✕

Praxisumzug nach dem 31. März

Wer behandelt nach Umzug der Löschenröder Ärzte ortsnahe Patienten?

Das Ärztepaar aus Löschenrod hat die Praxis von Eichenzell nach Neuhof verlegt
Archivfoto: O|N/ Rene Kunze

11.02.2025 / EICHENZELL - Wer in Eichenzell-Löschenrod krank wird und ein Rezept vom Hausarzt vor Ort oder eine Krankmeldung braucht, hat ab 31. März vermutlich schlechte Karten. Wie bereits mehrfach berichtet, waren dem dort ansässigen Ärztepaar Dr. Eszter Szokonya und Dr. habil. Gabor Erös aus Löschenrod die Praxisräume in der Hauptstraße 5 von ihrer Vermieterin zum Jahresende gekündigt wurde. Die Hausbesitzerin, die zuvor selbst als Ärztin dort gearbeitet hatte, hatte Mitte 2024 für die Räume Eigenbedarf angemeldet.


Von der Kündigung zum Jahresende war das Paar überrascht worden und suchte händeringend nach neuen Praxisräumen. Zum Glück konnte die Kündigung zum Jahresende durch eine Duldungsvereinbarung bis zum 31. März hinausgeschoben werden. Wie berichtet haben die Mediziner mittlerweile neue Praxisräume in Neuhof gefunden. Das sei für ihre Patienten gut zu erreichen - wenn auch nicht mehr fußläufig. Erst im Herbst 2022 hatten die beiden Ärzte die ehemalige Praxis übernommen und im Quartal etwa 1.800 - im Jahr bis zu 4.000 Patienten betreut.

Eichenzells Bürgermeister Johannes Rothmund bedauerte den Umzug: "Leider verlassen die Ärzte Dr. Szokonya und Dr. Eros nach nur gut zwei Jahren wieder Löschenrod. Wir haben als Gemeinde die damalige Ansiedelung intensiv unterstützt. Zu unserem großen Bedauern hat die Vermieterin das Mietverhältnis zum 31.12.2024 beendet. Ab diesem Zeitpunkt standen wir in engem Kontakt mit den Ärzten und begaben uns auf die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten in der Gemeinde Eichenzell. Hier darf ich mich im Übrigen herzlich bei den zuständigen Mitarbeitern des Landkreises und der KV Hessen bedanken, die uns in dieser Phase pragmatisch unterstützt haben", so der Bürgermeister.

Rothmund erinnert daran, dass zur Sitzung der Gemeindevertretung vom 12.12.2024 eine Lösung für den Erwerb und den Umbau einer geeigneten Immobilie vorgestellt wurde, in der dann eine Fläche für die Ärzte aus Löschenrod zur Verfügung gestanden hätte. Aber die Gemeindevertretung habe die Bedingungen des Eigentümers nicht akzeptiert; ein Gegenangebot sei von diesem abgelehnt worden. Ein entsprechender Haushaltsansatz sei durch die Gemeindevertretung in der Dezember-Sitzung mit einem Sperrvermerk versehen worden, der auch nur durch die Gemeindevertretung wieder aufgehoben werden könne.

Die Ärzte konnten mit der Vermieterin zwar eine Verlängerung des Nutzungsverhältnisses bis 31. März 2025 aushandeln, jedoch wuchs nun der Handlungsdruck. Innerhalb weniger Tage konnte eine mögliche Alternativfläche identifiziert und besichtigt werden. Hier wären allerdings gleichfalls Umbauarbeiten erforderlich gewesen. Den Ärzten wurde die Bereitschaft der Gemeinde signalisiert, den Umbau zu unterstützen.

Nach Gesprächen mit dem aktuellen Mieter über eine vorzeitige Auflösung des Mietvertrages und einer grundsätzlichen Einigung mit der Vermieterin ging am Mittwoch, den 15.1.2025, die schriftliche Liste der aus Sicht des Landkreises Fulda erforderlichen Umbauarbeiten ein. Am 16.1.2025 unterzeichnete die Vermieterin den Mietvertrag. Zu einer Unterzeichnung des Mietvertrages durch die Ärzte kam es dann nicht mehr. Schließlich hätten die Ärzte mitgeteilt, dass sie bereits in Neuhof einen Mietvertrag unterzeichnet hätten; das dortige Objekt sei besser geeignet.

Rothmund hofft, dass die Mediziner auch in Neuhof die Versorgung ihrer in Eichenzell lebenden Patienten sicherstellen könnten. Zugleich bedauert er den Weggang aus der Gemeinde Eichenzell sehr, wünscht ihnen aber dennoch viel Erfolg am neuen Standort.

Bemühungen der Gemeinde um Neuansiedlungen

"In Eichenzell direkt stehen mit Dr. Angelika Schultze und Dr. Viola Shishmani (ehemals Praxis Heinrich Syski) aktuell zwei Arztpraxen zur Versorgung der Patienten zur Verfügung; beide Ansiedelungen haben wir als Gemeinde Eichenzell aktiv begleitet und unterstützt. In Löschenrod verbleibt mit Dr. Valeriu Gorcea eine Arztpraxis. Hinzu kommt die Gemeinschaftspraxis in Rothemann mit Oliver Jacob, Dr. Daniel Nolte und Dr. Marcus Weß sowie der Weiterbildungsassistentin Dragana Santek. Wir bemühen uns auch weiter aktiv darum, dass bestehende Praxisstandorte weitergeführt werden und Neuansiedlungen gelingen. Die Herausforderungen im Gesundheitssystem müssen allerdings in Bund und Land gelöst werden. Die Bedingungen für hausärztlich tätige Mediziner müssen dringend verbessert werden; sie bilden das Rückgrat der medizinischen Versorgung, gerade im ländlichen Raum", erklärt Johannes Rothmund. (ci)+++

X