Miteinander feiern

Liebe geht durch den Magen: Vier Nationen beim Internationalen Schlachtfest

Gruppenbild mit den offiziellen Vertretern der internationalen Gäste, den ehemaligen Bürgermeistern aus Schlitz, dem amtierenden Bürgermeister Heiko Siemon und dem Staatssekretär MIchael Ruhl
Fotos: Moritz Rös und Hans-Hubertus Braune

11.03.2024 / SCHLITZ - "Die Welt zu Gast bei Freunden" - im Schlitzerland ist dies keine Phrase, sondern gelebte Tradition. Unter anderem alle zwei Jahre beim internationalen Trachtenfest. Aber auch zwischendurch gibt es gute Gelegenheiten, sich zu treffen. So zum Beispiel beim Schlachtfest.



Wie heißt es doch so schön: Liebe geht durch den Magen. "Die Grundstimmung ist total positiv. Man merkt, dass es wichtig ist, sich an der Basis zu treffen und sich über die Schulter zu schauen", sagt Bürgermeister Heiko Siemon (CDU).

Seit dem Jahr 2009 gibt es das Schlachttreffen mit den Freunden aus der ungarischen Partnergemeinde Bogyiszló, Csernáton und Csíkcsicsó in Rumänien und Törökfalu in Serbien. Die einzelnen Delegationen, unter ihnen die Bürgermeister István Tóth (Bogyiszló), Árpád Rákosi (Csernáton), Péter Lukács (Csíkcsicsó) und Tibor Berze (Törökfalu) sind seit Donnerstag im Schlitzerland. Nach der Begrüßung oder dem gemütlichen Abend in der Schlitzer Destillerie wurde am Samstag im Schlachthaus im Dorfgemeinschaftshaus von Unter-Schwarz gemeinsam die verschiedenen Leckereien aus Schweinefleisch verarbeitet und zubereitet.

Auch der Vogelsberger Politiker Michael Ruhl (CDU) nutzte die Gelegenheit zum Austausch. Der Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat sagte gegenüber OSTHESSEN|NEWS: "Es freut mich, dass man diese Tradition wieder aufleben lässt und tatsächlich von allen Gemeinden jemand da ist. Das internationale Schlachtfest dient ja dem Verständnis und dem gegenseitigen Austausch." Die neuformierte Landesregierung will die Arbeitsbedingungen für die kleineren Schlachtbetriebe wieder vereinfachen. Gehört das Schlachten etwa von Schweine vor einigen Jahren gerade in den ländlichen Regionen auf den Bauernhöfen einfach dazu, so ist die Zahl der Betreibe deutlich gesunken.

Bundesratsinitiative zum Erhalt kleiner Schlachtbetriebe auf den Weg

Hessen will eine entsprechende Bundesratsinitiative auf den Weg bringen. "Es geht vor allem darum, dass wir nicht den gleichen bürokratischen Aufwand für die Großbetriebe auch auf die Kleinbetriebe ausrollen. Wir wollen die bürokratischen Voraussetzungen so vereinfachen, dass wir die Schlachtbetriebe auch in der Fläche erhalten können. Auch im Sinne des Tierwohls", sagte Ruhl. Es bringe ja nichts, wenn die Schweine hunderte Kilometer zum Schlachthof gefahren werden und dann als Schweinehälften wieder hunderte Kilometer zurückgefahren werden.

Beim internationalen Schlachtfest im Schlitzerland kamen die Schweine vom Hof von Gerd Adolph in Unter-Wegfurth. Dort wurden sie auch geschlachtet. Adolph haben einen von der Europäischen Union zertifizierten Betrieb und gehören zu den wenigen Betrieben seiner Zunft. Am Abend wurden dann die Leckereien der verschiedenen Nationen beim Schlachtfest im Bürgerhaus verkostet. (Hans-Hubertus Braune) +++

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