Aus dem Kulturausschuss

Stadt ist vollauf zufrieden mit Weihnachtsmarkt-Konzept - Besuch im Museum

Der Ausschuss für Bildung und Kultur traf sich am Mittwoch im Stadtmuseum.
Fotos: Christopher Göbel

25.01.2024 / BAD HERSFELD - Der Ausschuss für Bildung und Kultur der Bad Hersfelder Stadtverordnetenversammlung traf sich am Mittwochnachmittag im Museum im Stiftsbezirk. Ausschussvorsitzender Dr. Thomas Handke hatte zunächst dorthin eingeladen, um sich einen Überblick über die Exponate zu verschaffen und Optimierungsmöglichkeiten auszuloten. Danach ging es in die Stadthalle, wo vor allem die Bilanz des Weihnachtsmarktes 2023 erörtert werden sollte und die Musik an der Stadtkirche sich vorstellte.



Durch die beiden Etagen des Stadtmuseums führte Lisa Hendrich vom Fachbereich Stadtmarketing die Ausschussmitglieder und Gäste - im Schnelldurchlauf. Dabei wurde vielen klar: Es gibt viele Möglichkeiten, um die Ausstellung zu optimieren. Von der Beleuchtung bis hin zur Anordnung der Themengebiete wirkt das Museum sehr "vollgestopft".

Jegliche Art der Optimierung kostet viel Geld

"Was können wir tun, um etwas zu verbessern?", fragte Handke. Doch die Möglichkeiten sind begrenzt, denn alles, was getan werden könnte, kostet Geld. Und auch der Hessische Museumsverband, der einen Teil von Umbauarbeiten übernehmen würde, bräuchte erst ein ausgearbeitetes Konzept. "So ein Konzept würde bereits um die 100.000 Euro kosten", so Hendrich. Für einen Umbau würden - bestenfalls - weitere 500.000 Euro fällig. Davon würde der Museumsverband 160.000 Euro übernehmen. Und diese Förderung wäre an weitere Voraussetzungen gebunden, unter anderem ein geeignetes Depot für nicht ausgestellte Stücke. "Wir haben es im Blick, aber ohne Geld geht nichts. Das wird in den nächsten Jahren nicht klappen", bedauerte Bürgermeisterin Anke Hofmann. Hinzu käme, dass eine neue Stelle geschaffen werden müsste, die sich nur mit dem Museum beschäftigt. Selbst ein Beleuchtungskonzept um die - gelinde gesagt suboptimale - Ausleuchtung der Museumsräume zu verbessern, würde um die 20.000 Euro kosten.

"Aber was kann mit den Mitteln und Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen, optimiert werden?", fragte Handke. Hofmann sagte, dass Lisa Hendrich bis spätestens zu den Haushaltsberatungen 2025 eine Liste vorlegen werde, welche Dinge in Angriff genommen werden könnten. Eine Rückführung von Exponaten, die nicht aus der Stadt selbst stammen, um mehr Platz zu schaffen, eigene Bereiche für die großen Söhne der Stadt (unter anderem Konrad Duden, Lingg von Linggenfeld, Fritz Rechberg oder Benno Schilde) wären denkbar. Auch die Umsiedlung der Zuse-Exponate als Leihgabe in "Das Zuse" wären vorstellbar, so Hendrich. Eine Museums-Rallye für Schulklassen oder QR-Codes, über die man weitere interaktive Erläuterungen zu den einzelnen Exponaten bekommen könnte, waren Ideen der Ausschussmitglieder.

Durch die ständige Festspiel-Ausstellung neben dem Kapitelsaal führte Helgo Hahn, der Vorsitzende der Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine. Diese Ausstellung wurde 2014 ins Stadtmuseum integriert, um Besuchern das ganze Jahr über das große Theater nahezubringen. Damals von der Sparkasse finanziert ist heute die Gesellschaft für die Instandhaltung der Exponate zuständig. Wichtig war dem Ausschuss, dass das Thema Stadtmuseum nicht aus dem Blick verschwindet, sondern weiterhin auf der Agenda der Stadtpolitik bleibt.

