Klinikum Fulda
Augenklinik implantiert Mini-Teleskoplinse und bietet Patienten neue Sehschärfe
Symbolbild: pixabay
16.02.2025 / FULDA - Ein Mini-Teleskop hilft Patienten mit trockener altersbedingter Makuladegeneration, die das scharfe Sehen beeinträchtigt, ihre Selbständigkeit im Alltag länger zu erhalten: Das Ärzteteam der Augenklinik des Klinikums Fulda unter der Leitung von Direktor Dr. Markus Ladewig hat erstmals erfolgreich eine Mini-Teleskoplinse in das Auge eines Patienten implantiert. Das Implantat ersetzt die körpereigene Linse und verbessert die Lesefähigkeit.
Dieses innovative Verfahren, das nur von wenigen spezialisierten Zentren in Deutschland angeboten wird, eröffnet Patienten in der Spätphase der trockenen altersbedingten Makuladegeneration (AMD) neue Hoffnung die Lesefähigkeit zurückzubekommen – und somit ein selbstständigeres Leben. "An trockener altersbedingten Makuladegeneration leiden insbesondere Menschen im höheren Alter, also über 70-Jährige", so Dr. Ladewig. "Die Betroffenen erfahren einen schleichenden Verlust der Sehkraft. Irgendwann sehen sie beim Fokussieren nur noch einen unscharfen dunklen Fleck. Ihr Sehfeld verringert sich zunehmend und sie können ohne Lupe nicht mehr lesen, können keine Verkehrsschilder oder gar das Gesicht ihres Gegenübers er-kennen", so Ladewig weiter.
Vorteile für den Patienten
Für Patienten bedeutet der Einsatz einer Mini-atur-Teleskoplinse ein verbessertes Sehvermögen um durchschnittlich drei bis vier Zeilen auf der Sehtafel und einer nachhaltig verbesserten Sehkraft auch nach fünf Jahren. Durch das Zurückgewinnen der visuellen Unabhängigkeit wird die Lebensqualität zurückgewon-nen. Die Patienten können mit Hilfe des Implantats im Zentrum ihres Gesichtsfelds wieder besser sehen und sind in der Lage, alltägliche Aufgaben wie Lesen, Fernsehen oder das Er-kennen von Straßenschildern und Gesichtern leichter zu bewältigen. Der erste Patient, der im Klinikum Fulda mit der Mini-Teleskoplinse behandelt wurde, zeigte bereits nach der Operation eine deutliche Verbesserung seiner Sehfähigkeit. "Wir freuen uns sehr über den erfolgreichen Eingriff und die positive Entwicklung unseres Patienten", erklärt Dr. Ladewig. "Die Mini-Teleskoplinse", so Ladewig weiter, "ist eine revolutionäre Technologie, die vielen Menschen mit AMD eine neue Lebensqualität ermöglichen kann." Das Klinikum Fulda plant, in Zukunft noch mehr Patienten diese innovative Behandlung anzubieten. "Wir möchten sicherstellen, dass möglichst viele Menschen, die von AMD betroffen sind, Zugang zu dieser Therapieoption erhalten". (pm/ci)+++
Foto: Klinikum Fulda