Ein Erlebnis der besonderen Art
Anna-Lena Killmer darf zum Mittelkreis-Dinner ins Waldstadion
Fotos: Privat
21.05.2024 / FRANKFURT AM MAIN -
Eine Gewinnspielteilnahme kann besonders sein, wenn man mit dem Gedanken teilnimmt, warum sollte gerade ich gewinnen. Alleine diese Frage zu beantworten, war für OlN-Leserin Anna-Lena Killmer aus Großenlüder-Bimbach schon schwierig. "Was schreibt man, um sich interessant zu machen?". Also einmal nachgedacht und schon eine passende Antwort gefunden, "denn was gibt es besseres, als Papa Martin König mal einfach Danke zu sagen. Danke, dass er einen immer mit zur Eintracht genommen hat. Danke, dass man durch ihn und die Eintracht gelernt hat niemals aufgeben oder wie man in Frankfurt sagt, das Lebbe geht weider!" Ein Erfahrungsbericht:
"Wir, das sind Martin (Großenlüder) und Anna-Lena (Bimbach), sind seit mehr als 15 Jahren stolze Eintracht Anhänger und Dauerkartenbesitzer. Wir waren beim Ab- und Aufstieg der Eintracht dabei und haben sie bei den DFB-Pokalfinalen in Berlin angefeuert. Natürlich wurde auch spontan nach dem Dienst der Europapokal in 2022 in Empfang genommen am Römer.
Und dann ging das Erlebnis so richtig los
In einer kleinen Rede des Veranstalters haben wir erfahren, dass 2.000 Fans der Eintracht mitgemacht haben. Alleine da hat man realisiert, dass es wirklich was Besonderes sein muss. Nach der Rede machte sich die Gruppe auf zu einer Erkundungstour durch das Stadion. Vom Presseblock aus konnten wir alle einen ersten Blick ins Stadion werfen. Und auf einmal wurde einem bewusst, was man erleben darf. Mitten auf dem Spielfeld konnte man bereits die toll eingedeckten Tafeln sehen. Das leere Stadion rundete die Kulisse ab.Der Leiter des Museums sagte, dass noch niemand in Frankfurt am Mittelkreis gegessen hat. Es wurde wohl schon mal dort gezeltet, da eine Gruppe von Jugendlichen anlässlich des 100. Geburtstag eingebrochen seien. Vom 4. Stock des Waldstadions konnten wir auch noch einen tollen Blick auf die Skyline von Frankfurt erhaschen. Und Stockwerk um Stockwerk ging es tiefer in die Arena. Der Stadionführer hat uns dann den Weg vom Bus zur Kabine der Mannschaft gezeigt. Ja, es ist ein langer Weg. An den Wänden haben Fans tolle, motivierende Graffitis gemalt. Innerlich wuchs die Aufregung und die Freude, ich denke, es wird den Fußballern genau so gehen. Kurz vor der Kabine findet man sogar ein Tonstudio, da laut der Musiker ein Eintracht-Song nur dort entstehen und aufgenommen werden kann. Es ging weiter, wir kamen der Kabine immer näher, das Licht ging aus. Was passiert wohl jetzt, eine gespannte Stimmung herrschte.
