an diesem Tag stehen blieb oder nicht", so Holger Hamperl. Hospizdienstleiter, Wanjek, unterstreicht dabei noch einmal, wie wichtig es ist, dass Trauer auch am Arbeitsplatz gelebt werden kann.Was bleibt ist die Erinnerung an einen Vollblutmitarbeiter, der seine Liebe zum Beruf und Unternehmen schriftlich verewigt hat. Als Dank für diese Arbeit hat das Unternehmen Zufall 2.000 Euro an den Hospizförderverein "LebensWert" Fulda gespendet, dieser unterstützt die Arbeit des Malteser-Hospizdienstes in Fulda. Auch möchte das Logistikunternehmen die Arbeit des Malteser-Hospizdienstes weiterhin unterstützen. "Wir haben die Arbeit des Hospizdienstes erst so durch Thorstens Leiden kennen und schätzen gelernt und konnten sehen, wie wichtig die Betreuung in einer solch besonderen Lebensphase ist", so Holger Hamperl. (mis/pm) +++