158 Obstbäume auf 13 Flächen
Beeindruckend! Naturstiftung Vogelsberg zog sehr positive Bilanz
Fotos: Dieter Graulich
26.11.2024 / VOGELSBERGKREIS - Eine stolze Bilanz der Jahre 2022 und 2023 - genau das zog jetzt die Naturlandstiftung Vogelsberg in ihrer Jahreshauptversammlung. In der gut besuchten Veranstaltung in der Gaststätte Schwalbennest in Alsfeld informierte zunächst der stellvertretende Vorsitzende Hanfried Böttner von der Teilnahme an Vorstandssitzungen des Landesverbandes und Rechnerin Andrea Schönfeld berichtete über eine gute Kassenlage.
Im Mittelpunkt stand dann der Bericht des Geschäftsführers Erwin Ikerna der letzten beiden Jahre, der von einem Bildvortrag über die Pflegemaß-nahmen umrahmt wurde. So wurden im April 2022 die Flächen Kalkberg, Reuterberg und Gieselwiese in Maar an den neuen Schäfer und Pächter des Gemeinschaftsstalle Maar, Michael Prediger übergeben. Bedauerlicherweise musste, ebenfalls im April 2022, die große Fläche in Höckersdorf sowie zwei Flächen in Ober-Ohmen, wegen grober Verstöße gegen den Pflegeplan gekündigt und neu vergeben werden.
Pflegemaßnahmen, die durch Stürme und Starkregen erforderlich waren
Als erfreulich bezeichnete Ikerna, dass im Januar des Vorjahres aus dem Regionalbudget "Förderprogramm für Kleinprojekte" des Vogelsbergkreises, ein Landschafts- beziehungsweise Biotoppflegeset mit Motorsäge, Motorsense und Hochentaster im Wert von 2.300 Euro mit 80 Prozent bezuschusst wurde. Die Volksbank Lauterbach-Schlitz bedachte die Naturlandstiftung in 2022 und 2023 mit insgesamt 750 Euro aus der Vereinsförderung und aus dem neuen Förderprogramm "Kennarten in Dauergrünland" gab es 2023 für sieben Flächen eine Förderung von 319 Euro pro Hektar.Ausführlich berichtete Ikerna über die Pflegemaßnahmen der letzten beiden Jahre, die durch Stürme und Starkregen auf den Flächen am Pfingstberg/Wallenrod, am Hoherodskopf/Höckersdorf, an der Teichanlage/Storndorf und den Ganßteichen/Maar erforderlich geworden waren. Die Apfelbäume der großen Streuobstwiese in Maar wurden im Juni 2022 mit hunderten Gespinsten des Apfelspinners beziehungsweise der Apfelgespinstmotte befallen. Durch sehr starke Sonneneinstrahlung und starken Wind löste sich das Problem jedoch wieder auf.
Lebensraum für Kröten, Igel, Wiesel, Zaunkönig und andere Tiere
Als ein Eldorado für Schmetterlinge, Libellen, Wasservögel und Amphibien bezeichne der Geschäftsführer die Teichanlage in Storndorf, die im Dezember 2022 in 90 Stunden Eigenleistung saniert wurde. Die Fläche wurde komplett gemäht und das Schnittgut für die Eiablage der Ringelnatter angehäuft. Um und auf das Schnittgut wurde angefallenes Astwerk von Entbuschungen als Lebensraum und Unterschlupf für Kröten, Igel, Wiesel, Zaunkönig und anderes Getier aufgehäuft. Fünf zugewachsene und verbuschte Flächen mit einer Gesamtgröße von 2,24 Hektar in Erbenhausen wurden von Oktober bis Dezember 2023 wieder dem eigentlichen Naturschutzzweck zugeführt. Acht weitere Flächen in Schadenbach und eine in Büßfeld sollen im Winter 2024/2025 bearbeitet werden.
Erfolg: Biber siedelte am Ganßteich in Maar an
Erwin Ikerna verzeichnete aber nicht nur mühevolle Arbeitseinsätze, sondern auch Erfolgserlebnisse in seinem Bericht. So siedelte sich Mai 2022 ein Biber am Ganßteich in Maar an und fällte einige Weiden. Am Abfluss errichtete er einen kleinen Damm und der Wasserstand stieg somit um 15 bis 20 Zentimeter höher.Auf einer Feuchtwiese in Wernges gab es wieder einige Orchideen, die sich auch nach dem kompletten Umbruch durch Schwarzwild wieder erholten. Hier wurde auch im September des Vorjahres erstmals Wollgras festgestellt. Auf der anderen Seite des Baches sei der Orchideenbestand inzwischen wegen Staunässe erloschen, da-für gebe es jetzt im Frühsommer ein gelbes Meer von Sumpfdotterblumen.
Auszeichnung für Erhaltung von Arnika
Eine Fläche in Engelrod mit einem Bestand von Arnika wurde als genetisches Erhaltungsgebiet für Hessen angemeldet und wird vom Botanischen Garten der Universität Marburg wissenschaftlich betreut. Die Fläche wurde auch in das Netzwerk genetische Erhaltungsgebiete Deutschland aufgenommen. Der Bewirtschafter, Rüdiger Rausch, und die Naturlandstiftung Vogelsberg, wurden in Anerkennung ihrer Bemühungen zur Erhaltung von Arnika durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung ausgezeichnet.Abschließend bilanzierte Ikerna, dass die Naturlandstiftung insgesamt 53 Flächen mit 53,8290 Hektar, davon 42,3535 Hektar Eigentum in Bewirtschaftung habe. Darunter seien auch 13 Streuobstwiesen mit 158 Bäumen. Zu den Teichanlagen führte er aus, dass 14 Teiche mit 200 bis 600 Quadratmeter Wasserfläche sowie 16 Amphibientümpel auf 15 Flächen betreut würden. Für dieses Jahr plant die Naturlandstiftung im Winter noch eine Exkursion im Hoch- und Niedermoor Breungeshainer Heide/Hoherodskopf. (gr) +++