Vor der Bundestagswahl
ARD-«Wahlarena»: Merz fährt S-Bahn - Weidel wird persönlich
Foto: Kay Nietfeld/dpa
18.02.2025 / BERLIN -
Sechs Tage vor der Bundestagswahl stellen sich die Kanzlerkandidaten in einer ARD-Sendung den Fragen von Wählerinnen und Wählern. Vor allem bei Weidel wird es privat.
Die Kanzlerkandidaten haben in der ARD-«Wahlarena» kritische Bürgerfragen zu Rente, Steuern, Fachkräftemangel und hohen Mieten beantworten müssen. Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz versuchte mit der Ankündigung von Steuersenkungen und radikalen Änderungen beim Bürgergeld, bei den Wählern zu punkten. «Diejenigen, die nicht arbeiten, aber arbeiten können, werden in Zukunft kein Bürgergeld mehr bekommen», kündigte der CDU-Politiker für den Fall einer von der Union geführten Regierung nach der Bundestagswahl am 23. Februar an.
Klimaschutz und Regulierung
Unterschiede gebe es beim Klimaschutz vor allem zu den Grünen, sagte Merz. Die Union setze auf Technologieoffenheit und Innovationen. «Wir wollen es nicht mit mehr Regulierung.» Der Kurs der früheren Ampel-Regierung und der Grünen hat nach seiner Einschätzung auf Dauer nicht die Zustimmung der Bevölkerung. «Wenn, dann müssen wir es mit der Bevölkerung machen.»Merz sagte, die Union setze auch auf CO2-Bepreisung, die das Heizen und Tanken teurer macht. Es sei nicht so, «dass die Preise da durch die Decke gehen, das wird nicht der Fall sein». Der Anstieg werde schrittweise geschehen, um die Bevölkerung mitzunehmen.
Merz kann man in der Berliner S-Bahn antreffen
Als jemand nach dem Deutschlandticket fragte, ließ Merz wissen: «Ich fahre hier in Berlin relativ häufig S-Bahn und U-Bahn, meine Sicherheitsleute mögen das mittlerweile nicht mehr, aber ich fahre hier sehr viel.» Er sprach sich grundsätzlich dafür aus, das Deutschlandticket über das laufende Jahr hinaus zu erhalten. Man müsse sich mit den Ländern darüber verständigen, wie das zu bezahlen sei, «denn das ist ein ziemlich teures Projekt». Merz schränkte zudem ein, das Ticket sei «vor allen Dingen etwas für die Ballungsräume».Scholz gab zurück, es brauche «konkrete Maßnahmen bei den vorhandenen Mieten», etwa die Verlängerung der Mietpreisbremse. Außerdem habe die Bundesregierung die Grundlage geschaffen dafür, dass mehr bezahlbare neue Wohnungen gebaut werden könnten.
Passt Weidels Lebensentwurf zur AfD?
Ein junger Mann, der sich als Homosexueller vorstellte, wollte von Weidel wissen: «Wie können Sie eigentlich Mitglied dieser Partei sein als homosexuelle Person?» Nach ihrer persönlichen Lebenssituation als Frau, die mit einer Frau und zwei Kindern in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft lebt, wurde Weidel auch von anderen Studiogästen gefragt. Im Wahlprogramm der AfD heißt es: «Die Familie, bestehend aus Vater, Mutter und Kindern, ist die Keimzelle der Gesellschaft.» Weidel sagte, dies sei ein «Leitbild», das auch sie vertrete.Knappe Staffelübergabe zwischen den Kandidaten
In der Sendung «Wahlarena 2025 zur Bundestagswahl» hatten Wählerinnen und Wähler die Möglichkeit, ihre Fragen live an die Kanzlerkandidaten zu richten. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) hatte vergeblich versucht, sich auf juristischem Wege einen Platz in der Sendung zu erstreiten.