Vom Schnitzel bis zur Salami
11.400 Tonnen Fleisch landen im Kreis Fulda pro Jahr auf dem Teller
Foto: NGG | Tobias Seifert
29.01.2025 / REGION FD -
Vom Schweinekotelett bis zum Hähnchenschnitzel: Im Landkreis Fulda werden pro Jahr rund 11.400 Tonnen Fleisch gegessen – rein statistisch zumindest. Im Schnitt lag der Pro-Kopf-Verbrauch von Fleisch bei zuletzt 51,6 Kilo im Jahr – und damit bei gut 140 Gramm am Tag. Darauf hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten hingewiesen. Die NGG Nord-Mittelhessen beruft sich dabei auf Zahlen des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL).
"Die Menge an Fleisch, die auf den Teller kommt, wird weniger: Der Pro-Kopf-Verzehr geht seit Jahren kontinuierlich zurück. Trotzdem bleibt Fleisch ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Und dahinter steckt immer auch die Arbeit von Menschen", sagt Andreas Kampmann. Der Geschäftsführer der NGG Nord-Mittelhessen lenkt damit den Blick auf die Fleischproduktion: Neben der Haltung der Tiere sei auch deren Schlachtung und die Fleischverarbeitung ein "entscheidender Aspekt, den viele gerne ausblenden", so Kampmann.
Fleischindustrie immer noch eine Niedriglohnbranche
Ein wichtiger Punkt sei dabei der Lohn: "Es geht darum, was die Menschen verdienen, die dafür sorgen, dass Filets, Salami, Kochschinken oder Leberwurst auf den Tisch kommen", sagt Andreas Kampmann. Der Geschäftsführer der NGG Nord-Mittelhessen kritisiert, dass die Fleischindustrie immer noch eine Niedriglohnbranche ist.Kampmann: "Das ist ein Knochenjob"
Insgesamt sind im Landkreis Fulda nach Angaben der NGG aktuell rund 610 Menschen in der Fleischindustrie beschäftigt. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf Angaben der Arbeitsagentur. Hinter der Fleischproduktion stecke eine harte Arbeit: "Das ist ein Knochenjob. Allein beim Zerlegen von Schweinehälften wuchten die Beschäftigten eine tonnenschwere Last am Tag: Eine Schweinekeule wiegt zwischen 5 und 10 Kilogramm. Und in einer Schicht trägt ein Zerleger mehr als 200 Mal Keulen aufs Produktionsband", erklärt Kampmann.Auch deshalb sei es höchste Zeit, die Arbeit in der Fleischindustrie "endlich besser zu bezahlen". Die Gewerkschaft NGG werde jetzt alles tun, um ein Lohn-Plus am Tariftisch durchzusetzen: 14,50 Euro pro Stunde soll der neue Mindestlohn der Branche sein. Die Tarifverhandlungen für die Fleischindustrie starten Anfang Februar. (mmb/pm) +++
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