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Wahlkampf im Kino

Kanzler Olaf Scholz (SPD) vor dem O|N-Mikro: "Klare Position entwickeln"

Olaf Scholz im Selfie-Modus
Fotos: Hans-Hubertus Braune

18.02.2025 / KASSEL - Kino am Montagmorgen mit Bundeskanzler Olaf Scholz: Der Spitzenkandidat der Sozialdemokraten hat auf dem Weg zum EU-Sondergipfel in Paris in Nordhessen eine Zwischenlandung eingelegt. Der Wahlkampfauftritt war schon länger geplant. Einen weiteren Auftritt am Nachmittag in Marburg musste der Regierungschef jedoch absagen.



Statt Marburg traf Scholz auf Einladung vom französischen Präsident Emmanuel Macron die Staats- und Regierungschefs aus Frankreich, Großbritannien, Italien, Polen, Spanien, den Niederlanden, Dänemark und der Europäischen Union. Am späten Abend steht dann das nächste TV-Duell in Berlin auf der Agenda.

In Kassel empfingen ihn rund 400 Besucher im großen Saal des Kinos in der Innenstadt - nachdem sie die Sicherheitsvorkehrungen geschafft hatten. Zahlreiche Polizeiwagen vor dem Eingang und Sicherheitsschleusen inklusive Spürhund im Gebäude zeugen von der riskanten Lage.

Wichtiges Telefonat vor dem Auftritt

Scholz kam pünktlich um 10:10 Uhr im Cineplex an, betrat wegen eines wichtigen Telefonats die Bühne mit ein paar Minuten Verspätung. Er kam am Morgen mit dem Regierungsflieger inklusive einem weiteren Begleitflugzeug am Flughafen Kassel-Calden an.

Bevor der Kanzler mit warmherzigem Applaus begrüßt wurde, konnten sich die nord-osthessischen Direktkandidaten vorstellen. Sowohl Christine Fischer für den Wahlkreis Fulda als auch Daniel Iliev für den Wahlkreis Werra-Meißner/Hersfeld-Rotenburg sprachen die Herausforderungen des ländlichen Raumes an.



Digitalisierung, Bürokratieabbau, Wirtschaft und Migration waren dann die Themen der rund 50-minütigen Fragerunde. Fragenstellen bei Popcorn und Cola: Scholz stellte sich den Kinobesuchern. Er präsentierte sich mit ruhigem, sachlichem Ton und distanzierte sich im Eingangsstatement nochmals klar von der AfD. Er schloss eine Zusammenarbeit aus.

Sachlich, zumeist beide Hände am Mikrofon und neben dem Stehpult stehend, lieferte Scholz einen unaufgeregten Wahlkampfmodus. Anschließend hieß es hundertfach in die Handykameras zu grinsen. Von seinen Sicherheitsleuten perfekt organisiert, stellte sich ein Großteil der Besucher in die Schlange, Handy abgeben, Tasche abgeben, neben Scholz stellen: "Bitte hierherschauen", zack ein, zwei Klicks und schon wurden Handy und Tasche übergeben. 300 Selfies in gefühlt zehn Minuten.

Limousinen vor dem Kino

Nach dem rund 80-minütigen Wahlkampfauftritt zog sich Scholz zurück, produzierte mit einem Youtube-Kanal ein zunächst in Marburg vereinbartes Podcast. Während die Limousinen und die Polizeiwagen samt bereitgestellten Rettungswagen und Notarztfahrzeug die Blicke der Passanten auf sich zogen, warteten einige Fotografen auf die Abfahrt des Kanzlers. Dieser kam mit seinem Konvoi gegen 13:35 Uhr wieder am Flughafen in Calden an und wenig später hob der Regierungsflieger Richtung Paris ab. Ein Kanzler zwischen Wahlkampfmodus und komplizierter weltpolitischer Lage.

Der Artikel wird später aktualisiert. (Hans-Hubertus Braune) +++

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