Erfolgreiche Weihnachtsmarkt-Bilanz

Bei der Fortsetzung der Sitzung in der Stadthalle stellten Markus Heide und Lena Lochhaas vom Fachbereich Stadtmarketing die Bilanz des Weihnachtsmarktes 2023 vor. ""Bereits nach dem Weihnachtsmarkt 2022 hatten wir eine Umfrage gestartet, was die Menschen auf dem Weihnachtsmarkt positiv oder negativ fanden und was sie sich wünschen würden", so Lochhaas. Dabei sei aus den 577 anonymisierten Fragebogen ein weitgehend positives Fazit gezogen worden. Und was gewünscht wurde, war dann beim Weihnachtsmarkt 2023 teilweise auch schon zu finden: Eine Eisbahn, ein Mittelaltermarkt (bzw. das mittelalterliche Adventsschmieden) und eine bessere Verbindung vom Linggplatz zum Stiftsbezirk, dem eigentlichen Weihnachtsmarkt. Rund 90.000 Menschen haben den Bad Hersfelder Weihnachtsmarkt 2023 besucht.

Anziehungspunkt Kunsteisbahn

"Die Kunsteisbahn haben 4.000 Menschen besucht", sagte Heide. "Das ist ein absolut toller Erfolg und wir bekommen nur positives Feedback." Die besucherstärksten Tage seien die Wochenenden gewesen. "Natürlich ist ein Weihnachtsmarkt wetterabhängig", so Heide. Die Atmosphäre spiele eine große Rolle. die Bürgermeisterin erwähnte, dass neben Individualbesuchern auch einige Busgruppen den Weihnachtsmarkt besucht hätten. Laut Anke Hofmann wäre ein noch breiteres Angebot an (Kunst-)Händlern wünschenswert, doch viele seien vertraglich über Jahre an andere Standorte gebunden. "Ich bin dennoch sehr zufrieden", so die Bürgermeisterin. "Positive Rückmeldungen freuen uns", so Hofmann. Die Händler-Akquise für den Weihnachtsmarkt 2024 laufe bereits. Die Eisbahn sowie der Adventsmarkt und ein vergrößertes Adventsschmieden seien für dieses Jahr bereits vorgesehen, so Heide. Man wolle überregional bekannt werden und auch Menschen von außerhalb für den Bad Hersfelder Weihnachtsmarkt begeistern, so Hofmann.

Wertvolle Arbeit der Kantorei an der Stadtkirche

Im Anschluss stellten Kantor Sebastian Bethge und die Fördervereins-Vorsitzende Beate Schwarz die Musik an der Stadtkirche vor. Von der Kinderchor-Arbeit über Orgel- und Kammermusik-Konzerte bis hin zu großen Chor- und Orchesterwerken reiche die Bandbreite, so Bethge. Dazu gehöre auch der Posaunenchor unter der Leitung von Gesa Hild. Auch Konzertreihen wie zum Weihnachtsmarkt oder zu den Festspielen in der Stadtkirche erfreuten sich großen Zuspruchs. "Der Besuch dieser Konzerte ist im Vergleich mit vielen anderen Städten überdurchschnittlich", sagte der Kantor. Er danke dem Bad Hersfelder Publikum, so kunst- und kulturinteressiert zu sein. "Wir möchten mit unseren Programmen auch unbekanntere Werke vorstellen", sagte Bethge. Er dankte auch der Stadt für die finanzielle Unterstützung.

In diesem Herbst 2024 steht "Ein deutsches Requiem" von Johannes Brahms auf dem Programm - wofür noch interessierte Sängerinnen und Sänger gesucht werden. "Besonders Tenöre brauchen wir", so Schwarz. Ausschussmitglied Gerhard Finke lobte die Arbeit der Kantorei: "Das ist etwas ganz Außergewöhnliches." Auch Stadträtin Tas-Dogan zeigte sich erfreut und überrascht, wie breitgefächert das Angebot der Kantorei sei. (Christopher Göbel) +++

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