Kundgebung für Demokratie
IHK will nicht an der Demo "Unsere Kreuze haben keine Haken" teilnehmen
O|N-Archivbilder
21.02.2025 / FULDA -
Unter dem Motto "Demokratie stärken - Zeichen gegen Rechts setzen" soll am Freitagabend ab 18 Uhr eine Kundgebung auf dem Fuldaer Uniplatz stattfinden. Initiiert von 'Fulda stellt sich quer' und weiteren Vereinen rechnen die Veranstalter nach eigenen Angaben mit rund 2.500 Teilnehmern. Nachdem bundesweit in den letzten Wochen mehrere hunderttausend Menschen für Demokratie und gegen Rechtsextremismus auf die Straße gegangen sind, soll auch in Fulda erneut ein starkes Zeichen gesetzt werden.
In einer gemeinsamen Presseerklärung lehnen die IHK Fulda, die Kreishandwerkerschaft und der Arbeitgeberverband Osthessen die Teilnahme an der Kundgebung ab. Darin heißt es: "Deutschland steht nach zwei Jahren der Rezession vor einer Richtungsentscheidung. Selten kam einer Bundestagswahl eine so große Bedeutung zu, welchen Weg unser Land in Zukunft einschlagen wird. Und selten spielte die Wirtschaft eine so geringe Rolle wie in diesem Wahlkampf, obwohl Bundeswirtschaftspolitik, hohe Bürokratie, nicht wettbewerbsfähige Energiekosten und steigende Arbeitskosten von den regionalen Unternehmen als größte Risiken für die zukünftige Entwicklung gesehen werden.
Parteipolitisch neutral heißt jedoch nicht werteneutral. Als Organisationen der verfassten Wirtschaft stehen wir fest hinter den Leitbildern der Ehrbaren Handwerker und der Ehrbaren Kaufleute sowie den Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft. Dazu gehören Weltoffenheit, Vielfalt und Freiheit! Wir verurteilen die unmenschlichen Verbrechen der vergangenen Wochen, die durch ausländische Einzeltäter verübt wurden, warnen aber zugleich davor, diese für politische Zwecke zu missbrauchen und von den dringlichsten wirtschaftlichen Problemen unseres Landes abzulenken. Illegale Einwanderung, das Grundrecht auf Asyl und Fachkräfteeinwanderung sind zudem verschiedene Themen. In diesem Zusammenhang sind wir fest davon überzeugt, dass sich unser Wohlstand ohne Anwerbung und Zuwanderung von ausländischen Fachkräften nicht halten lassen wird. Allein im Landkreis Fulda fehlen bis zum Jahr 2030 über 10.000 Fachkräfte. Ein Umfeld, das rassistisch und intolerant ist, ist daher nicht nur aus moralischen, sondern auch aus ökonomischen Gründen, absolut inakzeptabel. Wir hoffen auf eine friedliche und faire Wahl, bei der sich die Kräfte durchsetzen, die unsere Werte- und Wirtschaftsordnung teilen."
Dr. Christian Gebhardt & Michael Konow, Industrie- und Handelskammer Fulda
Thorsten Krämer & Gabriele Leipold, Kreishandwerkerschaft Fulda
Sebastian Wassermann & Manfred Baumann, Arbeitgeberverband Osthessen e.V.
(ci/pm)+++