Mit Trainer-Legende Dragoslav Stepanovic
'Herr Trainer bitte kommen Sie rein, ihr Team ist fertig'. Das kleine Fanherz pochte, wer mag denn da jetzt um die Ecke kommen. Nachdem ersten Rufen kam, natürlich noch niemand um die Ecke, ein zweites Mal wurde, nachdem Trainer gerufen, und alle schauten gespannt ins Dunkle. Wer mag wohl kommen? Wen dürfen wir kennenlernen, die Spannung steigt. Und dann stand er da, die Trainer-Legende schlecht hin Dragoslav Stepanovic. Natürlich nicht ohne seinen legendären Spruch: 'Lebbe geht weider!'. Die älteren Eintracht-Fans hatten natürlich gleich das hochdramtische Saisonfinale von 1992 im Kopf, das Jahr, in dem Eintracht Frankfurt die deutsche Meisterschaft durch eine Niederlage bei Hansa Rostock verpasste. Er beantwortete alle Fragen, die den Fans auf der Seele lagen. Am Ende hat natürlich jeder sein persönliches Foto und Autogramm abholen dürfen. Seine Aufstellung von uns hat er natürlich auch noch bekanntgeben. Die linke Seite spielt die erste Halbzeit, die recht darf zur zweiten Halbzeit ran.Und dann wurde es ernst. Wir haben die Kabine verlassen und sind auf den Spuren der Mannschaft in Richtung Spielergang gegangen. Dort haben wir uns aufgestellt, um wie die Profis ins Waldstadion einlaufen zu dürfen. Eine ordentliche zweier Reihe wurde gebildet und plötzlich ertönte im Spielertunnel lauter Fangesang. Wir gingen durch den Spielertunnel und konnten noch nichts vom Feld sehen, außer der schwarzen Treppe zum heiligen Rasen. Okay im Kopf sagte man sich bleib entspannt, du musst nur diese Treppe hoch und es erwarten dich dort keine 58.000 Menschen, die von dir Leistung erwarten, aber das Herz raste. Ab den letzten drei Stufen konnte man ins Stadionrund blicken. Wow was passiert hier, man konnte es nicht fassen. Ein Gang zum Mittelkreis mit roten Spots säumte uns den Weg. Sprachlos und staunend versuchte man erst einmal die Situation zu begreifen. Klar durften die obligatorischen Rasenfotos und Kurvenfotos nicht fehlen. Mit jedem Meter Richtung Mittelkreis kamen immer mehr Emotionen. Die Tische waren sehr schön dekoriert und alles war wie "Zuhause". Mit Ruhe und bedacht wurde nach seinem Namen Ausschau gehalten. Wir haben direkt in Höhe der Mittellinie mit Blick auf die Jürgen-Grabowski-Tribüne gesessen. Und dann sind die Tränchen geflossen. Es war einfach nur surreal.
Im Gespräch mit den anderen Fans wurde einem erstmal bewusst, wie es für junge Spieler sein muss, die ausgepfiffen werden, da bekommt man Angst. Oder wie die Stimmung die Mannschaft vorantreiben kann, wenn nur alle mitmachen.
Würdest du als Trainer zu den Bayern gehen?
Das Essen wurde direkt am Spielfeldrand vorbereitet. Immer zwei Gäste hatten eine eigene Bedienung, diese wusste auch welchen Wein man gewählt hatte und schenkte diesen regelmäßig nach. Der Hauptgang wurde unter eine silberne Haube serviert und ab diesem Zeitpunkt war klar es ist etwas Exklusives was man erleben darf. Zwischen den Hauptgängen kam nochmal Stepanovic zur Verabschiedung. Martin stellte die alles entscheidende Frage: 'Würdest du als Trainer zu den Bayern gehen?'. Die Antwort folgte prompt, ein Koffer sei immer gepackt und Ulli Hoeneß habe ihm versprochen, einmal in seinem Leben wird er Bayern Trainer sein. Er meinte dann noch, er kenne ja den Ulli und Ulli lügt nie. Mal sehen, ob eine Anfrage kommt, er wolle es aber im Doppelpass nochmal ansprechen.Zum Nachtisch wurde der Videowürfel ausgeschaltet und das ganze Stadion erstrahlte in Rot. Wieder ein anderer Anblick, wieder eine andere Sichtweise. Nachdem alle fünf Gänge serviert waren und man sich besser kannte, haben wir beschlossen, dass wir weiterhin in Kontakt bleiben werden. Ein solches Erlebnis geteilt zu haben, schweißt zusammen. Der Beschluss stand, am ersten Heimspieltag der neuen Saison wollen wir uns alle nochmal treffen. Am nächsten Tag war die Gruppe auch schon ins Leben gerufen, darin hat dann jeder nochmal den Abend Revue passieren lassen. Wir kamen zu dem gemeinsamen Beschluss, es war ein magischer und wundervollen Abend.
Zum Ausklang des Abends haben alle noch ein Foto auf der Trainerbank gemacht. Und gemeinsam ging es durch den Raum der Pressekonferenz zum Auto. Denn eine Pressekonferenz gehört zum Abschluss eines erfolgreichen Spieles dazu.
Am Ende war es für uns ein sehr emotionales und schönes Erlebnis, was wir in unserem Leben niemals vergessen werden. Wir würden uns wünschen, wenn noch mehr Fans die Möglichkeit hätten, das zu erleben." (pm/nia) +++